Der aus einer holsteinischen Bauernfamilie stammende Hans Olde studierte Kunst in München und in Paris, wohin er immer wieder zurückkehrte, um die Werke der Avantgarde zu studieren. In den 1880er und 1890er Jahre bereiste er aber auch seine Heimat sowie Schleswig und Dänemark, ein wiederholtes Ziel war das Gut Seekamp bei Kiel, wo 1888 das Gemälde Vor Sonnenaufgang entstand – ein stimmungsvolles Werk, das eine Mischung aus Landschaftsgemälde und gefühlvoller Studie zweier noch zurückhaltender Liebenden darstellt.

Noch im Jahr seines Entstehens wurde das Gemälde, das sich heute in Flensburger Privatbesitz befindet, in Kiel ausgestellt, zuletzt war es 2019 in einer Hans Olde gewidmeten Ausstellung auf Schloss Gottorf öffentlich zu sehen. Wie zwei Etiketten auf seinem Rahmen belegen, wurde Vor Sonnenaufgang auch 1893 auf der Weltausstellung in Chicago gezeigt.
Vor Sonnenaufgang stellt ein frühes Hauptwerk Hans Oldes dar und besticht sowohl durch seine Technik als auch durch seine Kompostion. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit unterrichtete Olde an den Kunsthochschulen in Weimar und Kassel.
Hans Oldes Vor Sonnenaufgang kommt als eines der Highlights der kommenden Auktion des Hamburger Auktionshauses Stahl. Die 670 Lose starke Offerte am 26. September umfasst Moderne Kunst, neuere Meister der norddeutschen Kunst sowie Künstlergrafik, Fotografie und Kunstgewerbe.

Ein Hamburger Motiv kommt mit Paul Kaysers nicht signierten Ölgemälde Brücke am Baumwall zum Aufruf, dessen Authentizität durch die Ehefrau des Künstlers bestätigt wurde.

Wohl ebenfalls in Hamburg entstand diese unikale Arbeit Udo Lindenbergs, der seit Mitte der 1990er Jahre im dortigen Hotel Atlantic wohnt. Zur gleichen Zeit begann er auch als bildender Künstler zu arbeiten. Einige seiner Werke zieren die Wände im Atlantic.

Nach Oldes frühem Meisterwerk ist von Otto Modersohn eine späte Arbeit unter den Highlights der Auktion vertreten. Heide mit Schafstall von 1937 entstand vermutlich in der Umgebung von Fischerhude, wo der Maler, der im Jahr zuvor die Sehkraft auf seinem rechten Auge verloren hatte, seit dem Tod seiner Frau Paula Modersohn-Becker im Jahr 1907 lebte.

Von der herben Landschaft Norddeutschlands an die von der Sonne verwöhnte französische Riviera geht es mit Conrad Felixmüllers 1926 entstandenen Gemälde Ma bonne l'onde. Der Titel des Gemäldes bedeutet übersetzt "Meine gute Welle", ist aber auch ein Wortspiel mit dem Namen der darstellten Person, Felixmüller Frau Londa, deren Kurven hier vom Maler, beleuchtet von den warmen Farben der untergehenden Sonne, in Szene gesetzt wurden.

Seinem Ruf als "Steinzeitmaler", der mit Strichmännchen und Symbolen arbeitete, mehr als gerecht wurde A. R. Penck 1990 mit Speerwerfer, das aus einer Hamburger Privatsammlung seinen Weg in die Auktion gefunden hat.

Seit 1976 arbeitete Penck immer wieder mit Jörg Immendorff zusammen, von dem die bronzene Doppelskulptur Alter Ego – Das andere Ich zum Aufruf kommt.

Ähnlich archaisch wie Pencks Œuvre ist auch die vorliegende Figur 1000 von Horst Antes, für die der Künstler 1987 seinen berühmten Kopffüßlern den Körper zurückgegab.

Eine aktuelle Arbeit liegt mit Mark Bockesch-Parsons metaphorischer Glas-Skulptur Destiny's Challenge von 2016 vor. Bockesch-Parsons wurde 1967 in Birmingham geboren, ging aber während seines Studiums nach Bloomington, Illinois, wo er seit 1995 in einem eigenen Atelier arbeitet.

Zu den älteren Arbeiten der Skulpturen-Offerte gehört die Bronzestatuette Friedrich der Große des Berliner Bildhauers Louis Tuaillon. Die Statuette ist eine kleine Version jenes Reiterstandbilds, das Tuaillon für die oberschlesische Stadt Beuthen (heute Bytom) geschaffen hatte.

In der Kategorie "Künstlergrafik" kommen Sammlungen mit Werken von Karl Hubbuch und Maurits Cornelis Escher zum Aufruf, vom Letzteren u. a. die signierte Lithografie Encounter – Begegnung.

Natürlich darf an dieser Stelle auch die Kategorie "Jugendstil – Art déco – Design" nicht unerwähnt bleiben, wo neben schönen Beispielen der Glaskunst auch diese Schrankwand des dänischen Architekten und Designers Mogens Koch zum Aufruf kommt. Der Entwurf von 1928 besteht aus variablen Regal- und Schranksegmenten und wurde aus furniertem Mahagoni bei Rudolph Rasmussen in Kopenhagen ausgeführt.
Die Versteigerung findet am 26. September um 11 Uhr im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Um eine Anmeldung zur Teilnahme im Auktionssaal wird gebeten. Die Ausstellung zur Auktion ist vom 19.-25. September zugänglich.
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