Am vergangenen Samstag ließ das Stuttgarter Auktionshaus Eppli den Monat Juni mit zwei Auktionen ausklingen, bei denen knapp 600 Lose zum Aufruf kamen.

Zunächst stand in der Eppli Auktionshalle in Leinfelden-Echterdingen ein breitgefächertes Angebot mit Schmuck, Kunst, Möbeln und Kunsthandwerk auf dem Programm. Auch Spielzeug war mit von der Partie. Hier konnte vor allem ein handbemaltes Modell des Stuttgarter Hauptbahnhof von 1930-54 überzeugen. Das für die Spuren 0 und H0 von Märklin hergestellte Modell erzielte 2.200 Euro, womit es seinen Startpreis von 1.000 Euro mehr als verdoppeln konnte.

Eine Punktlandung vollführte ein Los mit drei Objekten der Porzellanmanufaktur Herend, für das die geforderten 850 Euro gezahlt wurden. Die beiden Vasen und die Schale sind in ihrer Form an den Rokokostil angelehnt und mit dem "Rothschild-Dekor" verziert. Das Dekor mit zwölf unterschiedlichen Vogelpaaren hielt in den 1850er Jahren Einzug bei Herend. Mitglieder der wohlhabenden Bankiersfamilie Rothschild waren sofort angetan und bestellten Service mit dem Dekor für ihren Privatgebrauch. 1861 wurde das Dekor zu Ehren der Familie nach umbenannt.

Beinahe verdreifachen konnte eine Bronzeplastik des deutschen Bildhauers Ernst Seger ihren Startpreis von 650 Euro (Ergebnis 1.900 Euro). Seger, der eine zeitlang Mitarbeiter von Auguste Rodin in Paris gewesen war, wurde um 1900 mit seinen Jugendstilfiguren bekannt. Die vorliegende Tänzerin ist in diesem Kontext zu sehen.

Unter den Möbelstücken der Offerte muss auf einen großen Wandspiegel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hingewiesen werden. Der Stil des für 1.600 Euro (Startpreis 650 Euro) verkauften Spiegels entspricht dem Übergangsstil zwischen Rokoko und Klassizismus. Vor allem aber erinnert er an den Stil, mit dem Königin Marie Antoinette ihr privates Lustschlösschen Trianon im Park von Versailles dekorierte: Vergoldete Zierelemente wie Schleifen, die mit floralen Mustern und naturalistisch bemalten Schnitzereien kombiniert wurden.
Im Anschluss richtete sich der Fokus auf eine Auktion mit Münzen, Medaillen, Briefmarken, Banknoten und Historika.

Wie zuvor das Rothschild-Porzellan erzielte auch hier ein Los genau den geforderten Startpreis: 24 britische Goldsovereigns wechselten für 8.500 Euro den Besitzer. Der Sovereign wurde 1817 als Zahlungsmittel eingeführt und zeigt auf seiner Rückseite Englands Schutzpatron, den Heiligen Georg. Die Vorderseite ist dem jeweiligen Staatsoberhaupt gewidmet, in diesem Fall Königin Victoria (1x), König George V. (5x) sowie Königin Elizabeth II. (18x, davon 16x mit Schleife und 2x mit Diadem).

Ausschließlich aus der Zeit Königin Victorias stammen die vier Goldsovereigns, die, gebettet in ein passendes Etui, für 1.650 Euro (Startpreis 1.400 Euro) versteigert wurden. In der langen Regierungszeit Victorias kamen Sovereigns mit fünf verschiedenen Porträts der Herrscherin in Umlauf, drei davon liegen hier vor. Zwischen 1838 und 1874 wurden zudem Sovereigns mit dem königlichen Wappen statt des Heiligen Georgs geprägt.

Seit 2016 wird in den Münzprägestätten der Bundesrepublik Deutschland die Feingold-Serie Heimische Vögel geprägt, mit einem Vogelmotiv pro Jahr. Als Motive dienten die Nachtigall, der Pirol, der Uhu, der Wanderfalke und der Weißstorch. Im aktuellen Jahr wird die Serie mit dem Motiv "Schwarzspecht" abgeschlossen. Bei Eppli kam ein Set mit den ersten fünf Motiven für 840 Euro zum Aufruf. Verkauft wurde es für 1.350 Euro.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch dieses Los mit zwei Steckbindern, die mit Frankaturen der Bundesrepublik Deutschland im Wert von ca. 550 Euro gefüllt sind. Neben Weihnachtsbriefmarken verschiedener Jahrgänge, sind auch Gedenkmarken wie "300 Jahren Porzellanherstellung in Deutschland", "20 Jahre Deutsche Einheit" oder "200 Jahre Oktoberfest" enthalten. Mit einem Startpreis von 280 Euro aufgerufen, durfte der Höchstbietende dieses interessante Los schließlich für 420 Euro mit nach Hause nehmen.
Bereits am 19. Juni fand eine hauptsächlich Uhren und Schmuck gewidmete Auktion statt, in der jedes der 268 Lose ohne Limitpreis aufgerufen wurde.

Von 0 auf 800 Euro ging es für diesen Ring, der in den 1970er Jahren aus 14-karätigem Weißgold angefertigt wurde. Besetzt wurde die breite Ringschiene mit einem ovalen Saphir von ca. 4 ct, der von Diamanten im Achtkant- und Brillantschliff von zusammen ca. 0,40 ct begleitet wird.

Ein weiteres Highlight war dieses Konvolut mit sieben Goldringen und einer Anstecknadel, das für 2.200 Euro den Besitzer wechselte. Jedes der Schmuckstücke ist mit Diamanten besetzt. Einen Ring ziert zusätzlich noch ein grüner Turmalin, einen weiteren, der wie ein Reptil geformt ist, eine Reihe von Saphiren.

Auch wer sich schon lange eine Uhr von Rolex wünscht, diese aber immer als zu teuer empfand, sollte in den No Reserve-Auktionen von Eppli vorbeischauen. Diese wunderschöne Vintage-Lady Datejust Ref. 6917 in Bicolor-Optik wurde für den Schnäppchenpreis von 1.800 Euro verkauft.
Dies waren nur elf der vielen guten Ergebnisse, die Eppli im Juni für die Objekte seiner Kunden erzielen konnte. Besitzen Sie auch etwas, das Sie gerne bei Eppli versteigern lassen möchten? Was Sie dafür tun müssen, erfahren Sie hier.
Alle aktuellen Lose von Eppli können Sie gleich hier entdecken!
