Chinesischer Teller erzielt deutschen Rekordpreis des Jahres

And the winner is... ein grünlich-grauer Teller mit Craquelée aus China! Das seltene Stück wurde Anfang Dezember bei Lempertz in Köln versteigert und erzielte das beste deutsche Ergebnis für asiatische Kunst 2018.

Chinesischer Teller erzielt deutschen Rekordpreis des Jahres

Der 7. und 8. Dezember standen im Kölner Auktionhaus Lempertz voll und ganz im Zeichen der asiatischen Kunst. Neben Stücken aus China, Südostasien, Indien, Tibet und Nepal kamen auch japanische Netsuke, Inro und Sagemono aus Privatsammlungen zum Aufruf, darunter der zweite Teil der Sammlung Papp.

Mit dem höchsten Schätzpreis (200.000-250.000 Euro) ging ein Ge-Teller an den Start. Ge-Ware bezeichnet eine chinesische Keramik der Südlichen Song-Dynastie, die von 1126–1279 über das Kaiserreich herrschte. Das Wort chinesische Wort "Ge" bedeutet "älterer Bruder" und könnte auf den Erfinder der Ware, die ihren Namen erst in späterer Zeit erhielt, hindeuten. Vermutlich handelt es sich um den älteren von zwei Brüdern, die an den berühmten kaiserlichen Brennöfen von Longquan arbeiteten.

Den Rand des seltenen Ge-Tellers der Südlichen Song-Zeit/Yuan-Zeit (1127-1368) ziert ein feiner Goldfaden | Foto: Lempertz
Den Rand des seltenen Ge-Tellers der Südlichen Song-Zeit/Yuan-Zeit (1127-1368) ziert ein feiner Goldfaden | Foto: Lempertz

Der Brennofen von Longquan war einer einer der fünf wichtigen Brennöfen der Song-Dynastie und vor allem für seine feine Celadon-Keramik bekannt, die möglicherweise vom jüngeren der beiden Brüder entwickelt worden war.

Das herausragende Merkmal der gräulichen Ge-Ware ist ihre mit Craquelée verzierte Oberfläche. Beim vorliegende Teller wurde dieser Effekt mithilfe eines Eisendrahtes erzielt.

Auf der Unterseite des Tellers enthüllen fünf Brandstützspuren den dunkelbraunen Scherben des Tellers | Foto: Lempertz
Auf der Unterseite des Tellers enthüllen fünf Brandstützspuren den dunkelbraunen Scherben des Tellers | Foto: Lempertz

Die Versteigerung des äußerst seltenen Tellers von nur 14 Zentimetern Durchmesser wurde von den Bietern im Saal mit Spannung erwartet. Als es soweit war, kam es zwischen ihnen und weiteren Interessenten am Telefon zu einem eifrigen Bietergefecht. Die Gebote begannen bei 150.000 Euro und endeten erst bei 1,125 Millionen Euro. Den Zuschlag erhielt ein Bieter aus China, der den Teller nun in dessen Heimat zurückbringen wird.

Das Ergebnis, bei dem sich der Startpreis mehr als verfünffachte, ist das beste Ergebnis für ein Stück asiatischer Kunst, das 2018 in Deutschland versteigert wurde.

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