Bei Uppsala Auktionkammare steht vom 15. bis 18. Juni die nächste Qualitätsauktion an, die klassische Kunst und Asiatika sowie ein beeindruckendes Angebot an Kunsthandwerk aus mehreren bedeutenden Privatsammlungen umfasst. Die Versteigerungen beginnen mit der Sammlung von Lars Bellman, die schwedisches Silber vom Spätmittelalter bis zum Empire umfasst. In der Kunstabteilung sind Meisterwerke von Anders Zorn, Carl Wilhelmsson und Carl Milles anzutreffen. Darüberhinaus werden auch Möbel, Textilien, Schmuck, Uhren und vieles mehr angeboten.

In den 1880er Jahre zog es viele schwedische Künstler nach Paris. Für einige ging die Reise noch weiter und endete erst in dem kleinen Dorf Grez-sur-Loing. Dessen malerische Umgeben und den Alltag hielten die Künstler auf ihren Leinwänden und Skizzenblöcken fest.
Nach ihrem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Stockholm, ging Julia Beck 1879 nach Paris, um ihre Ausbildung an der Académie Julian fortzusetzen. 1882 schlug der schwedische Maler Richard Bergh Julia Beck und ihrer Kollegin Karin Bergöö vor, in die Künstlerkolonie nach Graz zu gehen. Die beiden Künstlerinnen folgten dem Ratschlag und schlossen sich der ländlichen Gemeinschaft an, der auch Carl Larsson, Nils Kreuger und Carolina Benedicks Bruce angehörten.

Wie die meisten Künstler von Graz ließ sich Julia Beck von ihrer Umgebung inspirieren. Zunächst Porträtmalerin, entwickelte sie sich dort zur Landschaftsmalerin. Sie nahm ihre Staffelei überall mit hin und malte, was sie sah. Sie hatte zudem ein besonderes Gespür dafür, das Licht und die Atmosphäre einzufangen. Die Motive sind vielfältig, sie malte Brücken, Gärten und Seen. Später erklärte sie einmal, wie wichtig es ist, direkt vor dem Motiv zu stehen: „Ein Gemälde muss ganz in der Natur gemalt werden. Nur so kann die richtige Atmosphäre erreicht werden.“
Becks Gemälde, das bei Uppsala Auktionskammare versteigert wird, zeigt eine Frau in einem Garten mit einigen Häusern im Hintergrund. Wer die Frau ist, bleibt unbekannt. Vielmehr symbolisiert sie für die Begegnung der skandinavischen Künstlerin mit der französischen Landschaft, die sie und ihre Künstlerfreunde stark prägte.

Um die Jahrhundertwende war in Schweden das Interesse am echten Schwedischen groß. Die Natur zu sehen, zu erleben, zu absorbieren und wiederum neu zu schaffen, ist niemandem so gut gelungen wie Gustaf Fjæstad. Ihm lag nichts daran, die Natur mit irgendwelchen Stilen zu verzerren und vermied Strömungen wie Kubismus, Surrealismus und Dadaismus, von denen sich so manch anderer schwedischer Künstler damals angezogen fühlte. Fjæstad wollte die Natur so malen, wie er sie sah.
In der Auktion liegt Fjæstads Gemälde Solreflektioner i vinterlandskap („Sonnenreflexionen in Winterlandschaft“) von 1916 vor, das einen glitzernden Wintertag zeigt. Für die Darstellung des weißen Schnees wählte Fjæstad eine pointillistische Technik mit pastosem Farbauftrag. In Kombination mit den breiten Pinselstrichen und warmen Farben für Licht und Reflexionen, entstand so eine Landschaft von kontrastreicher Tiefe.
Der „Meister des Raureifs“ genannte Fjæstad war nicht nur Maler, sondern auch Schöpfer von Möbeln, Textilien, Schmiedekunst und sogar Geigenbauer. Ebenso großes Talent zeigte er im Eislaufen und im Radsport.

