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Magazin/Gemälde/Auktionsrekord für einen Kritiker

Auktionsrekord für einen Kritiker

Am vergangenen Wochenende konnte das Kölner Auktionshaus Lempertz einen neuen Spitzenpreis für den bedeutenden Vertreter des Realismus Wilhelm Leibl erzielen.

23. November 2023Gritta von Toll
Wilhelm Leibl (1844 Köln - 1900 Würzburg), Ein Kritiker, 1868, signiert und datiert, Öl/Holz, 67 x 55 cm. Foto © Lempertz (Detail)

Wilhelm Leibl (1844 Köln - 1900 Würzburg), Ein Kritiker, 1868, signiert und datiert, Öl/Holz, 67 x 55 cm. Foto © Lempertz (Detail)

Am 18. November stand bei Lempertz in Köln die Auktion „Alte Kunst und 19. Jahrhundert“ auf dem Programm. Als eines der Highlights kam das Gemälde Ein Kritiker zum Aufruf, mit dem dem damals 24-jährigen Wilhelm Leibl 1869 der Durchbruch als Maler gelang.

Geboren in Köln, erhielt Leibl seinen ersten Unterricht in der Malerei in seiner Heimatstadt am Rhein. Im Alter von 20 Jahren wechselte er an die Isar und studierte an der Königlichen Kunstakademie in München, 1868 in der Meisterklasse von Carl Theodor von Piloty. In jenem Jahr malte Leibl ein Bild, das eine Szene zum Thema hatte, wie sie jeder Künstler nur allzu gut kennt: der Besuch eines Kritikers im Atelier – ein von vielen Hoffnungen und Ängsten geprägter Moment.

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Wilhelm Leibl (1844 Köln - 1900 Würzburg), Ein Kritiker, 1868, signiert und datiert, Öl/Holz, 67 x 55 cm. Foto © Lempertz

Ein Kritiker war eines von fünf Gemälden, die Wilhelm Leibl für die im Folgejahr stattfindende „I. Internationale Kunstausstellung im königlichen Glaspalaste“ in München einreichte. Neben Bildnis der Mina Gideon (1869, Neue Pinakothek, München, dort als Bildnis der Frau Gedon) erhielt es die besten Kritiken und bedeutete den Durchbruch für seinen Schöpfer. Während der Kunstausstellung lernte Leibl den ebenfalls teilnehmenden französischen Meister des Realismus, Gustave Courbet, kennen, der ihn nach Paris einlud und großen Einfluss auf sein Schaffen haben sollte.

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Wilhelm Leibl (1844 Köln - 1900 Würzburg), Bildnis der Frau Gedon, 1869, Öl/Lwd., 119,5 x 95,5 cm. Foto gemeinfrei

Während das Bildnis der Mina Gideon mit nach Paris reiste und dort im Salon mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, hatte Leibl seinen Kritiker noch vor der Ausstellung verkaufen können. Das Werk befand sich seitdem durch Erbfolge in Privatbesitz im Rheinland und wurde bei Lempertz zum ersten Mal überhaupt auf dem Auktionsmarkt angeboten. Geschätzt auf 200.000-250.000 Euro, erzielte Ein Kritiker schließlich 419.000 Euro, was einen neuen Rekord für Wilhelm Leibl bedeutete.

Weitere Neuigkeiten vom Auktionsmarkt finden Sie im Barnebys Magazin!

wilhelm leibldeutscher malerrealismusrekord

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Über den Autor

Gritta von Toll

Gritta von Toll ist die Redakteurin für das deutsche Barnebys Magazin. Gritta geht den Dingen mit Vorliebe auf den Grund. Zunächst während ihres erfolgreich abgeschlossenen Studiums der Ur- und Frühgeschichte und Archäologie, seit 2015, nach einem kurzen Abstecher in die Welt der Werbung, für Barnebys, wo sie in die Kunstgeschichte eintaucht, um vergangene Epochen dem heutigen Leser näher zu bringen.

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