Uhren und Schmuck sind die beiden Spezialgebieten des Hamburger Auktionshauses Cortrie. Am 30. Oktober steht dort die erstgenannte Kategorie auf dem Programm. Von den insgesamt 289 Losen der spannenden Offerte haben wir neun Highlights für Sie herausgepickt.

Ganz oben auf unserer Liste steht eine der schönsten Taschenuhren der Offerte, deren Emailledekor mit Blättern, Blüten und Beeren an die Stücke der beiden französischen Jugendstil-Juweliere Lucien Gautrait und Georges Fouquet erinnert. Die Uhr mit acht Komplikationen wurde für die Pariser Weltausstellung von 1900 angefertigt und ist sehr wahrscheinlich ein Unikat, das mit einer Qualität der Gehäusedekoration besticht, wie sie nur selten anzutreffen ist.

Diese Goldsavonette mit Minutenrepetition und Doppelchronograph „Rattrapante" von A. Lange & Söhne kann zwar nicht mit einer außergewöhnlichen schönen Verzierung aufwarten, dafür aber mit einer interessanten Geschichte. Die Uhr stammt aus einer Auflage von nur 25 Stück und wurde 1939 aus Glashütte nach Berlin geliefert. Von dort aus ging es weiter nach Schweden, wo Nils Westberg, Vorstandsmitglied von AGA-Gas, sie als Geschenk erhielt. Bis 2020 befand sich die Uhr, deren Sprungdeckel das Monogramm „NW“ ziert, im Besitz der Erben Westbergs.

Angeführt wird die Offerte jedoch nicht von einer dieser beiden Taschenuhren, sondern von einer sehr frühen Nautilus Jumbo 3700 mit seltener Doppelsignatur PP & Beyer und Tropical Dial. Patek Philipp brachte die Nautilus aus Stahl 1976 mit der Referenznummer 3700 auf den Markt, um eine qualitativ hochwertige Sportuhr anbieten zu können.

Ein weiteres Highlight von Patek Philippe kommt mit dieser Armbanduhr Offizier von ca. 1912 zum Aufruf. Ausgestattet ist die Uhr mit einer bei damaligen Patek Philippe-Armbanduhren nur selten anzutreffenden Zentralsekunde und einem gravierten Königs- oder Adelswappen auf der Rückseite des gelbgoldenen Gehäuses.

100 Jahre alt ist es alt, das gleichermaßen präzise wie auch seltene Lister-Tourbillonwerk mit zweiarmigem Käfig der englischen Uhrmacher W. Lister & Sons, das in ein Gelbgoldgehäuse von Fred Thoms montiert wurde. Als einzigartig qualitätsvolles Stück, war die Uhr bis zum vergangenen Jahr Teil einer der umfangreichsten und bedeutendsten Sammlung von Tourbillons, nachdem sie 17 Jahre zuvor für sensationelle 267.500 CHF in Genf versteigert worden war.

Aus der Sammlung des amerikanischen Bergbauingenieurs Sir A. Chester Beatty, der Konzerne auf der ganzen Welt besaß („Kupferkönig“) stammt diese museale Rokoko-Taschenuhr mit Chatelaine, die um 1750 für den russischen oder chinesischen Markt in England hergestellt wurde. Beatty war ein leidenschaftlicher Sammler westlicher und orientalischer Objekte, die Kunstgegenstände genauso umfassten wie Papyrushandschriften des Alten Ägypten.

Nicht nur für den chinesischen Markt, sondern vermutlich sogar im Auftrag des chinesischen Kaisers wurde, ebenfalls im 18. Jahrhundert, diese bedeutende astronomische Kutschenuhr vom Londoner Uhrmacher, Juwelier und Unternehmer James Cox angefertigt. Kaiser Qianlong war von Cox’ Erzeugnissen sehr angetan und wahrscheinlich war eine identische Uhr, die Sotheby’s 2012 in einer Sonderauktion mit Schätzen des Qing-Kaiserhofes versteigerte, die Schwesteruhr der Vorliegenden.

Kehren wir zum Schluss noch einmal zu den Armbanduhren der Offerte zurück. Hier darf eine der frühesten Exemplare der Blancpain Fifty Fathoms von ca. 1954 keinesfalls unerwähnt blieben. Die Uhr mit Leuchtindizes und -zeigern stammt aus erster Hand und wurde noch nie auf einer Auktion angeboten.

Um en weit jüngeres Sammlerstück handelt es sich bei dieser Aviator GMT The World CLOISONNÉ von Vulcain von 2008. Von der Uhr mit drehbarer Weltzeit-Lünette und einem Zifferblatt, das eine Weltkarte aus Cloisonné-Emaille ziert, wurden lediglich 30 Exemplare hergestellt. Das vorliegende trägt die Nummer 19.
Die Auktion mit hochwertigen Sammleruhren findet am 30. Oktober von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr bei der Karl-Heinz Cortrie GmbH, Süderstraße 282, in Hamburg statt. Ein Besuch der Ausstellung ist dort täglich noch bis zum 29. Oktober möglich.
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