Die kommenden Auktionen des Hôtel des Ventes de Monte-Carlo (HVMC) am 25. und 26. September werden verschiedene Kategorien und mehrere Jahrhunderte der Kunstgeschichte umfassen. Experten haben dafür Objekte antiker Zivilisationen, Meistergemälde. Möbelstücke und Kunsthandwerk zusammengetragen.

In der Auswahl an Gemälden Alter Meister befindet sich auch Porträt eines Mannes mit Turban, eine auf Holz gemalte Arbeit des niederländischen Barockkünstlers Cornelis Bisschop, der während des Goldenes Zeitalters nicht nur als Maler, sondern auch als Zeichner und Radierer in Erscheinung trat. Bekannt für seine Genreszenen, Allegorien und Porträts, arbeitete Bisschop zunächst als Schüler von Ferdinand Bol in Amsterdam, bevor er in seine Heimatstadt Dordrecht zurückkehrte. Da er sich den unterschiedlichsten Gattungen der Malerei beschäftigte, wird er oft mit seinem Zeitgenossen Nicolaes Maes verglichen, dessen Einfluss auf ihn unverkennbar ist, besonders in Hinblick auf einige Familienporträts und Landschaften.

Die vorliegende Arbeit erinnert an jene Porträts von Männern mit Turban, die Rembrandt und seine Schüler in den 1630er Jahren entwickelten. Ferdinand Bol, Bisschops Lehrer und selbst Schüler von Rembrandt, malte Dutzende dieser Porträts mit goldverzierten Turbanen.
Die Thematik mit Fantasieprinzen aus Persien oder dem Osmanischen Reich lagen voll im Trend und gründete auf den neuen Beziehungen zwischen den Niederlanden und deren neuen Kolonien. Auf gewisse Weise können diese Porträts als Studien betrachtet werden, da sie realistische Gesichter mit einen orientalischen Stereotypen verbanden.

Als Nachfolger von Maes und Freund von Pieter de Hooch, mit dem er häufig verwechselt wird, war Bisschop der erste, der sich mit der trompe-l'oeil-Malerei auseinandersetzte, die einen bedeutenden Platz in der niederländischen Malerei einnimmt. Porträt eines Mannes mit Turban war lange Gerrit Willemsz Horst zugeschrieben worden, bevor Bisschop als sein Schöpfer erkannt wurde. Der Wert des Gemäldes wird auf 40.000-60.000 Euro geschätzt.

Die Offerte umfasst außerdem Fischer am Strand nahe dem Hafen von Marseille, eine Leinwandarbeit, die Charles-François Lacroix de Marseille zugeschrieben wird, einem bekannten Maler von Landschaften und Seestücken. Als Schüler von Claude Joseph Vernet, führte er seine Werke im Stil seines Lehrers aus oder lehnte sie an die Arbeiten von Jean-Joseph Kapeller oder Henry Arles an. Geboren um 1700 in Marseille, verbrachte Lacroix den Großteil seines Lebens in der Provence und Italien, wo er in den 1770er Jahren erfolgreich in Rom ausstellte.

In der Offerte mit asiatischer Kunst ist vor allem ein chinesischer Paravent aus der Kangxi-Periode zu nennen, der in das Jahr des Hasen, 1687, datiert. Zusammengefügt aus 10 Platten mit Koromandellack, war der Paravent eine Auftragsarbeit zu Ehren von General Meng Wengjin. Eines der Segmente stellt eine Delegation vor einem Palast dar, der in der Nähe eines kleinen Sees mit Lotosblumen gelegen ist. Es handelt sich um die Darstellung eines Empfangs bei General Guo Ziyi, dem Retter der Tang-Dynastie. Der Rahmen des Paravents ist mit Drachen und Pflanzen dekoriert, während auf der Rückseite ein Gesicht des Gelehrten Gong Zhang in xingshu-Kalligrafie geschrieben steht.
Dieser außergewöhnliche zweiteilige Kabinettschrank aus dem Château de la Barben und der dortigen Sammlung des Marquis de Forbin, wurde von Thomas Hache ausgeführt, einem Kunsttischler aus Toulouse, der dort in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte. Gaspard Palamède de Forbin de la Barben, Marquis de Forbin war ein Zeitgenosse Haches und der Cousin von Claude de Forbin, für den Hache in der Epoche der Régence ein großes bureau plat ausführte (1720-30).

Das vorliegende Stück weist kompositorische Gemeinsamkeiten mit zwei weiteren zweiteiligen Kabinettschränken von Hache auf, von den sich einer im Musée de Tapisseries in Aix-en-Provence befindet. Schauseitig ist der Schrank mit Intarsien dekoriert, die Blumenarrangements darstellen. Bei den Kabinettschränken handelt es sich um frühe Meisterwerke des noch jungen Thomas Hache, der ab 1685 für die Adelsfamilien der Provence arbeitete, darunter die Familien Forbin de la Barden und Mirabeau.

Die Offerte mit dekorativem Kunsthandwerk umfasst unter anderem ein Paar monumentaler Vasen aus Lapislazuli und vergoldeter Bronze, die auf von Eichen- und Olivenlaub – Symbole des Lebens und der Langlebigkeit – umrankten Säulen stehen. Die Basen und die Spitzen bestehen aus massivem Lapislazuli, während die Vasen und die Säulen furniert sind.

Besonders hervorzuheben ist dieses Himmelbett aus geschnitzter Eiche aus Queen Moms Rotem Schlafzimmer auf Glamis Castle in Schottland. Diesem Stück höchster Handwerkskunst von ca. 1850 im Stil der Renaissance ist ein Brief von Lady Katherine Seymour von Clarence House, der Londoner Residenz der Königinmutter, beigefügt, der Auskunft über die Ursprünge des Bettes gibt.
Der Katalog umfasst außerdem Zeichnungen sowie Masken und ornamentalen Schmuck aus Afrika, Indonesien und China. Die Versteigerungen finden am 25. und 26. September in Monaco statt.
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