Im April hing das Gemälde Buste de femme au chapeau (Dora), das Pablo Picasso 1939 von seiner Muse und Geliebten Dora Maar gemalt hatte, an der Wand einer bäuerlichen Scheune in der Schweiz. Warum? Das Gemälde befindet sich im Besitz der Fondation Beyeler, einem Museum in der Nähe von Basel. Um seine aktuelle Frühjahrsausstellung, die noch bis zum 16. Juni dem Schaffen des jungen Picasso während dessen blauer und rosa Phase gewidmet ist, zu bewerben, rief die Stiftung den Wettbewerb #myprivatepicasso ins Leben. Die Teilnehmer mussten dafür erklären, weshalb ausgerechnet bei ihnen einen echtes Gemälde von Picasso für 24 Stunden aufgehängt werden sollte. Die Fragestellung entsprach dem zu verlosenden Preis.

Sieger des Gewinnspiels war Hanspeter Benz aus Wettingen bei Zürich, in dessen Scheune das kostbare Kunstwerk vorübergehend ein neues Zuhause fand. Die Übergabe fand in einer kleinen Zeremonie statt, der auch Diana Widmaier-Picasso, die Enkelin des Künstlers, teilnahm.
Da fragt man sich natürlich: Ist es nicht riskant, einen Picasso in einem Stall auszustellen? Im Grunde nicht. Die Fondation Beyeler und das Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom überwachten das Werk genauestens. Ein spezieller Rahmen sorgte dafür, dass Feuchtigkeit fern- und die Temperatur konstant gehalten wurde. Auch ein GPS-Sender war eingebaut. Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler erklärte, das der Wettbewerb ins Leben gerufen worden war, um mehr Menschen zu ermutigen, sich mit Kunst zu beschäftigen und öfter ins Museum zu gehen.