Glasklar: Die Kunst des René Lalique

Der Name René Lalique ist einer der klangvollsten aus der Zeit der frühen Designer. Sein einzigartigen Objekte aus Glas zählen zu den schönsten Objekten, die sich dem Art Déco zuordnen lassen.

Glasklar: Die Kunst des René Lalique

René Lalique kam 1860 in Aÿ-en-Champagne im nordostfranzösischen Département Marne zur Welt. Ein paar Jahre später zog seine Familie nach Paris, kehrte jedoch in den Sommerferien zurück und René spürte während seines restlichen Lebens eine starke Verbindung zu seinem Geburtsort.

In den 1870er Jahren machte René Lalique eine Zeichenausbildung an der École des Arts Décoratifs und erlernte die Technik der Schmuckherstellung. Er lernte bei Juwelieren in Paris und London und schon bald zeigte sich in seinen Arbeiten der von der Natur inspirierte Stil, der seine gesamt Karriere prägen sollte.

René Lalique, 1906 | Foto via Wikipedia
René Lalique, 1906 | Foto via Wikipedia
Ein Atelier in Paris

Schon bald erhielt er Aufträge für Kooperationen mit großen Juwelierhäusern wie Jacta, Cartier und Boucheron. 1885 übernahm er das Atelier des Juweliers Jules Destape an der Place Gaillon im Zentrum von Paris - seine Erfolgsgeschichte konnte beginnen.

Materialwahl

In einer Zeit, in der Originalität und Kreativität oftmals zugunsten von alles überstrahlenden Edelsteinen beiseite geschoben wurden, ging René Lalique neue Wege. Bei seinen Entwürfen stand das Material im Mittelpunkt. Gold und Edelsteine fanden zwar ebenfalls Verwendung, wurden jedoch mit einfacheren Materialien wie Halbedelsteinen, Perlen, Elfenbein, Horn und Glas kombiniert.

Selbstbewusst begann er seine Arbeiten ab 1888 mit einem Initialenstempel zu signieren.

Dieser Jugendstil-Anhänger von René Lalique zeigt Schauspielerin Sarah Bernhardt als "Mélissande" in dem Stück "La Princesse Lointaine", ca. 1898 | Foto: Christie's via Barnebys
Dieser Jugendstil-Anhänger von René Lalique zeigt Schauspielerin Sarah Bernhardt als "Mélissande" in dem Stück "La Princesse Lointaine", ca. 1898 | Foto: Christie's via Barnebys

In den 1890er Jahren hatten sich die Schmuckstücke Lalique bereits erfolgreich etabliert, sodass er bereits sein drittes Atelier in der Rue Thérèse 20 eröffnen konnte. Noch mehr als früher begann er sich mit dem Material Glas zu beschäftigen.

Weltausstellung in Paris

René Lalique revolutionierte die Juwelierkunst und das Design seiner Zeit grundlegend. Seine führende Position auf diesem Gebiet wurde auch von seinen Kollegen anerkannt und war ein gern gesehener Gast auf Gesellschaften, was dazu beitrug, seinen wohlhabenden Kundenkreis zu vergrößern.

Eine der "Femme ailée"-Skulpturen, die René Lalique 1900 für seinen Stand auf der Weltausstellung in Paris schuf | Foto: Christie's via Barnebys
Eine der "Femme ailée"-Skulpturen, die René Lalique 1900 für seinen Stand auf der Weltausstellung in Paris schuf | Foto: Christie's via Barnebys

Das Jahr 1900 war ein bedeutendes in Laliques Karriere: Er nahm an der Weltausstellung in Paris teil und wurde in die angesehene Légion d'honneur aufgenommen.

René Lalique, Parfümflakon "Pommier", 1921 | Foto: Sotheby's via Barnebys
René Lalique, Parfümflakon "Pommier", 1921 | Foto: Sotheby's via Barnebys

Einige Jahre später begann seine Zusammenarbeit mit dem Parfümeur François Coty, für dessen Produkte er schöne und erschwingliche Glasflakons herstellte. Die Glaskunst sollte fortan im Fokus von Lalique Arbeit stehen. Seine Manufaktur dafür gründete er im elsässischen Wingen-sur-Moder, wo sich noch heute ein Lalique-Museum befindet.

René Lalique, Parfümflakon "Eucalyptus", 1919 | Foto: Lombrail-Teucquam via Barnebys
René Lalique, Parfümflakon "Eucalyptus", 1919 | Foto: Lombrail-Teucquam via Barnebys
Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes

1925 nahm René Lalique an der Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes, jener Kunstmesse in Paris, der der Art Déco-Stil seinen Namen verdankte, teil, indem er den Pavillon der Porzellanmanufaktur Sèvres gestaltete. Die Messe war eine gute Werbung für die Glaskunst Laliques. Dessen persönlicher Stil zeichnete sich vor allem durch die Kontraste zwischen klarem um mattem Glas aus, das er auch mit anderen Materialien wie patiniertem Metall, Emaille und Lack kombinierte.

René Lalique, Tischuhr "Le Jour et la Nuit", 1926 | Foto: Sotheby's via Barnebys
René Lalique, Tischuhr "Le Jour et la Nuit", 1926 | Foto: Sotheby's via Barnebys

Der Name René Lalique ist unverbrüchlich mit dem luxuriösen Lebensstil verbunden, der zwischen den Weltkriegen von der oberen Gesellschaftsschicht zelebriert wurde. Lalique wurde mit Aufträgen überhäuft, viele davon durch Innenausstattungen. Dazu zählt auch die Ausstattung der luxuriösen Pullmanwagen der Compagnie Internationale des Wagons-Lits, die auch den Orient-Express betrieb.

Der Côte d’Azur Pullman Express, 1929 | Foto via Pinterest
Der Côte d’Azur Pullman Express, 1929 | Foto via Pinterest
Internationale Erfolge

Weitere bedeutende Projekte waren die Gestaltung der neuen Boutique der Modedesignerin Madeleine Vionnet in der Pariser Avenue Montaigne, die Glastüren der Residenz von Prinz Yasuhiko Asaka in Tokio und ein Brunnen auf dem Rond-Point des Champs-Elysées. Ebenso stattete er Räume auf Luxusdampfern aus, darunter den Speisesaal der Normandie.

1935 stattete René Lalique den Speisesaal der SS Normandie mit gläsernen Kronleuchtern aus | Foto via Wikipedia
1935 stattete René Lalique den Speisesaal der SS Normandie mit gläsernen Kronleuchtern aus | Foto via Wikipedia

Seine Erfolge ermöglichten 1935 die Eröffnung eines weiteren Geschäfts in der Rue Royale. Lalique befand sich nun auf dem Gipfel seines Ruhms und hatte Kunden auf der ganzen Welt.

1940 wurde Lalique Fabrik von der deutschen Besatzungsmacht geschlossen. René Lalique starb am 1. Mai 1945 in Paris.

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