Am Morgen des 15. August wurden Touristen und Einwohner der Stadt Zaandam bei Amsterdam von zwei Schüssen aufgeschreckt. Was war geschehen?
Am helllichten Tag war ein Gemälde aus dem Zaans Museum gestohlen worden. Direkt vor den Augen einiger Passanten versuchte der Dieb mit dem Kunstwerk unter dem Arm auf ein Motorrad zu springen, das von einem Komplizen gefahren wurde. Einer der Augenzeugen versuchte, den Dieb vom Fahrzeug zu ziehen, woraufhin dieser das Gemälde fallen lies und aus einer Pistole feuerte. Verletzt wurde niemand und die beiden Diebe verließen den Ort des Geschehens mit leeren Händen. Das Motorrad konnte von der alarmierten Polizei kurz darauf in der Nähe des Museums verlassen sichergestellt werden.

Bei dem Gemälde, das beinahe zum Diebesgut wurde, handelt es sich um De Voorzaan en de Westerhem von Claude Monet. Der französische Impressionist hielt sich vom 4. Juni bis 8. Oktober 1871 in der Gegend auf, die ihn mit ihren Häusern, Mühlen und Booten begeisterte. Insgesamt fertigte Monet in den vier Monaten seines Aufenthalts in der Zaanstreek neun Skizzen und 25 Gemälde an. De Voorzaan en de Westerhem befindet sich seit 2015 im Besitz des Zaans Museums. Mit einem Kaufpreis von 1,16 Millionen Euro stellt es das Glanzstück des Museums dar, das dem Erbe der Region gewidmet ist.
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Ob den gescheiterten Dieben bewusst war, dass sich die Entstehung des Gemäldes aktuell zum 150. Mal jährt und sie es deshalb gerade jetzt entwenden wollten, ist eher unwahrscheinlich. Dafür war ihr ganzes Vorgehen zu stümperhaft, als dass es sich um einen lange geplanten Coup gehandelt haben könnte.
Diese These wird auch von dem bekannten Kunstdetektiv Arthur Brand vertreten, der sich kurz nach den dramatischen Ereignissen gegenüber NH News dazu äußerte: „Sie wirken nicht wie Profis. Ich kann ein paar Dinge nennen, durch die sie keine Chance auf Erfolg hatten. Es wurden viele Fehler gemacht. Erstens handelt es sich dort an der Zaanse Schans um keine günstige Lage. Man kann nicht ungesehen vorgehen, da es dort viele Touristen gibt, die ihre Kameras schon parat haben.“
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