Eine außergewöhnliche Ballets Russes-Sammlung in Monte-Carlo

Anfang April versteigert das Hôtel des Ventes de Monte-Carlo eine außergewöhnliche Sammlung mit Kostüm- und Bühnenbildentwürfen der Ballets Russes.

Eine außergewöhnliche Ballets Russes-Sammlung in Monte-Carlo

"Ballett ist die interessanteste Form der Kunst, die auf wundersame Weise in Russland überlebt hat, während sie überall sonst verschwunden ist", sagte einst der russische Schriftsteller und Maler Alexandre Benois. Damit spielte er auf die enorme Bedeutung an, die Ballett in der Russischen Kultur einnimmt, seit es in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Zarenreich eroberte.

Boris Mikhaïlovitch Koustodiev (1878-1927), wohl Kostümentwurf für das Ballett "La tragédie de Salomé", signiert und datiert, 1914 | Foto: HVMC
Boris Mikhaïlovitch Koustodiev (1878-1927), wohl Kostümentwurf für das Ballett "La tragédie de Salomé", signiert und datiert, 1914 | Foto: HVMC

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts konnte das Ballet seine Position in Russland enorm ausbauen und etablieren. Der Besuch einer Ballettaufführung war sogar ein fester Bestandteil während der Krönungsfeierlichkeiten. Russland brachte eine große Anzahl bedeutender Tänzer und Choreografen hervor und mit Peter Tschaikowski auch jenen Komponisten, den man allgemein als erstes mit Ballettmusik in Verbindung bringt.

Natalia Sergueïevna Gontcharova (1881-1962), Bühnenbild für "Bagatelle", signiert und datiert, 1926 | Foto: HVMC
Natalia Sergueïevna Gontcharova (1881-1962), Bühnenbild für "Bagatelle", signiert und datiert, 1926 | Foto: HVMC

Den wichtigsten Grundstein für das Moderne Ballett wurde 1909 mit der Gründung des Ensembles Ballets Russes durch den Impresario Sergei Djagilew gelegt. Die Compagnie tourte durch Europa und machte dadurch nicht nur das russische Ballett im Ausland bekannt, sondern auch die moderne russische Kunstszene, deren Avantgardekünstler die aufgeführten Stücke mit Bühnenbildern und Kostümentwürfen ausstatteten. Kostüm und Bühnenbild wurden so zu einem bedeutenden Teil eines Balletts, ein Trend, der auch in Opern- und Theateraufführungen immer deutlicher wurde - auch nach der Auflösung der Ballets Russes im Jahr 1929, dem Todesjahr Djagilews.

Alexandra Alexandrovna Exter (1882-1949), Kostümentwurf für "La dame-fantôme", signiert und datiert, 1924 | Foto: HVMC
Alexandra Alexandrovna Exter (1882-1949), Kostümentwurf für "La dame-fantôme", signiert und datiert, 1924 | Foto: HVMC

Als Nachfolgecompagnie wurden 1932 die Ballets Russes de Monte Carlo gegründet, nachdem die Originalkompagnie ab 1910 ihren Sitz dort hatte. Die tänzerische Tradition hat seitdem ihren Fortbestand im Fürstentum Monaco: 1947 wird das Grand Ballet von Monte-Carlo gegründet, 1975 die Academy of Dance Princess Grace und schließlich 1985 Les Ballets de Monte-Carlo durch Prinzessin Caroline von Hannover.

Feodor Feodorovitch Fedorovski (1883-1955), Kostümentwurf für "Lohengrin", signiert und datiert, 1925 | Foto: HVMC
Feodor Feodorovitch Fedorovski (1883-1955), Kostümentwurf für "Lohengrin", signiert und datiert, 1925 | Foto: HVMC

Mit Hinblick auf diese Tradition ist Monte-Carlo natürlich der richtige Ort, um eine bedeutende Sammlung mit fast 300 grafischen Werken zum Thema Kostüm- und Bühnenbild der Ballets Russes zu versteigern. Zudem handelt es sich um eine monegassische Privatsammlung.

Alexandre Veniaminovitch Khvostenko-Khvostov (1895-1968), Kostümentwurf für "Carmen", signiert, ca. 1947 | Foto: HVMC
Alexandre Veniaminovitch Khvostenko-Khvostov (1895-1968), Kostümentwurf für "Carmen", signiert, ca. 1947 | Foto: HVMC

Mit der Versteigerung wurde das Hôtel des Ventes de Monte-Carlo betraut, das damit am 2. April in seine Auktionssaison 2019 für russische Kunst startet.

Alle Lose dieser einzigartigen Auktion können Sie gleich hier entdecken.