Am 6. und 7. September lädt die Teutoburger Münzauktion erneut ein zur Versteigerung seltener numismatischer Schätze. Insgesamt kommen mehr als 4000 Münzen aus aller Welt und vielen Epochen zum Aufruf. Abgerundet wird das Angebt mit Banknoten, Militaria, Briefmarken und mehr.
Angeführt wird die Offerte von einer außergewöhnlichen Sammlung von rund 1380 Scheinen aus Düsseldorf und Umgebung, die aus den Jahrzehnten ab dem späten 19. Jahrhundert bis hin zur Britischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg stammen.

Mit dabei sind 2-20 Billionen Mark-Scheine aus Kaiserswerth, die im Dezember 1923 ausgegeben wurden, bevor es zur Währungsreform von 1924 kam, die die zehn Jahre zuvor begonnene Inflation aufhalten sollte. Des Weiteren umfasst die Sammlung seltenes Brückengeld, Fähr- und Fahrscheine, Briefmarkengeld sowie drei Druckplatten für Notgeld.
Ein weiteres Highlight ist ein Zwitter-Tallero aus der piemontesischen Grafschaft Desana von 1618/30. Die Münze der Grafschaft, die damals ein kaiserliches Lehen war, griff für die Gestaltung des Talers auf Vorbilder aus Salzburg und Mansfeld zurück.

Die Löser genannten Schaumünzen mit mehrfachem Talerwert wurden im 16. Jahrhundert von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel eingeführt. Sie waren repräsentativ und sollten den Reichtum der herzoglichen Silberminen im Harz verdeutlichen. Auch das vorliegende Exemplar von 1685 zeigt Bergwerksanlagen im Hintergrund.

Eine Goldmedaille aus Baden-Durlach, die 1835 aus unbekanntem Grund geprägt wurde, zeigt den Großherzog Leopold I. von Baden und seine Frau Sophie Wilhelmine von Holstein-Gottorf, Tochter des schwedischen Königs Gustav IV. Dieses in Gold geprägte Exemplar ist das einzige im Handle bekannte.

In einem so guten Erhaltungszustand äußerst selten ist dieser österreichische Golddukat aus Hall. Die Münze ohne Jahresangabe zeigt Joseph I., der von 1705 bis 1711 römisch-deutscher Kaiser war. Eine Goldmedaille erinnert an den Besuch eines anderen Kaisers aus dem Hause Habsburg in der Mailänder Münze im Jahr 1816: Franz I. von Österreich, der zehn Jahre zuvor den Titel eines römisch-deutschen Kaisers abgelegt hatte.

Zwei weitere seltene Münzen sind ein Taler aus dem Bistum Bamberg von 1687 sowie eine spektakuläre Großgoldmünze aus dem lombardischen Retegno, dessen Herrscher 1654 von Kaiser Ferdinand III. das Münzrecht erhalten hatten. Die Bamberger Münze zeigt den damaligen Domherrn, Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg, einem Verwandten des Widerstandskämpfers von 1944.

Um ein Prachtexemplar handelt es sich auch bei einer 2 Rupien-Münze von 1893 aus Deutsch Ostafrika, die auf einer Seite Kaiser Wilhelm II. zeigt und auf deren SEite das Wappen der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft.

Interessant ist auch eine albanische 500 Leke-Münze, die 1968 in limitierter Auflage anlässlich des 500. Todestages des Nationalhelden Prinz Skanderbeg ausgegeben wurde. Skanderbeg spielte im 15. Jahrhundert als Militärkommandeur eine wichtige Rolle im Kampf der Albaner gegen das Osmanische Reich. Ein Jahr zuvor war in Haiti ein Münzset ausgegeben worden, das an ein wesentlich jüngeres Ereignis erinnern sollte, nämlich an die Revolution von 1957. Das Set wird von seinem originalen Etui sowie einem Zertifikat begleitet.

Um die Zusammensetzung ihrer Münzschätze einmal untersuchen zu können, lohnt sich ein Blick in das ebenfalls angebotene Zubehör. Das hier offerierte Gerät mit Originalkoffer aus dem Jahr 2014 ist in neuwertigem Zustand.
Die Versteigerungen finden bei der Teutoburger Münzauktion in der Brinkstraße 9 in Borgholzhausen statt. Beginn ist am 6. und 7. September jeweils um 10 Uhr. Vorbesichtigungen sind zwei Stunden vor Auktionsbeginn sowie nach Absprache möglich.
