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Helen Frankenthaler (1928-2011) war eine Pionierin des Abstrakten Expressionismus in Amerika in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, die die Kunstszene der Jahrhundertmitte mit ihren farbenfrohen und amorphen Leinwandwerken, die mit ihrer "soak stains"-Technik entstanden waren, aufrüttelte. Beinahe ihr ganzes Leben verbrachte Frankenthaler in New York City und dessen Vororten, dennoch war eher die Natur ihre Inspirationsquelle als die pulsierende Metropole. Ihre abstrakten Arbeiten leiteten eine neue Ära der Möglichkeiten für Malerei, Farbtheorie und die Befreiung vom Figürlichen ein. Heute erzielen ihre Werke für gewöhnlich siebenstellige Summen auf dem Auktionsmarkt.
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1. Sie war eine Mitbegründerin der Farbfeldmalerei
Die Farbfeldmalerei entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA. Werke von Mark Rothko, Clyfford Still, Hans Hofmann und Barnett Newman waren die ersten, die der Kritiker Clement Greenberg ihr zuordnete. Beeinflusst von europäischen Strömungen wie Fauvismus, Orphismus und Expressionismus, feierte die Farbfeldmalerei die Macht der Farben und ihre Beziehung zueinander, abstrakte zusammengewürfelte Formen und ebene Leinwände. Frankenthaler war eine der wenigen Frauen, die sich in dieser Bewegung hervortaten und ist daher auch die bekannteste. 1950 studierte sie bei Hans Hofmann, dessen Konzept vom "push and pull, force and counterforce" ("Vorstoß und Rückzug, Kraft und Gegenkraft") der Farben ihr Werk zweifellos inspirierte.
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2. "Soak stains" war die für sie typische Technik
Der für sie typische Stil war ihre "soak stains"-Technik ("verwässerte Farben"-Technik), für die sie Öl mit Terpentin mischte, um die Farbe durchsichtiger zu machen, damit sie an Wasserfarben erinnert. Diese Technik stellte sie erstmals 1952 mit ihrem Gemälde Mountains and Sea vor, das von einem Ausflug nach Nova Scotia inspiriert war. Jahrzehnte später wurde es als eines der "Schlüsselwerke in der Geschichte der zeitgenössischen Kunst" bezeichnet. Auch wenn das Werk ursprünglich beim Publikum nicht gut ankam, führte Frankenthaler ihre Arbeit an diesen lebendigen Leinwänden ihre gesamte Karriere hindurch fort. Sie wurden zu ihrem Erkennungsmerkmal, das andere Künstler wie Kenneth Noland und Morris Louis beeinflusste.

3. Sie und Robert Motherwell wurden als das künstlerische Super-Pärchen bezeichnet
1958 heiratete Helen Frankenthaler nach einer kurzen Beziehung ihren Künstlerkollegen Robert Motherwell. Zuvor hatte sie eine fünf Jahre währende Beziehung mit dem Kritiker Clement Greenberg, einer der frühen Förderer ihrer Kunst, geführt. Trotz des Altersunterschieds von dreizehn Jahren, waren Frankenthaler und Motherwell durch ihre gemeinsame Liebe zur Kunst, zu Reisen und Geselligkeit einander eng verbunden. Beide entstammten aus wohlhabenden, bildungsnahen Verhältnissen und veranstalteten regelmäßig Partys in ihrem Zuhause in New York. Obwohl die ersten Ehejahre sehr harmonisch waren, ließ sich das Ehepaar 1971 scheiden. Das Paar hatte keine gemeinsamen Kinder bekommen, doch war Frankenthaler die Stiefmutter für Motherwells Töchter aus erster Ehe. Beide Künstler heirateten später erneut.
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4. Neben der Malerei interessierte sie sich für Holzschnitte
Währen Ihrer gesamten Karriere suchte Frankenthaler neben der Malerei nach künstlerischen Herausforderungen. In den 1960er Jahren experimentierte sie mit der Lithografie und wandte sich Mitte der 1970er Jahren dem Holzschnitt zu. Besonderen Einfluss hatten dabei die japanischen ukiyo-e-Drucke von Utagawa Hiroshige, von dem sie selbst einige Arbeiten besaß. In ihren Holzschnitten versuchte sie die Maserung des Holzes hervorzuheben, reichhaltige Schichten von Farbe zu verwenden und das traditionelle Medium aus der Perspektive der Abstraktion neu zu interpretieren. Beispiele dafür sind die Serie Tales of Genji, inspiriert von alten japanischen Schriftrollen, und Madame Butterfly, ein Triptychon aus 102 Farben.
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5. Vom Feminismus-Label hielt sie gar nichts
Obwohl sie eine der bekanntesten Abstrakten Expressionistinnen war, hielt Helen Frankenthaler gar nichts davon, von anderen Künstlern abgegrenzt zu werden, nur weil sie eine Frau war – eine Einstellung, die sie mit Georgia O'Keeffe teilte. 1962 sagte sie in einem Interview: "Meine Bilder als von einer Frau gemalte Bilder zu betrachten, ist oberflächlich, eine Nebensächlichkeit... Das Schaffen von ernsthafter Kunst ist für alle ernsthaften Künstler schwierig und kompliziert." Obwohl einige Kritiker ihr Werke tatsächlich nicht ernst nahmen – sie bezeichneten sie als zu schön oder poetisch – bleib sie ihrer Vision treu, die ihr Erbe als Pionierin des Abstrakten Expressionismus hatte.
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Helen Frankenthalers Werk inspiriert und fasziniert nach wie vor und erzielt regelmäßig hohe Summen auf dem Auktionsmarkt. Im Juni 2020 wurde ihr aktuelles Rekordergebnis erzielt, als Royal Fireworks von 1975 bei Sotheby's seinen oberen Schätzpreis verdoppelte und für 7,9 Millionen USD (ca. 7 Millionen Euro) verkauft wurde.

