Wie man ein Auktionsjahr zu einem fulminanten Abschluss bringt, führt uns das Münchener Auktionshaus Hampel am 4. Dezember eindrucksvoll vor Augen, wenn es über 1300 Lose aus fünf hervorragend bestückten Katalogen versteigert.
Einige Highlights der Offerte, der es an Highlights wahrlich nicht mangelt, möchten wir Ihnen nun näher vorstellen.
Ab 10 Uhr darf auf die musealen Objekte der Kategorie „Möbel, Einrichtung & Uhren“ mitgeboten werden. Zum Aufruf kommen unter anderem eine Louis-XV-Lackkommode mit chinesischen Motiven, ein Bureau Mazarin im Boulle-Stil sowie eine seltene Zedernholztruhe, die im 16. Jahrhundert im Friaul hergestellt wurde.

Angeführt wird die Offerte jedoch von einer feinen Barock-Kommode, die um 1760 im Umkreis des Neuwieder Kunsttischlers Abraham Roentgen entstanden ist. Den dreischübigen, bombierten Korpus mit Nussholzfurnier zieren vergoldete Bronzebeschläge, deren Rocaillen und Blattformen dem Geschmack der Zeit entsprechen.
In der anschließenden Offerte mit Skulpturen und Kunsthandwerk kommen viele interessante Schnitzarbeiten zum Aufruf, darunter ein englisches Kreuzigungsrelief aus Nottingham-Alabaster aus dem 15. Jahrhundert.
Ab 11 Uhr stehen die Alten Meister auf dem Programm. Hier ist mit Andrea del Sartos Madonna mit Kind und dem jungen Johannes von ca. 1517 das am höchsten bewertete Kunstwerk der Auktion zu finden.

Mindestens zehn Versionen, die in Größe und Ausführung variieren, sind bekannt. Die berühmteste ist Teil der Sammlung der Villa Borghese in Rom. Andrea del Sarto war ein italiensicher Meister der Renaissance, der in Florenz wirkte und dem es gelang, die Techniken seiner Vorbilder, wie etwa Leonardo da Vinci, Michelangelo und Masaccio zu einem eigenständigen Stil zu verbinden.
Hervorzuheben sind auch jene Künstler aus dem Umkreis und der Nachfolge Caravaggios, darunter Orazio Gentileschi, Hendrik ter Brugghen, Bartolomeo Manfredi und Antiveduto Grammatica.
Der Nachmittag wird um 13:30 Uhr eingeläutet mit der Kategorie „Impressionisten & Moderne Kunst“, in der Künstler wie Eugène Boudin, Maurice Utrillo, Jean und Raoul Dufy genauso zu finden sind wie Max Liebermann, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner.

Mit ihrem fesselnden Blick aus blauen Augen ist es jedoch eine alte Frau mit Kopftuch, die uns hier besonders in den Bann zieht. Gemalt wurde das Porträt um 1904 von Paula Modersohn-Becker, nach deren frühen Tod es um 1908 in den Besitz ihrer Schwester Herma Weinberg gelangte, die es wiederum ihrer Tochter Eva vererbte. Zuletzt Teil einer englischen Privatsammlung, kommt Kopf einer alten Frau mit schwarzem Kopftuch nun als Highlight der Auktion bei Hampel zum Aufruf.

Ebenfalls aus einer englischen Privatsammlung stammt das Aquarell Soll ich öffnen?, das 1867 von Adolph von Menzel ausgeführt wurde und das einen Herrn in der Tracht des 16. Jahrhunderts zeigt. Sein fragender Blick ist dem Betrachter zugewandt, während sich seine rechte Hand mit einem Schlüssel darin einem verzierten Kästchen nähert.
Menzels Werk ist Teil der Offerte „Gemälde 19./20. Jahrhundert“, auf die Skulpturen des selben Zeitraums folgen. Hier ist besonders auf eine Bronzeversion von Ernst Gustav Herters berühmtestem Werk, Sterbender Achill, hinzuweisen, das er für Kaiserin Elisabeths Schlösschen Achilleion auf der griechischen Insel Korfu geschaffen hatte.
Nach so viel qualitätsvoller Kunst steht um 14 Uhr die luxuriöse Kategorie „Handtaschen, Armbanduhren & Schmuck“ auf dem Programm. Diese Offerte ist bestens bestückt mit ikonischen Begleitern von Marken wie Hermès, Dior, Chanel und Louis Vuitton.

Das absolute Top-Los stammt aus dem Hause Hermès. Selbstverständlich handelt es sich dabei um eine der begehrten Birkin Bags – jedoch nicht irgendeine. Denn mit der Hermès Birkin 30 Himalaya Blanc haben wir es mit einer der seltensten und prestigeträchtigsten Handtaschen zu tun, die jemals hergestellt wurden und die auf dem Auktionsmarkt zu den teuersten gehören.

In der Schmuck-Offerte kommen antike, Vintage und moderne Pretiosen zum Aufruf. Hier sei vor allem auf ein Collier von Cartier hingewiesen, das um 1970 aus Gelbgold, Brillanten und 12 Perlenreihen angefertigt wurde.
Abgerundet wird das Angebot wie gewohnt mit dem vielseitigen Living-Katalog, der Kunst zu moderaten Preisen genauso umfasst wie Asiatika, Möbel und Parkdekoration.
Die Versteigerungen finden am 4. Dezember ab 10 Uhr in der Villa Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Die Ausstellung zur Auktion ist dort vom 29. November bis 2. Dezember geöffnet.

