Antonio Saura - Spaniens bedeutender Nachkriegskünstler

Ende März versteigert Durán Arte y Subastas eine Reihe von Siebdrucken von Antonio Saura, einem der bedeutendsten Künstler Spaniens der Nachkriegszeit.

Antonio Saura - Spaniens bedeutender Nachkriegskünstler

Antonio Saura wurde 1930 im nordspanischen Huesca geboren, zog aber schon bald mit seiner Familie nach Madrid. Als Teenager erkrankte er an Tuberkulose, was eine fünf Jahre währende strenge Bettruhe zur Folge hatte. In dieser Zeit began er zu schreiben und zu malen. Er schuf surrealistische Fantasielandschaften, deren farbenprächtige Palette an jene von Hans Arp oder Yves Tanguy angelehnt war.

Antonio Saura, aus der Serie "Moi", Siebdruck, 1976) | Foto: Durán Arte y Subastas
Antonio Saura, aus der Serie "Moi", Siebdruck, 1976) | Foto: Durán Arte y Subastas

In den 1950er Jahren lebte Saura für längere Zeit in Paris, wo er Benjamin Péret traf und in Kontakt mit den Surrealisten der französischen Hauptstadt kam. Vor allem mit dem aus Ungarn stammenden Simon Hantaï verband ihn schon bald eine Freundschaft. Durch Hantaïs Einfluss näherte sich Saura der Abstraktion an.

In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre, er war mittlerweile nach Madrid zurückgekehrt, wandte sich Antonio Saura der figürlichen Malerei zu. Seine Arbeiten bestanden hauptsächlich auf Darstellungen von Frauen, Aktstudien, Selbstportraits und Kreuzigungsszenen. 1957 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe El Paso, die sich mit ihren Arbeiten, die dem Expressionismus, der Abstraktion, dem Surrealismus und vor allem dem Informel zuzuordnen sind, gegen die Kulturpolitik des Franco-Regimes wandte.

Antonio Saura, aus der Serie "Moi", Siebdruck, 1976) | Foto: Durán Arte y Subastas
Antonio Saura, aus der Serie "Moi", Siebdruck, 1976) | Foto: Durán Arte y Subastas

Die Gruppe löste sich jedoch nach drei bereits wieder auf. In dieser Zeit lernte Saura den Kunstsammler Michel Tapié kennen, der sein Förderer wurde und seine erste Einzelausstellung in Paris organisierte. Es folgten weitere in München und New York und die großen Museen begannen, Sauras Werke in ihre Sammlungen aufzunehmen.

Antonio Saura widersetzte sich zeitgenössischen Trends und wechselte von einer bunten zu einer gedeckten Palette mit schwarzen, blauen und braunen Farbtönen. Und er begann, sich als Illustrator einen Namen zu machen. Auf seinem Arbeitstisch landeten mehrere Schwergewichte der Weltliteratur, darunter Don Quijote von Miguel de Cervantes, 1984 von George Orwell und die Tagebücher Franz Kafkas.

Antonio Saura, aus der Serie "Moi", Siebdruck, 1976) | Foto: Durán Arte y Subastas
Antonio Saura, aus der Serie "Moi", Siebdruck, 1976) | Foto: Durán Arte y Subastas

In den späten 1960er Jahren zog es Antonio Saura erneut nach Paris, wo er in der Oppositionsbewegung gegen das Franco-Regime aktiv war und an Debatten über Politik, Ästhetik und künstlerisches Schaffen teilnahm.

Zu einer weiteren Wende in der Karriere Sauras kam es in den 1970er Jahren, als er die Malerei aufgab und sich ausschließlich auf die Grafik konzentrierte. 1976 schuf er die Siebdruckserie Moi.

Antonio Saura, aus der Serie "Moi", Siebdruck, 1976) | Foto: Durán Arte y Subastas
Antonio Saura, aus der Serie "Moi", Siebdruck, 1976) | Foto: Durán Arte y Subastas

In jenen Jahren wandte er sich erneut dem Schreiben zu, die ersten Texte wurden 1977 veröffentlicht. Zudem erweiterte er sein Œuvre an der Seite seines Bruders, dem Regisseur Carlos Saura, und schuf Bühnenbilder für Theateraufführungen, Ballette und Opern.

Antonio Saura starb 1998 im Alter von 67 Jahren in Cuenca.

Am 28. März versteigert Durán Arte y Subasta 15 Arbeiten von Antonio Saura in Madrid. Der Großteil entstammt der oben genannten Siebdruckserie Moi.

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