Vom 15.-24. September finden im dänischen Auktionshaus Bruun Rasmussen acht Auktionen statt. Die Kataloge bieten alles von moderner Kunst und Design bis hin zu Antiquitäten und Luxusuhren. Hier sind unsere sechs Favoriten.
1925, nachdem er den Fokus seiner Arbeit von Holzschnitten und Malerei auf die Herstellung von Steinzeugobjekten geändert hatte, gelang Axel Salto der große Durchbruch auf der Weltausstellung in Paris. Die Inspiration für seine prägnanten Oberflächen lieferte ihm die Natur. Seine naturalistischen und organischen Werke wahren auf der Weltausstellung ein unmittelbare Erfolg und sind seitdem bei Sammlern gefragt. Für diese lohnt sich der Blick in den Auktionskatalog von Bruun Rasmussen auf jeden Fall, ist Salto dort doch mit einer Reihe von Arbeiten vertreten, u. a. mit einer Steinzeugvase von 1956.

Bereits im Alter von 30 Jahren wurde Finn Juhl für seine Architekturarbeiten mit Preisen ausgezeichnet. 1945 verließ er jedoch das Architekturbüro, in dem er gearbeitet hatte, um statt dessen eine Designstudio zu eröffnen, wo er sich auf die Gestaltung von Innenräumen und Möbel konzentrieren wollte. Noch im selben Jahr schuf Juhl eines seiner ikonischen Möbelstücke, den Sessel FJ 45. Das elegante Sitzmöbel wurde schnell zum Ideal des modernen Designs und wurde sogar als der "modernste unter den modernen Stühlen" bezeichnet.
Finn Juhl war ein innovativer Designer, der ständig die Grenzen von Materialien und Formen überschritt. Die gepolsterten Elemente in einem luftigen Rahmen waren etwas völlig Neues und setzten einen neuen Standard für das Handwerk. Angeblich hat Juhl den Sessel in nur vier Stunden entworfen und sich dafür von den Stahlrohrmöbeln des Bauhauses inspirieren lassen. Bis in die 1970er Jahre wurde FJ 45 von Niels Vodder hergestellt und ist zu einem echten Designklassiker geworden, der auch im MoMA in New York ausgestellt wird. Bei Bruun Rasmussen haben sie nun die Gelegenheit, ein Exemplar aus den 1960er Jahren aus brasilianischem Rosenholz zu ersteigern.

Ein weiterer Designklassiker ist Hans J. Wegners JH 521, den der dänische Architekt 1953 für Johannes Hansen entwarf. Der Stuhl ist eine moderne Variante eines englischen Windsor-Sessels, der im frühen 18. Jahrhundert in Bauernhäusern und ländlichen Gasthäusern zu finden war. Wegner bewundert die Einfachheit dieser Stühle und schuf daher mit dem Peacock Chair (PP550) eine eigene Variante. JH 521 war eine Weiterentwicklung des Peacock Chairs, der aufgrund seiner komplizierten Konstruktion in nur wenigen Exemplaren hergestellt wurde und daher recht teuer war. Das bei Bruun Rasmussen angebotene Exemplar des JH 521 wurden vom Vater des Einlieferers erworben, der als Möbelschreiner bei Johannes Hansen gearbeitet hatte.

Die italienische Designerin Gabriella Crespi wurde in den 1960/70er Jahren mit ihren skulpturalen Möbel bekannt. Ihre Inspirationsquellen waren die Moderne und der Jugendstil, denen sie futuristische und minimalistische Elemente beifügte. Mitt der 1970er Jahre schwebte Crespi der Entwurf einer Lampe vor, die genauso leuchtet wie das Sonnenlicht. Das Ergebnis war die Tischlampe Fungo aus Messing, Bambus und Acryl. In der Auktion kommt ein Paar dieser Lampen zum Aufruf, die jeweils beeindruckende 95 cm hoch sind.

Doch steht bei Bruun Rasmussen nicht nur modernes Design auf dem Programm. Unter den hunderten Losen mit Antiquitäten befindet sich auch dieser wunderschöne Kabinettschrank des deutschen Meisters Johann Friedrich Köster. Köster war Tischlermeister in der damals dänischen Stadt Altona, die im 18. Jahrhundert ein wichtiges europäisches Zentrum für Möbelherstellung war. Das Kabinett stammt aus der Übergangszeit zwischen Rokoko und Klassizismus um 1770/80. Der Korpus aus Walnussholz ziert ein vergoldetes Dekor in der Form von Blüten und Blättern.

Zu den Pionieren des dänischen Expressionismus gehörte Harald Giersing, der zu seinem eigenen künstlerischen Ausdruck fand, nachdem er sich 1906 in Paris niedergelassen hatte. Dort lernte er Künstler wie Paul Gauguin, Édouard Manet, Paul Cézanne, Paul Signac und Georges Braque kennen. In dem ihm eigenen künstlerischen Stil mit einfachen und rauen Pinselstrichen schuf er Landschaftsbilder und Porträts. 1922 stellte Giersing eine Reihe von schwarz-grauen Bildern in Kopenhagen aus, für die er unerwartet positive Kritiken erhielt. Ob das vorliegende Gemälde mit einer lesenden Dame von 1921 auch in der Ausstellung gezeigt wurde?
Die Kataloge begeistern des Weiteren mit Werken von Lucio Fontana, Pablo Picasso und Nikki de Saint Phalle sowie mit exklusivem Schmuck und Armbanduhren.
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