Dekorative Details vom Feinsten - Die Sommerauktion bei Franke

Mit 28 Kategorien hat das Nürnberger Auktionshaus Franke seine Sommerauktion am 2.-4. August ausgestattet. Entdecken Sie darin feinstes Kunsthandwerk und Antiquitäten, die von ihren Schöpfern mit viel Liebe zum Detail ausgeführt wurden.

DIMITRI CHIPARUS (1886 Dorohoi - 1947 Paris) - Fächertänzerin in Chryselephantine-Technik auf Marmorsockel, signiert und nummeriert, 1920er Jahre
DIMITRI CHIPARUS (1886 Dorohoi - 1947 Paris) - Fächertänzerin in Chryselephantine-Technik auf Marmorsockel, signiert und nummeriert, 1920er Jahre

Mehr als 4400 Lose werden bei der dreitätigen Sommerauktion des Auktionshauses Franke zum Aufruf kommen. Während sich der erste Auktionstag ab 14 Uhr auf Schmuck, Kleinuhren, Münzen und Medaillen konzentriert, stehen an der beiden anderen Tagen jeweils ab 10 Uhr die unterschiedlichsten Abteilungen aus Kunst, Kunstgewerbe und Antiquitäten auf dem Programm sowie Spielzeug, Briefmarken, Wein, Bücher und Militaria.

Als Objekt mit dem höchsten Schätzpreis der Auktion kommt die Fächertänzerin von Dimitri Chiparus in der Kategorie "Skulpturen" zum Aufruf. Der aus Rumänien stammende Chiparus zählte in den 1920er Jahren zu den bedeutendsten Bildhauern von Paris, dem es wie kaum einem anderen Künstler gelang, mit seinen feinen Figuren den Geist des Art déco einzufangen. Seine Spezialität waren Darstellungen von Tänzerinnen, für die er sich von den Ballets Russes inspirieren ließ.

DIMITRI CHIPARUS (1886 Dorohoi - 1947 Paris) - Fächertänzerin in Chryselephantine-Technik auf Marmorsockel, signiert und nummeriert, 1920er Jahre
DIMITRI CHIPARUS (1886 Dorohoi - 1947 Paris) - Fächertänzerin in Chryselephantine-Technik auf Marmorsockel, signiert und nummeriert, 1920er Jahre

Wie die Figuren Chiparus' zeichnen sich auch die folgenden beiden Objekte durch einen Materialmix aus. Die feine Silberdose mit graviertem Rankendekor ziert das von Türkissteinen umrahmte Porzellanportrait eines Mädchens mit Taube. Das Kabinettschränken aus dem 19. Jahrhundert setzt nicht nur auf eine Mischung der verwendeten Materialien, sondern auch auf verschiedene Funktionen. Während kleine mit blauer Emaille verzierte Schubfächer der Aufbewahrung dienten, erinnerten Miniaturportraits an zwei geliebte Menschen, während die vollplastische Uhr in Form des Wagens der Göttin Aurora die Zeit anzeigte.

Links: Dose aus Silber mit Türkissteinen und Porzellanmalerei Rechts: Kabinettschränkchen mit Uhr und zwei Miniaturportraits, 19. Jh.
Links: Dose aus Silber mit Türkissteinen und Porzellanmalerei Rechts: Kabinettschränkchen mit Uhr und zwei Miniaturportraits, 19. Jh.

Die Brüder Charles und Ernest Schneider erlernten die künstlerische Glasmacherkunst bei einem anderen Brüderpaar, nämlich Auguste und Antonin Daum, in Nancy, bevor sie sich 1912 selbstständig machten. Ihr Repertoire bestand hauptsächlich aus Vasen, Krügen, Schalen und Lampen, die sie oft im Cameo-Design ausführten. In der Auktion von Franke kommt eine glattgearbeitete Zierkanne mit Pulvereinschmelzungen zum Aufruf.

Links: SCHNEIDER - Zierkanne mit Pulvereinschmelzungen, Sociéte Anonyme des Verreries, Frankreich um 1918-30 Rechts: LOUIS COMFORT TIFFANY - Trompetenvase, Favrile-Glas auf Bronzestandfuß, New York um 1900/10
Links: SCHNEIDER - Zierkanne mit Pulvereinschmelzungen, Sociéte Anonyme des Verreries, Frankreich um 1918-30 Rechts: LOUIS COMFORT TIFFANY - Trompetenvase, Favrile-Glas auf Bronzestandfuß, New York um 1900/10

Die Spezialität von Louis Comfort Tiffanys Firma in New York war das irisierende Favrile-Glas, das mit seinem perlmuttartigen Schimmer den Geschmack des Jugendstils widerspiegelte. Der florale Aspekt des Stils jener Epoche kommt bei der vorliegenden schlanken Trompetenvase beim bronzenen Standfuß zur Geltung.

