Was heute die hochkomplizierte Armbanduhr ist, war im Zeitalter des Barock die prachtvolle Tischuhr, mit der Fürsten und jeder, der es sich leisten konnte, ihre Macht und ihren Reichtum zur Schau stellen konnten. Eine der besten Quellen für solche Uhren war Augsburg, wo die Uhrmacherkunst seit dem 14. Jahrhundert zuhause war.

1705 stellte dort Hieronymus Syx sein Können unter Beweis und fertigte innerhalb der in den Zunftstatuten von 1577 dafür vorgeschriebenen sechs Monate eine herausragende astronomische Tischuhr als sein Meisterstück an. Das von Syx signierte und mit der Augsburger Cyr-Marke versehene Werk in einem Rahmen aus vergoldetem Messing bedient eine Vielzahl von Zifferblättern, die neben der Zeit unter anderem auch die Monate, Tierkreiszeichen und Heiligentage anzeigen. Des weiteren gibt es eine Weckfunktion und ein Astrolabium.

Das prachtvolle Gehäuse zieren stilisierte Delfin- und Balustersäulen, Kunckel-Goldrubinglas sowie silberne Blattornamente. Bekrönt wird das alles von einem knienden Atlas, der die Weltkugel trägt, die wiederum mit einem Band mit Mondphasenanzeige ausgestattet ist.
Die Meisteruhr von Hieronymus Syx wird am 9. Dezember im Zuge der Dezember-Auktionen im Münchener Auktionshaus Hampel versteigert. Neben beeindruckender Handwerkskunst kommt eine vielfältige Offerte mit Gemälden und Skulpturen zum Aufruf, die die Alten Meister genauso umfasst, wie Vertreter des Impressionismus und der Moderne sowie weitere Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.

Das älteste Highlight, das wir Ihnen an dieser Stelle vorstellen möchten, stammt aus dem 1. und 2. Jahrhundert. Es ist das in Dreiviertel-Lebensgröße ausgeführte Marmorstandbild einer römischen Dame, die in der damals für eine solche typischen Tracht, bestehend aus Chiton und Peplos, dargestellt wurde.

Während die Identität der Römerin wohl für immer ein Geheimnis bleiben wird, ist uns dieser Herr, den Peter Paul Rubens gemeinsam mit Mitarbeitern seiner Werkstatt porträtierte bekannt: Erzherzog Albrecht VII. von Österreich, der als Statthalter über die Spanischen Niederlanden regierte und ein großer Förderer der Kunst im Allgemeinen und von Rubens im Besonderen war.

Die Highlights der christlich-religiösen Malerei führen uns zum Ende des irdischen Daseins Christi. Zunächst sei auf eines der seltenen Werke des niederländischen oder flämischen Malers Matthias Stomer d. Ä. hingewiesen. In der Ecce Homo-Darstellung ist der Einfluss des Chiaroscuro von Caravaggio mehr als deutlich.

Der aus der Lombardei stammende Maler Ambrosius Benson, der in Brügge das Bürgerrecht erworben und eine Werkstatt gegründet hatte, war nicht nur für seine aktenkundigen außerehelichen Affären, sondern auch für seine hohe Produktivität bekannt. Seine Werke verkaufte er bis nach Portugal und Spanien. Das vorliegende Gemälde mit der Bewertung Christi könnte eines davon und Teil der königlichen Sammlung in Spanien gewesen sein.

Auch die vielen qualitätsvollen venezianischen Veduten dürfen nicht unerwähnt bleiben. Sie stammen unter anderem von William James, Michele Giovanni Marieschi und Antonio Joli, der uns einen weiten Blick über die Lagune mit dem Bacino di San Marco und der Giudecca in der Ferne gewährt.

Unter den Stillleben der Auktion ist vor allem dieser Blumenkorb mit Marienkäfer zu nennen, den Jan Brueghel d. J. in Öl auf Holz ausführte. Der in einem harmonischen Farbstil gehaltene Strauß von Schnittblumen, von denen einige bereits die Köpfe hängen lassen, sollen an die begrenze Dauer des Lebens erinnern.

Ebenfalls in der Auktion vertreten ist Jan van Kessel d. Ä., ein Neffe Jan Brueghels d. J. Der vielseitige Maler ist vor allem für seine detailgenauen Naturstudien bekannt, für die er bereits zu Lebzeiten viel Lob erhielt. Eine solche kommt im Dezember auch bei Hampel zum Aufruf.

Wechseln wir nun von den Alten Meistern zu deren modernen Kollegen. Auch bei ihnen stand die Natur nach wie vor hoch im Kurs. Aus einer japanischen Privatsammlung stand dieses Stillleben mit Blumenvase des polnisch-französischen Malers Moïse Kisling, der ab 1910 auf dem Montmartre lebte und arbeitete. Neben den eigentlichen Motiv muss auch auf die hauchzarte Wiedergabe der Vorhänge hingewiesen werden.

Ein weiteres Stillleben liegt von der bedeutenden deutschen Expressionistin Gabriele Münter vor, das verschiedene auf einem Tisch platzierte Objekte vor einer aufrecht an der Wand lehnenden schwarzen Schale darstellt. Das Werk ist ein schönes Beispiel für Münters Auseinandersetzung mit der bayrisch-regionalen Volkskunst, mit der sie sich damals auseinandersetzte.

Mit zwei Gemälden, die das Geschehen an einem Markttag zum Thema haben, ist Eugène Boudin, Freilichtmaler und Vorläufer des Impressionismus, in der Auktion vertreten. Zum einen mit dem städtischen Markt zu Füßen der Kathedrale von Dieppe, zum anderen mit einem ländlichen Viehmarkt in der Bretagne.

Unser jüngstes Highlight wurde 1979 von Fernandez Arman ausgeführt. Das titellose Werk ist eine typische Arbeit des französischen Künstlers, der für seine Kunst verschiebe Objekte zertrümmerte oder auch verbrannte. Im vorliegenden Fall war eine Geige „das Opfer“, dem als Kunstwerk jedoch ein zweites Leben geschenkt wurde.
Beachten Sie auch die beiden Hampel Living-Auktionen mit Schmuck, russischer Kunst, Gemälde und weiteren dekorativen Objekten.
Die Versteigerungen finden am 9. Dezember ab 10 Uhr im Auktionshaus Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 4. bis 7. Dezember möglich.
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