Der Mangel an Münzgeld und Banknoten nach dem Ersten Weltkrieg führte dazu, dass in der Weimarer Republik vielerorts Notgeld ausgegeben wurde. In Bielefeld dachte man sich dafür etwas ganz Besonderes aus, das die Geschichte der Stadt widerspiegelte: Das Notgeld wurde in Scheinen aus Leinen, Samt oder Seide ausgegeben und mitunter mit Stickereien aufwändig gestaltet. Die Stadt Bielefeld blickt auf eine lange Tradition der Textilherstellung und -verarbeitung zurück, Leinenwebereien sind dort seit dem 9. Jahrhundert nachweisbar.

Bei der Teutoburger Münzauktion kommt das außergewöhnliche Bielefelder Notgeld am 2. Dezember in der Versteigerung der Sammlung eines Bankdirektors zum Aufruf, die insgesamt 510 Lose umfasst (Auktion 151). Eines davon ist dieser auf gelbem Samt gedruckte Schein vom 15. Dezember 1923, der dem Wert von 20 Goldmark entsprach und das vermutlich einzige bekannte Exemplar seiner Art darstellt.
Nach der Versteigerung der Sammlung kommen am 2. Dezember Banknoten unter den Hammer. Diese 152. Auktion des Hauses wird am 5. Dezember mit der Versteigerung von Briefmarken fortgesetzt.

Hier sei auf ein Los in postfrischer Luxuserhaltung hingewiesen, das aus einem ungefaltetem Fünferstreifen besteht, der 1968 in China ausgegeben wurde. Auf den Marken sind die fünf neuen Direktiven Maos vermerkt. Über jeder Direktive ist ein Rundporträt Mao Zedongs zu sehen.
Am Dienstag, den 6. Dezember startet schließlich die 153. Auktion der Teutoburger Münzauktion, die Münzen, Medaillen, Militaria, Orden und mehr gewidmet ist und an den folgenden drei Tagen fortgesetzt wird.

Auch hier zählt ein Objekt aus China zu den Highlights der Offerte, genauer gesagt ein Objekt aus der Republik China, die 1912 die Herrschaft der Kaiser beendete und 1949 selbst von der Volksrepublik China abgelöst wurde. Der Silberdollar aus dem Jahr 21 der Republik (was 1932 entspricht) zeigt auf der Vorderseite das Porträt von Sun Yat-sen, dem ersten Präsidenten der Republik China, während auf der Rückseite das Motiv einer Dschunke mit Vögeln abgebildet ist.

Ebenfalls aus dem Jahr 1932 stammt diese tschechische 10-Dukaten-Münze in Gold, die den Heiligen Wenzel zu Pferd darstellt. Wenzel von Böhmen war ein Fürst, dessen Verehrung als Heiliger kurz nach seinem gewaltsamen Tod im Jahr 929 oder 935 einsetzte. Im Mittelalter wurde Wenzel Patron seines Heimatlandes und seine Verehrung hält bis heute an. So erklärte Tschechien seinen Todestag (28. September) im Jahr 2000 zum staatlichen Feiertag.

Um ein äußerst seltenes Prachtexemplar handelt es sich bei dieser Goldmedaille zu 2 Dukaten, die 1715 anlässlich der Gründung der Festung Karlsberg im heutigen Rumänien geprägt wurde. Die heute Alba Iulia genannte Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück: in der Antike war sie als Apulum Hauptstadt der römischen Provinz Dakien, in der frühen Neuzeit als Bălgrad/Weißenburg Residenz der Fürsten von Siebenbürgen. Nach Kaiser Karl VI. wurde sie benannt, als dieser die Stadt zur Festung ausbauen ließ. Die Goldmedaille zeigt auf ihrer Vorderseite die Festung aus der Vogelperspektive und auf der Rückseite eine Schrift über einer von Türmen bekrönten Hügelkette, die vermutlich auf die Region Siebenbürgen hindeuten soll.

Zum Schluss muss auch noch auf diesen Löser zu 6 Reichstalern von 1620 hingewiesen werden, auf dem der geharnischte Friedrich Ulrich, Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel (1613-1634) zu Pferd zu sehen ist. Das Prachtexemplar und spektakuläre Schaustück, bei dem es sich wohl um das einzige bekannte Exempar ohne Wertpunze handelt, ist von weit höherer Qualität, als der auf ihm abgebildete Fürst, der als einer der unfähigsten Regenten seines Landes gilt.
Die im Artikel vorgestellten Versteigerungen der Teutoburger Münzauktion finden online als Live-Auktionen statt. Vorbesichtigungen sind im Auktionshaus, Brinkstraße 9, in Borgholzhausen-Berghausen nach vorheriger Terminabsprache möglich.
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