Einen weiteren Glaskünstler aus Nancy haben wir mit Amalric Walter vor uns, der in der Auktion mit einer außergwöhnlichen Schale vertreten ist, die in seiner Spezialdisziplin, dem Pâte de verre, also der Herstellung von mehrfarbigem Glas, ausgeführt wurde.

Links: AMALRIC WALTER (1870 Sèvres - 1959 Lury-sur-Arnon) - Schale aus Pâte de verre, Entwurf: HENRI BERGÉ, Nancy um 1920 Rechts: JAEGER-LECOULTRE - Tischuhr Atmosphäre "Marina", Schweiz um 1960/70
Links: AMALRIC WALTER (1870 Sèvres - 1959 Lury-sur-Arnon) - Schale aus Pâte de verre, Entwurf: HENRI BERGÉ, Nancy um 1920 Rechts: JAEGER-LECOULTRE - Tischuhr Atmosphäre "Marina", Schweiz um 1960/70

Mit dem Marina-Modell der Tischuhr "Atmos" von Jaeger-LeCoultre geht es nicht nur ans, sondern sogar ins Wasser. Die Drehpendeluhr aus den 1960/70er Jahren mit goldverzierten Fischen und Meereswesen wird durch einen Rahmen mit Plexiglasscheiben geschützt, der ihr das Aussehen eines Aquariums verleiht.

Die reine Ausarbeitung der Form stand im Fokus von Ewald Matarés plastischem Werk. Seine zahlreichen Tierfiguren sind jedem Kontext entrissen und sprechen für sich durch ihre Minimaltische Formgebung, die keiner Erklärung bedarf. In der Sommerauktion von Franke kommt Matarés bronzene Mathematik-Kuh I zum Aufruf, die aus einer Auflage von nur 12 Stück stammt.

EWALD MATARÉ (1887 Burtscheid-1965 Büderich) - Mathematik-Kuh I, Bronze, patiniert, monogrammiert
EWALD MATARÉ (1887 Burtscheid-1965 Büderich) - Mathematik-Kuh I, Bronze, patiniert, monogrammiert

Ganz im Gegensatz dazu steht die mit äußerster Detailverliebtheit ausgeführte Beinschnitzerei eines Straßenverkäufers in der Kategorie "Asiatika". Die japanische Figur trägt viele Musikinstrumente, ein Schwert, einen Kabuto (Samurai-Helm) und Maneki (Talismane in Form einer Katze) und wurde mit verschiedenen Halbedelsteinen verziert.

Figur eines Straßenverkäufers, Beinschnitzerei mit Halbedelsteinen, Japan um 1900
Figur eines Straßenverkäufers, Beinschnitzerei mit Halbedelsteinen, Japan um 1900

Das seltene, dem Stil des Rokoko nachempfundene Porzellandekor Tupini, Corne d'abondance wurde 1870 von der ungarischen Manufaktur Herend für den damaligen Schah von Persien Nāser ad-Din Schāh entworfen. Hier liegt es, mit blauer Stempelmarke versehen, als Mokkaservice für sechs Personen vor.

HEREND - Mokkaservice für 6 Personen mit dem Dekor "Tupini, Corne d'abondance", Entwurf 1870
HEREND - Mokkaservice für 6 Personen mit dem Dekor "Tupini, Corne d'abondance", Entwurf 1870

Von 1907 bis 1913 existierte die Kleinkunstbühne Cabaret Fledermaus in der Innenstadt von Wien. Die Idee hatte Fritz Wärndorfer, der auch Gründungsmitglied der Wiener Werkstätte gewesen war. Die Ausstattung der Fledermaus stammte daher auch von Künstlern jener Institution. Josef Hofmann entwarf u.a. Hocker für den Vorraum. Vier davon, Muster der Wiener Werkstätte, kommen in restauriertem Zustand in der Auktion zum Aufruf.

Links: Vorraum des Cabaret Fledermaus in Wien 1907 | Abb. via Wikipedia Rechts: JOSEF HOFFMANN (1870 Pirnitz - 1956 Wien) - 4 Hocker für den Vorraum des Cabaret Fledermaus, Ausführung: JACOB & JOSEPH KOHN, um 1906
Links: Vorraum des Cabaret Fledermaus in Wien 1907 | Abb. via Wikipedia Rechts: JOSEF HOFFMANN (1870 Pirnitz - 1956 Wien) - 4 Hocker für den Vorraum des Cabaret Fledermaus, Ausführung: JACOB & JOSEPH KOHN, um 1906

Wer noch weitere Details entdecken möchte, der sollte unbedingt bereits vor der Auktion die Ausstellung dazu besuchen (30. Juli bis 1. August), die wie die Auktion im Auktionshaus Franke in der Kalchreuther Straße 125 in Nürnberg stattfindet.

Entdecken Sie jetzt alle Lose der Auktion hier bei Barnebys.

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