Der Katalog mit Alten Meistern, die Wannenes am 21. September in Genua versteigert, umfasst zu Teil unveröffentlichte Werke, die Kenner und leidenschaftliche Sammler begeistern werden. Entdecken Sie mit uns nun einige Highlights der Auktion.

Diese Darstellung des Jupiter (Los 125, Schätzpreis 10.000-15.000 Euro), die zwischen 1630 und 1650 ausgeführt wurde, stammt vermutlich von einem in Frankreich ausgebildeten Meister, der mit der damaligen italienischen Kunstszene vertraut und in Rom tätig war. Mit dem Gemälde ist ihm eine auergewöhnliche Synthese zwischen Naturalismus und einer exquisiten klassischen Sensibilität gelungen.

Ein französischer Maler des 17./18. Jahrhunderts war der Schöpfer dieses Leinwandgemäldes mit einer Szene aus der Geschichte um Philemon und Baucis (Los 151, Schätzpreis 3.000-5.000 Euro), die nicht nur durch ihren schönen Erhaltungszustand besticht, sondern auch durch ihre hervorragende Qualität. Auf eine genaue Beobachtung der Figuren wurde genauso viel Wert gelegt, wie szenische Kulisse, die sich durch eine sanfte Helligkeit auszeichnet. Die „Fabel“ von Philemon und Baucis stammt aus Ovids Metamorphosen und ist ein Lobgesang auf Gastfreundschaft und eheliche Treue. Auch wenn eine alte Zuschreibung an Adam Elsheimer (1578 Frankfurt/M. - 1610 Rom) heute überholt ist, bestätigt der realistische Einfluss der Brüder Le Nain eine Autorenschacht nördlich der Alpen.

Die Maria Magdalena von Pier Dandini (1646 Florenz 1712) gilt als eine der besten Arbeiten des Florentiner Künstlers. Der originelle Vertreter des toskanischen Spätbarocks wurde von Pietro da Cortona, der zwischen 1637 und 1647 im Palazzo Pitti tätig war, und dem in den 1680er Jahren im Palazzo Medici Riccardi beschäftigten Luca Giordano beeinflusst (Los 139, Schätzpreis 5.000-8.000 Euro). Ein Gemälde des selben Themas (siehe Abb. oben), das von einem venezianischen Maler, der möglicherweise in Tizians Werkstatt arbeitete, gemalt wurde, wiederholt den Prototyp, den der Meister aus Pieve di Cadore zwischen 1530 und 1535 für den Herzog von Urbino, Francesco Maria della Rovere, gemalt hat und das heute in der Galleria Palatina in Florenz ausgestellt wird (Los 165, Schätzpreis 4.000-7.000 Euro).

Das Porträt eines Herrn von Luciano Borzone (1590 Genua 1645) ist von großem Reiz, da es dem Künstler ein moderner Twist gelungen ist, indem er den Blick des Mannes vom Betrachter abwendeten ls ob jemand oder etwas anderes seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätte (Los 193, Schätzpreis 4.000-7.000 Euro). Damit überschritt Borzone mit viel Gespür die ikonografischen Regeln und stellte sich auf eine Stufe mit Velázquez’ Fähigkeit, den Mensch als solchen einzufangen. Vergleichbar ist das Werk außerdem mit dem zwischen 1626 und 1628 ausgeführten Porträt des Francesco Righetti.

Interessant ist auch ein Leinwandgemälde mit der Verkündigung aus den 1590er Jahren, das zunächst Annibale Carracci (1560 Bologna - 1609 Rom) und dann Ludovico Carracci (1555 Bologna 1619) zugeschrieben wurde. Um hier Klarheit zu schaffen, wäre das Auffinden von Notizen, Briefen oder Vorzeichnungen hilfreich. Wenig hilfreich ist nämlich die Tatsache, dass Annibale, Ludovico und Agostino Carracci in diesen Jahren eng und oft austauschbar zusammenarbeiteten. Die Entdeckung dieses Gemäldes, das auf eine römische Herkunft schließen lässt, ist ein weiteres Teil in diesem rätselhaften Puzzle (Los 310, Schätzpreis 3.000-5.000 Euro).

Unbedingt erwähnt werden muss auch dieses prächtige Stilleben mit Silberbecken und Blumen, Kirschen, Pflaumen und Granatapfel, das Abraham Brueghel (1631 Antwerpen - 1697 Neapel) zugeschrieben wird und aus dem späten 17. Jahrhundert stammt (Los 311, Schätzpreis 3.500-5.500 Euro). Die Charakteristika dieses Werks sind sein barocker Überschwang und die genaue Wiedergabe der Früchte, was typisch für römische Stillleben der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist.
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