Kiefer zu Besuch bei Preußens Adel

Wie und wo residierte eigentlich Preußens Adel? Eine sehr anschauliche Antwort auf diese Frage kann im Mai im Auktionshaus Kiefer ersteigert werden.

Kiefer zu Besuch bei Preußens Adel

Am 3. und 4. Mai begeistert das Pforzheimer Auktionshaus Kiefer erneut mit einer hochinteressanten Offerte mit alter und neuer Grafik, Fotografie, Antiquitäten, Handschriften und Büchern. Neben einer sehr gut erhaltenen Ausgabe von Bible. Eaux-fortes originales de Marc Chagall von 1956 und einem großen Guckkasten aus dem 18. Jahrhundert wird der mehr als 4700 Lose umfassende Katalog von einer außergewöhnlichen Sammlung von Farblithografien angeführt, der uns mitnimmt auf eine Reise durch das alte Preußen.

Dönhoffstädt in Alexander Dunckers "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie...", 1857-1883 | Foto: Kiefer
Dönhoffstädt in Alexander Dunckers "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie...", 1857-1883 | Foto: Kiefer

Das Los, das in der Kategorie "Geographie, Reisen, Geschichte" zum Aufruf kommt, trägt den sowohl langen als auch vielversprechenden Titel Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie. Nebst den königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern. In naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten Darstellungen nebst begleitendem Text.

Alexander Duncker (1813-1897) | Foto via Wikipedia
Alexander Duncker (1813-1897) | Foto via Wikipedia

Das so umfassend betitelte Werk war ein Großprojekt des Berliner Verlegers und Buchhändlers (ab 1841 Königlicher Hofbuchhändler) Alexander Duncker (1813-1897). Zwischen 1857 und 1883 veröffentlichte Duncker 960 Farblithografien mit Ansichten der oben genannten königlichen und adeligen Landsitze in den Provinzen des damaligen Preußen: Preußen, Pommern, Posen, Brandenburg, Schlesien, Sachsen, Schleswig-Holstein und das Herzogtum Lauenburg, Hessen-Kassel bzw. -Nassau, Westfalen sowie das Rheinland.

Bauditten in in Alexander Dunckers "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie...", 1857-1883 | Foto: Kiefer
Bauditten in in Alexander Dunckers "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie...", 1857-1883 | Foto: Kiefer

Die Aufzählung zeigt, dass das Königreich Preußen, dessen Kernland die Mark Brandenburg war, ein Verbund verschiedener Gebiete und Provinzen war, der sich über weite Teile Norddeutschlands und Polens erstreckte. In Dunckers Publikation nicht enthalten sind die Gebiete Hohenzollern-Sigmaringen im heutigen Baden-Württemberg sowie das ehemalige Königreich Hannover, das seit 1866 zu Preußen gehörte.

Czerbienczin in Alexander Dunckers "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie...", 1857-1883 | Foto: Kiefer
Czerbienczin in Alexander Dunckers "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie...", 1857-1883 | Foto: Kiefer

Herausgegeben wurden insgesamt 320 Lieferungen zu jeweils 3 Blättern. Neben einer farbigen Ansicht des jeweiligen Schlosses oder Gutsgebäudes gibt jedes Blatt Auskunft über die Provinz, den Regierungsbezirk und den Kreis, in dem es sich befindet oder befand, denn nicht jedes der abgebildeten Häuser existiert - meist kriegsbedingt - heute noch.

Lauck in Alexander Dunckers "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie...", 1857-1883 | Foto: Kiefer
Lauck in Alexander Dunckers "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie...", 1857-1883 | Foto: Kiefer

In der Auktion bei Kiefer Buch- und Kunstauktionen kommen 839 Lithografien in elf Bänden zum Aufruf, die von fünf originalen und sechs Replika-Halbleinwandeinbänden geschützt werden. Die Differenz zu der eigentlichen Anzahl der ausgeführten Ansichten, erklärt sich durch das Fehlen der Provinz Rehinland. Diese ist dem Los jedoch durch eine Faksimile-Ausgabe von 1981 beigefügt.

Die Auktion findet am 3. und 4. Mai ab 15 Uhr bzw. 11 Uhr in der Steubenstraße 36 in Pforzheim statt. Dort kann vom 29. April bis 2. Mai die Ausstellung zur Auktion besucht werden (täglich 11-18 Uhr).

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