Vom 16. bis 18. November dürfen sich Freunde und Sammler der Kunst des Jugendstils und des Art décos auf vier hervorragend besetzte Auktionen freuen, die das in München beheimatete Auktionshaus Quittenbaum präsentiert.
Los geht es am 16. November um 15 Uhr mit der Auktion „Lalique Only“, die, wie ihr Name bereits verrät, ausschließlich Erzeugnisse der berühmten von René Lalique gegründeten Glasmanufaktur umfasst.

Nachdem sich Lalique zunächst als Jugendstil-Juwelier einen Namen gemacht hatte, wandte er sich ab etwa 1910 der Glaskunst zu, mit der er das Art déco nachhaltig prägte. Bei Quittenbaum kommen Meisterwerke wie die Vase Bammako von 1934 und die Tischleuchte Bacchantes von 1927 zum Aufruf.

Weiter geht es um 16 Uhr mit dem ersten Teil der Jugendstil- und Art déco-Offerte, der ebenfalls der Glaskunst dieser beiden Epochen gewidmet ist und deren große Vertreter versammelt: Tiffany, Émile Gallé, Almaric Walter, Gabriel Argy-Rousseau – um nur einige zu nennen.

Als ganz besonderes Highlight kommt hier eine seltene Vase der Brüder Daum zum Aufruf. Das schöne Stück und grünem und rosafarbenem Überfangglas ist mit einem geätzten Dekor mit Blüten und Blättern sowie einem golderhöhten Emailledekor verziert. Letztes stellt einen Drachen und einen Phönix bei Tanz dar – ein Motiv, das der chinesischen Mythologie entnommen wurde. Drache (Mann) und Phönix (Frau) sind als liebende Seelenverwandte dargestellt, wodurch sie die stärksten aller Wesen werden. Die Ikonographie der Vase sowie die Tatsache, dass sie am Boden mit einem genauem Datum versehen wurde, deuten darauf hin, dass sie einst einem glücklichen Paar als Hochzeitsgeschenk überreicht wurde.

Ein weiteres seltenes Stück ist die Marqueterie-Vase Ancolies von Émile Galle aus dem Jahr 1902. Die in Form einer Blüte gestaltete Vase wurde mit mehrfarbiger, gravierter Marqueterie verziert, die teilweise über zersprengter Metallfolie appliziert wurde.

Im Bereich „Beleuchtung“ sei zunächst auf diese Tischleuchte aus den 1920er Jahren hingewiesen, die die damalige Begeisterung für das antike Ägypten aufgreift. Während es sich bei der gläsernen Tülle um eine Anfertigung der Brüder Daum handelt, stammt der bronzene Fuß in Form einer sich erhebenden Kobra vom Schmied Edgar Brandt.

Auf der anderen Seite des Atlantik hat sich in Sachen Beleuchtung keiner einen solchen Namen gemacht, wie die Tiffany Studios in New York. Die von Blüten inspirierten, gläsernen Lampenschirme sind geradezu legendär und werden noch immer gern kopiert. Auf jeden Fall um ein Original handelt es sich bei der Tischleuchte Crocus von ca. 1910.
Der zweite Teil der Jugendstil- und Art déco-Offerte kommt am 17. November um 15 Uhr unter den Hammer. In dieser zweiten Sitzung stehen Möbel, Keramik und figürliche Bronzen im Fokus.

Angeführt wird die Offerte von einer seltenen Chryselephantin-Figur von Demètre H. Chiparus, für die er sich um 1925 ein weiteres Mal von den damals populären Revuen inspirieren ließ. Die exotische Danseuse au éventail im hautengen Trikot kniet auf einem Kompositsockel aus Marmor und Onyx.

Auf traditionellen Figuren der italienischen Commedia dell’arte basiert das Tanzpaar, das Chiparus in der Figur Fancy Dress zusammenführte. Während das Gewandt des Pierrot weitergehend der Tradition entspricht, ist das Kostüm der Columbine dem Geschmack der Art déco-Ära angepasst.

Unter den Möbelstücken der Offerte sind zwei Lose mit Arbeiten von Émile Gallé hervorzuheben. Gallé machte sich vor allem als Jugendstil-Glaskünstler einen Namen (siehe oben), doch auch seine Möbelstücke zeugen von seiner hohen Kunstfertigkeit und Fantasie, die ihre Nahrung in der Natur fand. Die in der Auktion vertretene Jugendstil-Vitrine Martin-pêcheur von ca. 1900 verdankt ihren Namen den beiden plastisch gearbeiteten Eisvögeln an der Seiten der Tür. Die Rückwand ist mit einer Marquetrie verziert, die einen von Trauerweiden umstandenen und von Libellen umschwirrten See darstellt.

Ein Set mit sechs Stühlen im Louis XIII.-Stil entführt uns in eine frühere Periode in Gallés Schaffen, als dieser noch dem Historismus verbunden war. Entworfen wurden die Stühle, deren Rückenlehnen verschiedene Bäume und Pflanzen aufgreifen, für die Pariser Weltausstellung von 1889, wie eine Gravur auf der Rückseite eines Stuhls verrät.
Den Abschluss der Auktionsreihe bildet am 18. November um 15 Uhr die Versteigerung des zweiten Teils einer spektakulären deutschen Privatsammlung mit Perlbeuteln und Perlarbeiten. Den ersten Teil dieser Sammlung dürfen wir Ihnen im Juni vorstellen.

Zu den Highlights gehören hier ein um 1920 angefertigter Art déco-Beutel mit einem Muster aus geometrischen Formen sowie eine große Brosche, deren Perlenstickerei auf Netzstoff ausgeführt und in Silber gefasst wurde.

Die Auktionen finden bei Quittenbaum Kunstauktionen, Theresienstraße 60, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort von 11. bis 15. November möglich.
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