8 Kunstwerke im Weltall

Alles begann in den 1960er Jahren, als das "Moon Museum", eine kleine Plakette mit Arbeiten von sechs bedeutenden Künstlern, darunter auch Andy Warhol, zum Mond geschickt wurde.

8 Kunstwerke im Weltall

Heute gibt es mehr als 20 Kunstwerke, die sich außerhalb der Erdumlaufbahn befinden, u. a. auf dem Mond und dem Mars. Nachdem der Fortschritt der Technik es möglich gemacht hatte, Menschen und Satelliten ins All zu schießen, begann man in den späten 1960er Jahren darüber nachzudenken, mit Kunstwerken dasselbe zu tun.

Im Folgenden haben wir einmal acht dieser Kunstwerke für Sie herausgepickt.

1. Moon Museum, 1969
Forrest Myers, Moon Museum, 1969 | Foto: © MOMAForrest Myers, Moon Museum, 1969 | Foto: © MOMA

Das erste Werk, dass den großen Sprung für die Kunstgeschichte wagte, war das Moon Museum, eine kleine Keramikplatte von 1,9 x 1,3 cm, auf der sich kleine Kunstwerke von sechs wichtigen Künstlern der 1960er Jahre befinden: Robert Rauschenberg, David Novos, John Chamberlain, Claes Oldenburg, Forrest Myers und Andy Warhol.

"Meine Idee dahinter war, sechs großartige Künstler zusammenzubringen und so ein winziges Museum auf dem Mond zu erschaffen", sagte der Initiator des Projekts, der Künstler Forrest Myers, der versuchte, die NASA für seine Idee zu begeistern, jedoch nie konkrete Unterstützung erhielt.

Daher war es inoffiziell, als Myers sein Projekt mit Hilfe des Wissenschaftlers Fred Waldhauer ins Leben rief, der sich bereit erklärte, die Skizzen der sechs beteiligten Künstler auf die Tafel zu gravieren. Ein Freund Freund Waldhauers, der als Ingenieur am Apollo 12-Projekt arbeitete, stellte sicher, das das Kunstwerk am 12. November 1969 auf dem Mond platziert wurde. Ob dies auch tatsächlich geschah, kann leider nicht überprüft werden. John Chamberlain und Claes Oldenburg bestätigten jedenfalls ihre Teilnahme am Moon Museum.

2. Fallen Astronaut, 1971
Paul van Hoeydonck, Fallen Astronaut, 1971 | Foto: NASA via WikipediaPaul van Hoeydonck, Fallen Astronaut, 1971 | Foto: NASA via Wikipedia

Fallen Astronaut ist die 8,5 cm hohe Aluminiumskulptur eines Astronauten im Raumanzug, die von der Crew von Apollo 15 1971 auf dem Mond platziert wurde.

Geschaffen wurde das Kunstwerk vom belgischen Künstler Paul van Hoeydonck, der damit jene Astronauten ehren wollte, die ihr Leben bei der Erforschung des Weltalls verloren hatten.

Als Standort wurde am 2. August 1971 die Ebene am Fuße des Mount Hadley gewählt, gleich neben einer Gedenktafel mit den Namen von acht amerikanischen Astronauten und sechs sowjetischen Kosmonauten, die während ihrer Dienstzeit verstorben waren. Da es die NASA verboten hatte, offizielle Raumfahrzeuge für kommerzielle Zwecke zu nutzen, trägt die Skulptur nicht den Namen ihres Schöpfers. Van Hoeydonck bedauerte später, dass seine Skulptur nicht wie vorgesehen aufrecht stehend platziert worden war.

3. The paintings of Ellery Kurtz, 1986
Eines der Gemälde von Ellery Kurtz, die 1986 ins All geschickt wurden | Foto: Haolin FangEines der Gemälde von Ellery Kurtz, die 1986 ins All geschickt wurden | Foto: Haolin Fang

1986 hoben vier Gemälde des Künstlers Ellery Kurtz mit dem Spaceshuttle Columbia als Teil des "Get Away Special"-Programms ab. Mit dem von der NASA beaufsichtigte Projekt sollten die Auswirkungen der extremen Umwelteinflüsse im Weltall (Schwerelosigkeit, Temperaturen etc.) auf Farbpigmente und Leinwände untersucht werden, um damit über die Möglichkeit, Kunst direkt im Weltall zu schaffen, erörtern zu können.

Ellery Kurtz' Neugier war geweckt und er schickte vier halb-abstrakte Kompositionen, für die er sich von mit Werbeplakaten beklebte Wände hatte inspirieren lassen, an die NASA.

"Wo der Mensch hingeht, muss auch Kunst hingehen", befand er.

4. Inter-Galactic Sculpture, 1987-92
Links: Buchcover von "Ezra Orion, Intergalactic sculpture" Rechts: Skulptur von Ezra Orion, 2011 | Foto via ArtslackLinks: Buchcover von "Ezra Orion, Intergalactic sculpture" Rechts: Skulptur von Ezra Orion, 2011 | Foto via Artslack

Der israelitische Künstler Ezra Orion ging bei dem Konzept der Weltraumkunst schon einen Schritt weiter und erdachte eine Skulptur, die erst im All zusammengefügt werden sollte.

