Im Katalog zur Auktion Contemporary Art & Design finden sich die Namen großer internationaler Künstler wie Andy Warhol, Banksy und Jim Nutt. Aber auch schwedische Stars wie Nathalie Djurberg & Hans Berg sowie Karin Mamma Andersson finden ihren Platz. Zu den interessantesten Designobjekten zählen sicherlich die Werke von Ettore Sottsass, Meret Oppenheim und Fredrik Nielsen. Die Herbstauktion findet am 26. Oktober statt. Später am selben Tag kommen im Rahmen der Versteigerung Important Timepieces unter anderem noch Uhren von Audemars Piguet, Rolex und Patek Philippe zum Aufruf.

Nach seinem Studium am Chicago Institute of Art gründete der amerikanische Künstler Jim Nutt zusammen mit seinen Kollegen Gladys Nilsson, Art Green, Suellen Rocca, Jim Falconer und Karl Wirsum die Künstlergruppe "Hairy Who?“. Sie waren zwischen 1966 und 1969 aktiv, einer Zeit des Protests und der Befreiung. Ihre Kunst war bewusst grell und grotesk, um ihre politischen Ideen zu vermitteln. Der große Durchbruch gelang Nutt 1972, als er eingeladen wurde, die Vereinigten Staaten auf der Biennale von Venedig zu vertreten. Daraufhin folgten mehrere internationale Ausstellungen. Anfang der 1980er Jahre begann eine neue Phase in seiner Malerei: seine Palette wurde nun zurückhaltender und seine Formensprache strenger. Seit 1987 malte er nur noch Porträts von imaginären Frauen, von denen er auch nur eines pro Jahr fertigstellte. Auf der Herbstauktion wird eines seiner Gemälde angeboten, das aus dem Jahr 1992 stammt. Die geometrischen Formen und die braune Farbgebung sind typisch für Nutt, der sich sowohl von der Renaissance als auch vom Kubismus inspirieren ließ.

Alltägliche Eindrücke und kunsthistorische Bezüge verschmelzen in den träumerischen Bilderwelten von Karin Mamma Andersson, die heute zu einer der wichtigsten schwedischen Künstlerinnen mit internationalem Renommee gehört. Ihre feinen Kompositionen lassen sich als Landkarten der Erinnerung beschreiben; denn ihre Werke erzählen Geschichten über Kindheit und Liebe verwoben mit der nordischen Natur. In ihren Bildern verschwimmen oft die Grenzen zwischen innerem und äußerem Raum, wie in diesem besonderen Werk, in dem Tanzfläche und Landschaft auf subtile Weise miteinander verschmelzen. Sie greift insbesondere auf Kindheitserinnerungen zurück, die sie weder zu verurteilen noch zu vergessen sucht. Andersson spricht die Sprache der leisen Zwischentöne, voller Poesie, wie in ihrem Werk „Skoldans“ („Schultanz“), in dem junge Tänzer und Tänzerinnen gleichermaßen zärtlich wie melancholisch porträtiert werden. 2003 stellte sie auf der Biennale von Venedig aus und hatte seitdem Einzelausstellungen im Moderna Museet in Stockholm und im Louisiana Modern Museum of Art in Dänemark.

Ettore Sottsass verband in seinen Designs Fröhlichkeit mit Komfort. Farbe, Beleuchtung und vor allem eine gute Portion Humor standen im Mittelpunkt seiner Entwürfe, die von Kunstglas bis hin zu Leuchten und Möbeln reichten. Der Ultrafragola-Spiegel hat mittlerweile Kultstatus erreicht und ist zum Inbegriff der kühnen und glamourösen siebziger Jahre geworden. Sottsass ist vor allem dafür bekannt, dass er in den frühen 1980er Jahren die Memphis Group gründete, ein internationales Designkollektiv mit Sitz in Mailand. Ihr auffälliger und spielerischer Stil brach mit der hochtrabenden Ernsthaftigkeit der Moderne und wird heute gemeinhin als postmodern bezeichnet.

Der Surrealismus wollte nicht nur die Kunst revolutionieren, sondern vertrat eine völlig neue Weltsicht, in der Träume und die Fantasie im Mittelpunkt standen. Der Original-Traccia-Tisch von Meret Oppenheim, der 1938 zum ersten Mal ausgestellt wurde, ist ein herrliches Beispiel für diese Sichtweise. Als originelle Tischbeine fungieren Vogelbeine, die ein bisschen Fantasie in den Alltag zaubern. Die 1913 in Berlin geborene Künstlerin kam in der Zwischenkriegszeit in die Schweiz und schloss sich dort der surrealistischen Kunstbewegung an. Sie war fasziniert von Formen, die dem Tierreich entlehnt waren. Eines ihrer bekanntesten Werke ist daher auch eine mit Pelz überzogene Teetasse, die im MoMA in New York ausgestellt wird. Sie ist auch in der Sammlung des Moderna Museet in Stockholm mit dem Werk „My Governess“ ("Meine Gouvernante") (1936) vertreten – ein Paar weiße Pumps, die wie ein Brathähnchen zusammengebunden sind.

Hip-Hop und Graffiti sind wahrscheinlich nicht die ersten Dinge, die wir mit Glaskunst in Verbindung bringen. Aber genau mit solchen Erwartungshaltungen will Fredrik Nielsen brechen. Er spielt mit Konventionen und vorgefassten Meinungen. Genau deswegen verwendet er leuchtende Farben und lässt sich von der Popkultur inspirieren. Schon als Kind war er von den materiellen Möglichkeiten des Glases fasziniert und studierte an der Orrefors Glass School, der Pilchucks Glass School und der Royal Academy of Arts in Stockholm. Seine bahnbrechenden Kreationen wurden schon in der ganzen Welt ausgestellt und sind in den Sammlungen des Nationalmuseums, des Kunstmuseums von Borås und des Corning Museums in New York vertreten

Am Dienstagabend um 19.00 Uhr lädt Bukowskis außerdem zur Auktion Important Timepieces ein, die mit ihren 115 sorgfältig ausgewählten Objekten die wichtigste Auktion für Sammleruhren in Skandinavien ist. Zu den Highlights gehört eine Patek Philippe Nautilus aus Edelstahl, eines der begehrtesten Modelle der Marke, mit einem originellen Zifferblatt, das von den Fenstern eines Segelschiffs inspiriert ist.
