Am 26. und 27. März lohnt es sich für Kunst- und Antiquitätenfreunde sich auf die Lauer zu legen, denn an diesen beiden Tagen findet die Frühjahrsauktion im Bamberger Kunstauktionshaus Schlosser statt. Während am ersten Auktionstag europäische Malerei, Graphik und Skulpturen auf dem Programm stehen, dürfen Liebhaber und Sammler sich am zweiten Tag über Kunsthandwerk und Antiquitäten aus fünf Jahrhunderten freuen.

Zum Auftakt kommt die mit 305 Losen umfangreichste Kategorie der Auktion zum Aufruf. Die Gemälde wurden von europäischen Meistern aus mehreren Jahrhunderten ausgeführt. Eine dem flämischen Stilllebenmaler Peter van Boucle zugeschriebenes Werk entstammt dem Zeitalter des Barock. Protagonist des Bildes ist ein zwischen Austern und Zwiebeln liegender Karpfen, den eine neugierige Katze gerne als ihre Beute beanspruchen möchte. Van Boucle ergänzte seine Stillleben oft mit Katzen oder auch Hunden.

Von dem auf Pferdemotive spezialisierten Maler Alfred Dedreux kommt das auf 1852 datierte Ölgemälde Der Spazierritt zum Aufruf. Dargestellt ist vor einer Gebirgslandschaft ein Reiter, der, gefolgt von zwei Jagdhunden, zwei weitere Pferde am Zügel führt. Ein hübsches Detail sind die neugierigen Blicke, mit denen sich das schwarze Pferd und der hintere Hund beäugen.

Rund 80 Jahre jünger ist das Gemälde Passanten am Quai eines Hafens in der Bretagne des polnisch-französischen Malers Henri Epstein. Epstein lebte und arbeitete ab 1912 in Paris, malte vor allem Stillleben und Landschaften und war mit Künstlern wie Chagall, Modigliani und Utrillo befreundet.

Unter den Grafiken ist vor allem die Farblithographie Homenatge a Joan Prats (Katalanisch für „Hommage an Joan Pratt“) von Joan Miró hervorzuheben. Joan Prats i Vallès war Unternehmer sowie Kunstsammler und -förderer. Er lebte zeitweilig in Paris und war mit Paul Klee, Max Ersnt und Joan Miró befreundet. Prats war auch einer der Initiatoren der Fundació Joan Miró in Barcelona.

In der darauf folgenden Kategorie „Plastik – Kunsthandwerk“ kommt neben figürlichen Skulpturen, Büsten, religiösen Arbeiten und einer spannenden Sammlung mit historischen Backmodeln auch dieses Paar zweiflammiger Kaminleuchter zum Aufruf. Geschaffen von Claude Michel Clodion, stellen die Leuchter zwei vollplastische Putti dar, von denen einer als Faun zu erkennen ist. Als Sockel dient jeweils ein Säulenstumpf aus grau-weiß gemastertem roten Marmor.

Der zweite Auktionstag wird von der Porzellan-Offerte eröffnet. Hier begegnet uns das Löwenpaar aus unserem Titelbild wieder, das von Max Hermann Fritz 1934 für Rosenthal entworfen wurde. Sehr naturalistisch ist nicht nur die Gestaltung, sondern auch die Darstellung der Löwin als die eigentliche Jägerin. Das Männchen wird sich von der Beute später dennoch den „Löwenanteil“ sichern.

In der Kategorie „Fayence – Keramik“ zählt diese große Majolika-Platte (Ø 44,3 cm) mit Melonenrippen. Das Stück wurde im 17. oder 18. Jahrhundert vermutlich in Faenza hergestellt. Seinen Spiegel ziert ein Wappen mit drei Elefantenköpfen.

Nach Glas, Schmuck, Vitrinenobjekten und Silber richtet sich der Fokus auf die Kategorie „Jugendstil – Studioglas – Angewandte Kunst & Design“. Hier kommen gläserne Arbeiten aus Murano zum Aufruf, aber auch diese ovale Vase der Gebrüder Daum aus Nancy. Die interessante Vase wurde um 1920 aus farblosem Glas mit grünen, braunen und ockerfarbenen Pulvereinschmelzungen geschaffen. Über die Wandung „krabbeln“ drei applizierte Käfer, die mit bunten Bröseln eingefärbt wurden.

So wie die Gemälde und das Kunsthandwerk, stammen auch die Möbel und Einrichtungsgegenstände aus vielen verschiedenen Epochen. Dieses kleine österreichische Kabinett ist eine Arbeit aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Innenseiten der Türen sind mit mythologischen Szenen bemalt, die Schübe mit zarten Blütenzweigen.

Aus dem unterfränkischen Kitzingen stammt dieses Biedermeier-Tafelklavier. In der Epoche des Rückzugs ins Privatleben waren familiäre Musikabende im Kreise von Freunden eine beliebte Art der Unterhaltung.

Auch die abschließende Offerte mit Asiatica und außereuropäischer Kunst hat viel Schönes und Interessantes im Angebot, darunter diese runde Rotlackdose, die um 1780 in China hergestellt wurde. Umgeben von einem floralen Dekor zeigt die Schnitzerei auf dem Deckel zwei Gelehrte nebst Diener in einer detailreich gestalteten Landschaft mit architektonischen Elementen.

Dieses als Symbol der Fruchtbarkeit dienende Fisch-Pärchen aus fein geschnitzter Jade war ursprünglich Teil eines Gehänges. Ausgeführt wurden sie im China der Sung- oder Ming-Dynastie (12.-16. Jahrhundert).
Die Versteigerungen, die ohne Saalpublikum stattfinden müssen, beginnen am ersten Auktionstag um 15 Uhr und am zweiten Auktionstag um 11 Uhr. Geben Sie Ihre Gebote über den schriftlich, telefonisch oder online (auch als Live-Gebote während der Auktion) ab. Ein Besuch der Ausstellung ist nur nach Terminabsprache möglich.
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