Unter der Aufsicht der Israel Space Agency und des Israel Museum, kreierte Orion eine leuchtende skulpturale Installation, indem er Laserstrahlen in die Mitte der Milchstraße schickte. Das Projekt hieß Inter-Galactic Sculpture. Orion beschrieb es als eine von Lichtstrahlen konstruierte "Super-Kathedrale". Seine Skulptur war das erste Kunstwerk, das sich tatsächlich erst im Weltall selbst zusammenfügte.

5. Cosmic Dancer, 1993
Kosmonaut Alexander Polischuk in der Schwerelosigkeit mit "Cosmic Dancer" | Foto via Cosmicdancer.comKosmonaut Alexander Polischuk in der Schwerelosigkeit mit "Cosmic Dancer" | Foto via Cosmicdancer.com

Die Skulptur Cosmic Dancer des Künstlers Arthur Woods wurde am 22. Mai 1993 an Bord einer Progress-Rakete zur russischen Station Mir geschickt.

Das Kunstwerk, eine geometrische Struktur aus lackiertem Aluminium, etwa 35 x 35 x 40 cm groß und genau 1 Kilogramm schwer, war das erste dreidimensionale Werk, das speziell für seine Erforschung im Weltraum entwickelt worden war. Der Zweck des Projekts bestand darin, die Eigenschaften einer schwerelosen Skulptur zu erforschen und die Integration eines Kunstwerk in ein Raumfahrtprogramm zu untersuchen, das normalerweise nur Menschen umfasst.

Nach seiner Ankunft auf der Mir konnte Cosmic Dancer frei in der Schwerelosigkeit herumschweben, ohne von der Erdanziehungskraft beeinflusst zu werden, die jeden Künstler dazu zwingt, seine Arbeit auf eine bestimmte Art und Weise zu positionieren. Stattdessen konnte die Skulptur aus jedem nur erdenklichen Blickwinkel bewundert werden.

6. Ars ad Astra, 1995
Elizabeth Carol Smith, When Dreams Are Born | Foto via Arsadastra.comElizabeth Carol Smith, When Dreams Are Born | Foto via Arsadastra.com

Ars ad Astra ("Kunst in den Sternen") war die erste komplette Ausstellung, die in der Erdumlaufbahn stattfand, genauer gesagt 1995 an Bord der Mir. Das Projekt der OURS Foundation und European Space Agency (ESA) begann mit einem internationalen Wettbewerb. Eine Jury, die sich aus Experten für Kunst und Raumfahrt zusammensetzte, wählte dafür 20 Künstler aus.

Die Ausstellung, organisiert als Teil der EUROMIR 95-Mission, richtete ihren Fokus auf das All und die Menschheit. Jeder der teilnehmenden Künstler schuf dafür ein Kunstwerk, dass sowohl leicht als auch frei von jeder Art von giftiger Substanz sein musste.

An Bord der Mir gab es eine weitere Jury: Die Crew, die unter den 20 Kunstwerken das beste auswählen sollte und das anschließend in der Raumstation verbleiben sollte. Die Wahl fiel auf das Aquarell When Dreams are Born der Künstlerin Elizabeth Carol Smith.

7. Beagle 2, 2003
Replik der Beagle 2-Kalibrierungsvorrichtung mit den Punkten von Damien Hirst | Foto: © David JohnsonReplik der Beagle 2-Kalibrierungsvorrichtung mit den Punkten von Damien Hirst | Foto: © David Johnson

Der erste Künstler, der den Mars eroberte, war Damien Hirst mit Beagle 2, einer kleinen Landeeinheit, die von der ESA entwickelt worden war und die die ikonischen Punkte Hirsts aufwies. Auf Anregung des Designers von Beagle 2, Professor Colin Philinger, wurden die Farbpunkte als Kalibrierungsprogramm an Bord des Raumfahrzeugs verwendet.

Ziel der Mission war es, herauszufinden, ob es irgendeine Art von Leben auf dem Mars gibt. Kurz nach der Trennung von Beagle 2 von ihrem Trägerschiff ging der Kontakt verloren und die Mission wurde für gescheitert erklärt. Erst 2015 konnte anhand von Fotos bewiesen werden, dass die Beagle 2 tatsächlich auf dem Mars gelandet war. Somit sind Damien Hirsts bunte Punkte das erste von der Erde aus gesendete Kunstwerk, das den "roten Planeten" erreicht hat.

8. Space2, 2015
Invader, Space2 | Foto via TeleramaInvader, Space2 | Foto via Telerama

Im Jahr der Wiederentdeckung von Beagle 2 erhielt der französische Urban Artist Invader den Auftrag, ein Kunstwerk für die International Space Station (ISS) zu schaffen. Das Ergebnis war Space2, ein kleines Mosaik von 15 x 10 cm, das ein rotes Alien darstellt - eine der charakteristischen Figuren der Graffiti des Künstlers, die man häufig in den Straßen von Paris sieht.

Im Juli 2015 dockte der europäische Weltraumfrachter ATV-5 mit Space2 an Bord an der ISS an. Das Mosaik wurde sofort zum Maskottchen der Astronauten und schwebte monatelang in der Weltraumstation umher, darauf wartend, dass ein Crewmitglied ihm endlich einen permanenten Standort zuweisen würde.

Schließlich war es die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti, die den rettenden Tropfen Kleber auf der Rückseite des Mosaiks auftrug.

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