Vom 25. bis 29. Mai präsentiert das Münchener Auktionshaus Hermann Historica insgesamt sieben Präsenzauktionen mit militär- und kunsthistorischen Schätzen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert.

Der Auftakt erfolgt am 25. Mai um 10 Uhr mit den 719 Losen der Auktion „Kunst und Kunsthandwerk, Antiken“. Hier darf man sich auf ein feines Kabinettschränkchen aus dem Besitz der gräflichen Familie Solms freuen. Es handelt sich um eine Arbeit der Werkstatt des Johann Karl Haberstumpf aus Eger, wo es zwischen 1690 und 1710 aus verschiedenen Hölzern hergestellt und mit aufwendigen Reliefs verziert wurde.

Aus dem 4. Jahrhundert stammt ein silberner Reliefteller, der den persischen Großkönig Shapur II. (um 309-379) aus der Sasaniden-Dynastie zu Pferd bei der Widderjagd zeigt. Vermutlich diente der Teller einst als diplomatisches Geschenk.

Ein weiterer Herrscher begegnet uns auf diesem Bronzehelm des Typs Montefortino aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.: auf dem Nackenschirm ist in griechischen Buchstaben der Name des skythischen Königs Skilouros zu lesen, der von etwa 140-114/13 v. Chr. auf der Krim herrschte.

Weiter geht es am 26. Mai (ebenfalls um 10 Uhr) mit den 559 Losen der Auktion „Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt“. Hier sei auf zwei Lose mit Schutzwaffen hingewiesen, die im 16. Jahrhundert in Nürnberg hergestellt wurden. Zunächst zu nennen ist hier ein geätzter und vergoldeter Morion, der einst den Kopf eines Mitglieds der sächsischen Trabantengarde schützte.

Ein ähnlicher Helm mit Kamm ist Teil eines blanken Dreiviertelharnischs in Offiziersqualität, der um 1560 in Nürnberg hergestellt wurde, was sowohl durch eine Meister- als auch eine Abnahmemarke der Freien Reichsstadt belegt wird.

Ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammt ein bedeutendes jagdliches Besteck mit originalem Lederköcher. Die sechs Besteckteile, darunter Messer und eine Knochensäge, wurden aufwändig verziert und teilweise feuervergoldet und verfügen über Griffschalen aus graviertem Bein. Zwei der Messer tragen die Datierung „1571“.
Antike Schusswaffen werden in insgesamt drei Auktionen angeboten: „Die Sammlung J. Durval - Antike Schusswaffen“ (26. Mai, 16 Uhr, 167 Lose), „Schusswaffen aus fünf Jahrhunderten“ (27. Mai, 10 Uhr, 656 Lose) sowie „Die Sammlung Frey - Waffen aus Württemberg“ (27. Mai, 16 Uhr, 195 Lose).

Die beiden Lose, die wir Ihnen an dieser Stelle vorstellen möchten, kommen in der Versteigerung der Sammlung J. Durval zum Aufruf. Zum einen ist hier eine seltene Radschlosspistole für zwei hintereinander liegende Ladungen zu nennen, die um 1600 im süddeutschen Raum goldtauschiert und mit Einlagen aus Bein verziert wurde.

Um weitere seltene Stücke handelt es sich bei diesem Paar selbstladender Steinschlosspistolen, die um 1710 ebenfalls in Süddeutschland, genauer gesagt in Augsburg angefertigt wurden. Eine gravierte lateinische Signatur auf der Oberseite gibt an, dass es sich bei dem Waffenschmied um Emanuel Wetschgin gehandelt hat.

Der 28. Mai steht ganz im Zeichen der Auktion „Internationale Orden & militärhistorische Sammlerstücke“, die 905 Lose umfasst. Hier möchten wir Ihnen zunächst das teuerste Objekt der gesamten Mai-Offerte der Hermann Historica vorstellen: ein Ordensset des St. Katharinen-Ordens 1. Klasse mit Diamanten, das um 1910 in Russland ausgeführt wurde. Es handelt sich hierbei um ein sehr seltenes Beispiel einer solch prachtvollen Juwelierarbeit, die mit üppigem Diamantbesatz und feiner Emaillemalerei aufwarten kann.

Beeindruckende 73 cm misst die silberne Reiterfigur vom Fuß ihres Sockels bis zur Spitze des Degens, die der dargestellte Reiter in der Hand hält. Es handle sich um eine um 1900 ausgeführte Figur zu Ehren des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620-88), der den Grundstein zur späteren Großmachtstellung Brandenburg-Preußens gelegt hatte.

Diese Schirmmütze zur Gesellschaftsuniform bedeckte einst das Haupt Otto von Bismarcks in dessen Funktion als Mitglied, des Magdeburgischen Kürassier-Regiments Nr. 7. Die Mütze wurde früher im Bismarck-Museum Schönhausen ausgestellt. Passend dazu kommen zwei Halsbänder von Bismarcks geliebten Doggen Rebeckchen und Tyras zum Aufruf.

Der letzte Auktionstag befasst sich mit den 779 Losen der „Deutschen Zeitgeschichte - Orden und Militaria ab 1919“. Interessant ist hier ein Exemplar der Chiffriermaschine Enigma I, die 1929 bei der Wehrmacht eingeführt worden und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Einsatz war.
Die Versteigerungen und die Vorbesichtigungen (21.-24. Mai) finden in den Auktionsräumen der Hermann Historica, Bretonischer Ring 3, in Grasbrunn bei München statt.
