Als eines der führenden Auktionshäuser Europas präsentiert Hampel am 2. und 3. Juli eine Reihe hervorragender Auktionen, die in mehr als 1200 Losen alte Kunst genauso umfasst wie Werke der Moderne mit vielen Schätzpreisen im sechsstelligen Bereich.

Das Top-Los des ersten Katalogs (Möbel & Einrichtung), der am 2. Juli um 10 Uhr zum Aufruf kommt, ist dieses englische Lackkabinett aus dem späten 17. Jahrhundert. Verziert mit höfischen Szenen aus Fernost ist es ein frühes Beispiel für den Chinoiserie-Trend, der die folgenden Jahrzehnte dominieren sollte. Hervorzuheben ist auch der wunderbare Kontrast von Rot- und Goldlack dieser hochqualitativen Arbeit.
Nach der Versteigerung von Uhren, Skulpturen & Kunsthandwerk und Gemälden des 19./20. Jahrhunderts ist es Zeit für die Künstler des Impressionismus und der Moderne, vor allem für die Münchener Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts.

Mit 19 Werken aus einer süddeutschen Privatsammlung ist hier die Expressionistin Gabriele Münter vertreten, darunter See am Abend von 1914. Als Motiv dürfte jedoch nicht der Staffelsee gedient haben, unweit dessen Münter ab 1909 ein Haus besaß, sondern der Bodensee, an dessen Südufer sich die Malerin 1914 mit ihrem Lebensgefährten Wassily Kandinsky aufhielt.

Münter und Kandinsky fanden 1903 zueinander, als Kandinsky einen Sommerkurs in Freilichtmalerei in Kochel am See leitete, an dem auch die junge Malerin teilnahm. Aus jenem Jahr stammt das Gemälde Valisevskoe, das ebenfalls Teil der Offerte ist.

Zu Münters und Kandinskys malenden Freunden in München gehörte auch das Paar Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky. Letzterer ist mit Mädchen mit blauen Augen und dunklem Mund in der Auktion vertreten, das der gebürtige Russe während des Ersten Weltkriegs im Schweizer Exil ausführte.

Werefkin und Jawlensky gehörten 1908/09 zu den Initiatoren der Neuen Künstlervereinigung München, zu der sie Kandinsky und Münter jedoch erst im Nachhinein einluden. Die daraus entstandene schlechte Stimmung zwischen den beiden Künstlerpaaren sowie künstlerische Differenzen führten 1911 zum Austritt Kandinskys aus der NKVM. Zusammen mit Franz Marc gründete er die Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter. Auf eine Erstausgabe von dessen Almanach von 1912 darf ebenfalls mitgeboten werden.

Konkurrenz bekommt die Münchener Avantgarde von ihren französischen Kollegen wie Braque, Renoir, Degas, Dufy, Pissarro oder Corot, die mit hervorragenden Arbeiten ebenfalls Teil der Impressionismus & Moderne-Offerte sind.

Mit drei Bronzeplastiken ist Aristide Maillol in der Auktion vertreten. Maillol, der "Gegenspieler" Auguste Rodins gilt als Erneuerer der klassischen Plastik, wofür ihm bereits seine Zeitgenossen Anerkennung zollten.

Faszinierend ist auch jenes Porträt, das Giorgio de Chirico 1952 von Germana, der Frau seines Künstlerkollegen Giuseppe Zanini malte. Das Porträt entstand abends am Lido von Venedig mit der Lagunenstadt im Hintergrund.
Venezianische Ansichten sind in der Offerte mit Alten Meistern, die im Anschluss in zwei Teilen versteigert wird, gut vertreten.

Ein hervorragender Vedutenmaler, dem Venedig wiederholt als Motiv diente, war der in Modena geborene Antonio Joli de Dipi, der viele Städte Europas besuchte und malte. Neben einem Ruinencapriccio wird von Joli Der Palacio Real de Aranjuez mit seiner Parkanlage an dem Fluss Tajo angeboten, das mit den abgebildeten Gondeln ein wenig an die italienische Republik erinnert.

Von Osias Beert dem Älteren, einem der frühen Meister des Stilllebens, stammt eine solches mit Prunkpokal, Gläsern und Fruchtschalen. Der Fokus liegt auf der Darstellung der wertvollen Gefäße, allen voran der zentrale Goldpokal, dem zwei feine Gläser sowie eine feine chinesische Porzellanschale sowie zwei Zinnschalen und ein Messer mit Elfenbeingriff beigefügt wurden.

Von einem namentlich unbekannten französischen Meister des späten 16. Jahrhunderts stammt das auf Eichenholz ausgeführte Gemälde Diana mit Tieren bei der Rast, das die römische Göttin der Jagd in ihrer makellosen Gänze darstellt. Die Zeit der Ruhe nutzen auch ein Hirsch, ein Dachs und ein Wildschwein, während die beiden Hunde Dianas bereits zu einem erneuten Aufbruch bereit erscheinen. Im mittleren Bildhintergrund ist eine weitere Person zu erkennen, die mit gespanntem Bogen auf etwas nicht sichtbares zielt.

Am zweiten Auktionstag (3. Juli) präsentiert Hampel eine breitgefächerte Offerte mit russischer und afrikanischer Kunst und islamischer Keramik. Hinzu kommen Bronzen sowie Golddosen & Miniaturen. Den Abschluss bilden wie üblich Dekorative Objekte & Hampel Living mit Kunsthandwerk in seiner ganzen Vielfalt.
Die Versteigerungen finden am 2. und 3. Juli im Auktionshaus Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Die Ausstellung zur Auktion kann dort vom 27. Juni bis 1 Juli besucht werden.
