Mit der Versteigerung der Einrichtung des Palazzo Loschi Zileri dal Verme in Vicenza präsentiert Cambi am 20. Oktober eine seiner bedeutendsten Auktionen des Jahres 2021. Die bedeutende Sammlung umfasst Mobiliar, Skulpturen, Bronzen, Gemälde und weitere dekorative Stücke der Epoche des Klassizismus.
Der Palazzo Loschi Zileri dal Verme, ein elegantes Haus im neo-palladianischen Stil, das Zeuge von vielen wichtigen Ereignissen der Stadt war, wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für die Brüder Alfonso und Francesco Loschi errichtet und repräsentiert den Stil des Architekten Ottone Maria Calderari (1730-1803) aus Vincenza, der sich von den Bauten des großen Andrea Palladio inspirieren ließ.

Das herrliche Gebäude befindet sich heute im Besitz des Designers und Modeunternehmers Claudio Biasia, der seine persönliche Kunstsammlung in den Räumen des Hauses ausstellt. In dem Gebäude, das sowohl mit Schönheit, als auch Geschichte aufwarten kann, hat Biasia eine Sammlung mit klassizistischen Möbeln und dekorativer Kunst zusammengetragen, die er gekonnt mit Werken anderer Epochen kombiniert hat. Dazu zählen u.a. bedeutende Gemälde der nordeuropäischen Schulen des 16. und 17. Jahrhunderts, dekorative Kunst des 20. Jahrhunderts sowie weitere Gemälde und Kunstobjekte des 16. Jahrhunderts.

Gehen wir nun auf Entdeckungsreise und betreten die Räume der Reihe nach.
Der großzügige Eingangsbereich des Gebäudes begrüßt Besucher mit verschiedenen wertvollen Arbeiten, darunter die Marmorbüsten der römischen Herrscher Caesar, Vitellius, Trajan und Caracalla (Schätzpreis 50.000-70.000 Euro) und hervorragende Beispiele für römische Kunst der Spätrenaissance aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die weiße Marmorskulptur Allegorie der Unschuld von Pio Fedi (1816-1892) steht im Zentrum des Raumes (Schätzpreis 15.000-20.000 Euro).

Hinter Vorhängen halb verborgen befindet sich der Ballsaal, ein großzügiger und eleganter Raum, der u.a. eine Serie von zwölf Papier peints beherbergt, die im frühen 19. Jahrhundert in einer Pariser Manufaktur angefertigt wurden (Schätzpreis 30.000-50.000 Euro). Auch die klassizistische Marmorskulptur Amor und die Muse Erato aus dem 18./19. Jahrhundert kann hier bewundert werden (Schätzpreis 30.000-40.000 Euro).
Der Empfangssalon erstrahlt in prachtvollem Gold und Burgunderrot. Hier hängen einige interessante Ölgemälde, wie Susanna und die Alten und Samson und Delila von Segismundo Ribò y Mir (Schätzpreis 15.000-20.000 Euro).

Des Weiteren begeistert der Raum mit antikem Mobiliar, Gemälden, Skulpturen und Bronzearbeiten. Unter letzteren muss das Paar teilvergoldete Kerzenhalter au bon sauvage aus der Manufaktur von Luigi Manfredini hervorgehoben werden (Schätzpreis 9.000-12.000 Euro).
Weiter geht es in den kleinen Rauchsalon, das Juwel des Hauses, wo man das Ölgemälde Das Treffen der Götter, Musen und Künstler auf dem Parnassos bewundern kann, das einem Vertreter der Schule von Mantua des 16. Jahrhunderts zugeschrieben wird (Schätzpreis 15.000-20.000 Euro).
Im großen Speisezimmer ist Sophie Rudes Adonis ein schönes Beispiel für den französischen Klassizismus (30.000-50.000 Euro). Aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts stammt hingegen eine bedeutende, hellblau lackierte Kommode, die mit galanten Szenen verziert wurde (Schätzpreis 20.000-30.000 Euro).

Im oberen Stockwerk befinden sich die durch einen Korridor verbundenen Schlafzimmer. Hier trifft man auf das Top-Los der Auktion, Der Freitod der Lucrezia vom Meister der Halbfiguren, einem niederländischen Maler, dessen Notname von den vielen ihm zugeschriebenen Gemälden herrührt, die die obere Hälfte von Frauen zeigen (Schätzpreis 100.000-150.000 Euro). Im Hauptschlafzimmer befindet sich ein wunderschönes Bett, dessen geschnitztes Holz vollständig und in verschiedenen Farbtönen vergoldet wurde. Das Kopfende wird von einem Medusenhaupt dominiert (Schätzpreis 8.000-12.000 Euro).
In der oberen Etage endet der Besuch des Palazzo, der eine wahre Schatztruhe mit Werken des Klassizismus und vielen anderen Epochen, die perfekt miteinander harmonieren, darstellt.

Wer sich von der Pracht und Harmonie mit eigenen Augen überzeugen möchte, hat in der Woche vor der Auktion die Gelegenheit dazu, wenn der Palazzo Loschi Zileri dal Verme seine Tore für interessierte Besucher öffnet.
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