Am 10. Dezember versteigert Lehner Kunstauktionen in Wien Werke moderner und zeitgenössischer Künstler. Angeführt wird die 220 Lose starke Offerte von einem musealen Werk des Malers Alexander Koester, der aufgrund seines bevorzugten Motivs bereits zu Lebzeiten "Enten-Koester" genannt wurde.
Alexander Koester, der als freischaffender Maler arbeitete entdeckte die Ente Ende des 19. Jahrhunderts als sein liebstes Modell, das er nicht nur hervorragend zu malen verstand, sondern das er auch sonst eifrig studierte und so zu einem echten Enten-Experten wurde.

Das Gemälde Enten unter Bäumen, das bei Lehner angeboten wird, entstammt der Spätphase Koesters ab 1915, in der der Maler in einem kleinen Atelier in Dießen am Ammersee arbeitete.
Zumindest früher galt für ein Koester-Bild die Faustregel "Je mehr Enten, desto teurer". Auf dem vorliegenden Gemälde sind 22 zu erkennen und damit eine mehr, als auf dem aktuellen Rekordbild Koesters, das 2008 bei Sotheby's versteigert wurde...

Nach einem klassischen Koester hat die Offerte mit dem Gemälde Berghof auch einen klassischen Mulley im Angebot, denn der österreichische Maler malte nichts so oft wie ländliche Behausungen in einer schroffen Gebirgswelt. Neben diesen Motiven ist es vor allem der pastose Farbauftrag, der den Werken Oskar Mulleys ihren hohen Wiedererkennungswert verleiht.
Einige Jahrzehnte später beschäftigte sich Franz Grabmayr mit der immer weiter zurückgedrängten ländlichen Lebensweise. Grabmayrs Farbauftrag war noch wesentlich pastoser und wurde mit einem Spachtel so großzügig ausgeführt, dass ein Gemälde 60 oder sogar 100 kg wiegen konnte.

Jakob Gasteiger ist vor allem für seine reliefartigen Monochromien bekannt, mit denen er die Grenzen zwischen Malerei, Grafik und Skulptur überwindet und die der Farbe eine eigenständige Bedeutung geben.

Zweimal Rot sehen wir mit den jeweils titellosen Arbeiten der großen Konstruktivstin Hildegard Joos und des Einzelgängers Josef Winkler. Winkler, der seinen eigenen Weg vom abstrakten Expressionismus zum Informel und wieder zurück gegangen ist und zwischendurch viele Jahre Kunst verkaufte, statt sie zu erschaffen, ist mit einem erst in jüngerer Zeit entstandenen Werk in der Auktion vertreten, in dem er den Vanitas-Gedanken in Gestalt eines nur noch schemenhaft erkennbaren, dekonstruierten Totenschädel aufgreift.

Ein Totenschädel ist auch Teil des Werks Die siebenundvierzigste menschliche Situation: Durch die Liebe den Tod überwinden können und wollen von Curt Stenvert. Hier dient er jedoch nicht als Vanitas-Symbol. Stenvert möchte mit dem von transparentem Stoff verhüllten und von Blumen umgebenen goldenen Totenschädel seine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass Liebe Hass und Tod letztendlich überwinden wird.
Eine weitere spannende Arbeite stammet von Martha Jungwirth, in deren titelloser früher Zeichnung man die Figuren beinahe wie in einem Suchbild aufstöbern muss, während Rosa und Schwarz miteinander korrespondieren.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch eine auf Papier ausgeführte Arbeit von Sam Francis aus dem Jahr 1967, die durch ihre Kombination aus harter Geometrie und weich ineinander verlaufenden Farben besticht.

Das letzte Serigrafie-Portfolio, das Andy Warhol vor seinem Tod schuf, war 1986 Cowboys and Indians, eine 10-teilige Arbeit, in der er direkte und indirekte Legenden des Wilden Westens wie Popstars in Szene setzte. Eines der Bilder zeigt den späteren US-Präsidenten Theodore Roosevelt während seiner Zeit beim Militär. Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um einen Siebdruck aus einer posthumen Edition, genauer gesagt um einen von 15 Printer's Proofs dazu.

Der Schöpfer von Teddy Roosevelt ist auch auf einer der vier Fotografien von Michael Horowitz, die Teil der Offerte sind. Die anderen Aufnahmen zeigen Kiki Kogelnik, Oswald Tschirtner und Johann Hauser sowie Helmut Leherb und Lotte Profohs.
Die Auktion findet am 10. Dezember bei Lehner Kunstauktionen, Getreidemarkt 1/8 Mezzanin, in Wien statt. Vorbesichtigungen sind dort am 8. und 9. Dezember sowie am Auktionstag möglich.


