Die 60 Zentimeter hohe Vase zeigt drei blaue Drachen auf gelbem Grund. Gelb galt im alten China als die Kaiserliche Farbe. Als Entstehungszeit war im Katalog von Genève Enchères der Beginn des 20. Jahrhunderts angegeben. Die Vase trägt zudem eine apokryphe Marke der Qianlong-Periode (1736-95).

"Wir erleben immer wieder, wie schwierig es ist, derartige Stücke wie die vorliegende Vase mit Sicherheit zu authentifizieren, selbst wenn wir weitere Experten hinzuziehen", erklärt Auktionator Olivier Fichot gegenüber Barnebys. "Mit Zustimmung des Einlieferers haben wir es daher vorgezogen, bei der Schätzung vorsichtig zu bleiben."
Zwei Bieter - einer im Auktionssaal und ein weiterer am Telefon - waren jedoch sicher, dass es sich bei der Vase um ein Original des 18. Jahrhunderts handeln muss, sodass ein Bietergefecht von mehr als 10 Minuten Dauer entbrannte. Den Zuschlag erhielt schließlich der aus Asien stammende Bieter im Saal bei der unglaublichen Summe von 5 Millionen Schweizer Franken (ca. 4,3 Millionen Euro).

"Der Zuschlagpreis entspricht dem Zehntausendfachen des im Katalog angegeben unteren Schätzpreises", sagt Olivier Fichot. "Bereits einige Tage vor der Auktion bewerten wir das große Interesse an dem Objekt, ein solches Ergebnis hätten wir uns aber niemals vorstellen können. [...] Wir sind sehr erfreut, die gesamte Auktion war ein großer Erfolg."
Die Vase war Teil einer besonderen Genfer Sammlung mit asiatischer Kunst, die am 21. September bei Genève Enchères versteigert worden war. Der bisherige Rekordpreis des Auktionshauses, des von den drei jungen Mitarbeitern Olivier Fichot, Bertrand de Marignac und Cyril Duval geführt wird, wurde für eine bronzene Buddha-Statue gezahlt. Der erzielte Preis lag dabei bei 550.000 Schweizer Franken (ca. 480.000 Euro).

Das unglaubliche Ergebnis, das bei der Versteigerung der chinesischen Vase erzielt wurde, ist ein weiterer Beweis dafür, das der Aufwärtstrend für asiatische Kunst auf dem Auktionsmarkt noch lange nicht abgeschlossen ist.
