Am 1. Juli 1969 wurde Prinz Charles in den Ruinen von Caernarfon Castle von seiner Mutter Königin Elizabeth II. in Gegenwart der Aristokratie seines Landes und Kameras aus aller Welt offiziell zum Prince of Wales gekrönt.
Die völlig fiktive Dekoration des Schauplatzes, die eines Hollywood-Blockbusters würdig gewesen wäre, hatte der Fotograf Antony Armstrong-Jones, 1st Earl of Snowdon, der mit der Schwester der Königin, Princess Margaret verheiratet war, entworfen. Dank seiner Kreativität und Erfahrung konnte er den neugierigen Kameras eine grandiose Inszenierung bieten: Riesige Banner mit den Wappen der walisischen Grafschaften, ein Podium für drei Throne und ein Zeltdach, das von dem Zelt Heinrichs VIII. während des prachtvollen Treffens mit dem französischen König auf dem Feld des Güldenen Tuches im Jahr 1520 nachempfunden war.

Auch ein Entwurf für die Plätze der mehreren tausend geladenen Gäste wurde von ihm erwartet. Lord Snowdon kreierte flammend rote Stühle mit dem Symbol des Prince of Wales in Blattgold auf der Rückenlehne. 4.600 Exemplare dieser Stühle wurden von Carl Toms und John Pound von der Firma Remploy für die Zeremonie hergestellt.
Nach der Veranstaltung wurden die Stühle zerlegt und, verpackt in flachen Karton, für jeweils 12 GBP zum Kauf angeboten, wobei die Gäste bei dem Stuhl, auf dem sie die Krönung verfolgt hatten, bevorzugt behandelt wurden. Offenbar wollte nicht jeder Gast seinen Stuhl käuflich erwerben, sodass Lord Snowdon 6 Exemplare mit nachhause nehmen konnte.
Die Stühle der Zeremonie, die heute noch existieren, können, je nach Zustand und Provenienz, auf Auktionen einige tausend Euro erzielen. So geschehen im Juli im englischen Auktionshaus Dreweatts, wo ein Stuhl für überdurchschnittliche 2.000 Euro verkauft wurde.

Dieses Ergebnis wurde am 24. September bei Christie's jedoch weit übertroffen, ebenso der Schätzpreis von 2.200 bis 4.300 Euro. Zum Aufruf kam ein Paar Stühle, das direkt aus der Sammlung seines Schöpfers Lord Snowdon stammte. Das Ergebnis lautete 47.900 Euro (inkl. Gebühren) und damit Weltrekord!
"Der Erfolg des Verkaufs beruht auf der Wertschätzung von Lord Snowdon und die Erinnerung an ihn, aber auch auf der Diskussion, die diese sehr persönliche Sammlung ausgelöst hat", erklärte Auktionsleiter Benedict Winter.

Die Auktion mit dem Titel "Snowdon: A Life in Art and Objects" umfasste 143 Lose, darunter mehrere Werke aus den verschiedenen kreativen Phasen im Leben Lord Snowdons, darunter ein fotografisches Porträt von David Hockney aus dem Jahr 1963, das für 8.900 Euro versteigert wurde. Laut Christie's zog die Auktion Sammler aus mehr als 20 Ländern an und stärkte Lord Snowdons Reputation in Großbritannien und im Ausland.
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