Dieses Darstellung einer ruhenden Frau mit dem geflügelten Amor unter ihrem Bett basiert auf jener künstlerischen Technik, die darauf abzielt, das Auge des Betrachters zu täuschen. Das eigentliche Motiv wird teilweise von einem blauen Vorhang verdeckt, der am goldenen Rahmen befestigt ist. Allerdings sind weder der Vorhang noch der Rahmen echt, sondern nur gemalt. Diese Trompe-l’œil („täusche das Auge“) genannte Technik wird bereits seit der Antike verwendet und basiert auf einem römischen Mythos.
In seiner Naturalis historia erzählt Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.) den Mythos von Zeuxis und Parrhasius, zwei berühmten Malern des 5. Jahrhunderts v. Chr. Durch die Teilnahme an einem Wettbewerb wollten sie herausfinden, welcher von ihnen der bessere Künstler ist. Zeuxis malte eine Traube so täuschend echt, dass Tauben sie zu fressen versuchten. Als Parrhasius sein mit einem Vorhang bedecktes Bild präsentierte, bat Zeuxis ihn darum, den Vorhang zu entfernen, um das Bild betrachten zu können. doch es stellte sich heraus, dass der Vorhang nur auf die Tafel gemalt worden war. Der Gewinner hieß somit Parrhasius, da er nicht nur Tiere, sondern auch Menschen zu täuschen vermochte.

Einer der bedeutendsten schwedischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts war Carl Eldh. Nach seinen Studienjahren in Paris (1897-1904) wurde er für seine Werke, meist jugendliche Akte, gelobt. Die Bronzeskulptur, die in der Auktion zum Aufruf kommt, stellt eine junge Frau auf einem Felsen dar und war Eldhs erste Skulptur nach seiner Rückkehr aus Paris.

Am 15. Juni kommt Lars Bellmans großartige Silbersammlung zum Aufruf, über die Jan Ribbhagen, einer der führenden Silber- und Schmuckexperten Schwedens, sagt: „Auf dem Grundstück in der Odengatan 62, wo Lars Bellman aufgewachsen ist, befand sich auch unser Geschäft. Meine beiden Brüder und mein Vater Kurt waren alle Goldschmiede und mein Vater interessierte sich sehr für Silber. Lars war so alt wie meine Brüder und sie luden ihn gerne ein, ihr Handwerk näher kennenzulernen - Papa erzählte mir davon! Dort begann Lars' Liebe zum Silber richtig aufzublühen.“
Unter den 234 angebotenen Losen befindet sich auch ein Paar konischer Silberbecher, die 1702 von Henning Petri in Nyköping hergestellt wurden. Petri war im Barock einer der bedeutendsten Goldschmiede außerhalb Stockholms. Das Becherpaar ist ein hervorragendes Beispiel für jene schlichte Ausrichtung des schwedischen Barocksilbers, die sich deutlich von den auffälligen und reich verzierten Stücken jener Epoche auszeichnet.

Uppsala Auktionskammare bietet auch eine Vielzahl an hochwertigen Möbeln an, von farbenfroher Folklore bis hin zu gustaviansichen Stücken aus Stockholm. Zu den Highlights gehöret hier ein Empire-Konsoltisch von Carl Fredrik Thim, der von 1818 bis 1834 als Spiegelhersteller und Großhändler in Stockholm tätig war. Die Marmorplatte des schönen Tischs mit Blattgolddekor ruht auf zwei geschnitzten geflügelten Fabelwesen. Verwendet wurde Carrara-Marmor, eine der berühmtesten Marmorsorten der Welt, die bereis in der römischen Antike zum Einsatz kam.

Der letzte Auktionstag präsentiert einen hervorragend bestückten Katalog mit asiatischer Kunst. Zum Aufruf kommen viele interessante Objekte verschiedener Epochen, die aus Textilien, Porzellan, Papier, Holz, Lack oder Bronze gefertigt wurden.
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