Eine Kunstsammlung auf höchstem Niveau

60 Jahre lang war der Kunsthändler Reinhold Hofstätter (1927-2013) eine feste Größe der Wiener Kunstszene. Das Auktionshaus Dorotheum hat morgen (10. Mai) die Ehre, Kunst und Antiquitäten aus Hofstätters herausragender Sammlung zu versteigern.

BALTHASAR PERMOSER (1651 – 1732) zug. - Doppelbüste "Leid und Bestürzung", Marmor Schätzwert: 40.000-60.000 EUR
BALTHASAR PERMOSER (1651 – 1732) zug. - Doppelbüste "Leid und Bestürzung", Marmor Schätzwert: 40.000-60.000 EUR

Die Offerte der Auktion setzt sich aus erlesener Kunst und Antiquitäten zusammen, die aus seinen beiden Wiener Niederlassungen sowie seinem dortigen, eklektisch eingerichteten Wohnsitz stammen. Hofstätter ist es im Laufe seiner langen Karriere als Kunsthändler gelungen, eine herausragende Sammlung bedeutender Möbel, Kunstwerke und -objekte zusammenzutragen, die vom Mittelalter bis zum Art déco reicht.

BALTHASAR PERMOSER (1651 – 1732) zug. - Doppelbüste "Leid und Bestürzung", Marmor Schätzwert: 40.000-60.000 EUR
BALTHASAR PERMOSER (1651 – 1732) zug. - Doppelbüste "Leid und Bestürzung", Marmor Schätzwert: 40.000-60.000 EUR

Eine exquisite Arbeit, die Balthasar Permoser zugeschrieben wird, sehen wir hier mit dieser an antike Hermen erinnernde Doppelbüste "Leid und Bestürzung" aus weißem portugiesischem Marmor. Permoser war einer der bedeutendsten Bildhauer des Barock und ab 1689 als Hofbildhauer in Dresden tätig, wo er 1732 auch verstarb.

Die Renaissance ist gut vertreten mit einer Reihe italienischer Holzmöbel mit geschnitztem oder gedrechseltem Dekor. Nicht weniger interessant ist die Sammlung außergewöhnlicher Holzobjekte des 17. und 18. Jahrhunderts, wie eine Zitronenpresse in der Form eines Löwen oder der mit Spitzen und innen liegendem Handgriff versehene Schläger für das Gioco del Pallone, ein italienisches Ballspiel, das seit dem Mittelalter bekannt ist.

Zu den jüngsten Objekten der Auktion zählen Fayencen aus Delft, die teilweise um 1900 entstanden sind. Sie zeugen von der langen Delfter Tradition der Keramikkunst.

Oben: Kugelarmbrust aus Holz mit Eisenbeschlägen, italienischer Typ, 17. Jh. Schätzwert: 1.000-2.000 EUR Links: Palloneschläger oder “Bracciale”, Holz, 17./18. Jh. Schätzwert: 2.000-3.000 EUR Rechts: Geschnitzte Zitronenpresse in Form eines Löwen, Nussholz, Italien um 1700 Schätzwert: 1.000-1.600 EUR
Oben: Kugelarmbrust aus Holz mit Eisenbeschlägen, italienischer Typ, 17. Jh. Schätzwert: 1.000-2.000 EUR Links: Palloneschläger oder “Bracciale”, Holz, 17./18. Jh. Schätzwert: 2.000-3.000 EUR Rechts: Geschnitzte Zitronenpresse in Form eines Löwen, Nussholz, Italien um 1700 Schätzwert: 1.000-1.600 EUR

 

Paar Kühe, bemalte Fayence, Delft um 1760 Schätzwert: 1.000-1.400 EUR
Paar Kühe, bemalte Fayence, Delft um 1760 Schätzwert: 1.000-1.400 EUR

Nich weniger erlesen als die Möbel und Kunstobjekte der Sammlung, sind auch die Gemälde. Unter diesen finden sich viele religiöse und Märtyrerszenen vom Mittelalter bis zum Barock, darunter das um 1530 entstandene herausragende Werk Ecco Homo, eines unbekannten niederrheinischen Künstlers.

Ein weiteres Highlight der Auktion und mit einem Schätzwert von 400.000-500.000 Euro auch das teuerste gehört zu den jüngsten Objekten. Es handelt sich um die idyllisch-realistische Szene Kinder am Morgen Bilder betrachtend des österreichischen Malers Ferdinand Georg Waldmüller. Waldmüller war in seiner Heimat der bedeutendste Maler des Biedermeier.

FERDINAND GEORG WALDMÜLLER (Wien 1793–1865 Hinterbrühl) - Kinder am Morgen Bilder betrachtend, Öl/Holz, signiert und datiert, 1853 Schätzwert: 400.000-500.000 EUR
FERDINAND GEORG WALDMÜLLER (Wien 1793–1865 Hinterbrühl) - Kinder am Morgen Bilder betrachtend, Öl/Holz, signiert und datiert, 1853 Schätzwert: 400.000-500.000 EUR

Die Versteigerung der Sammlung Reinhold Hofstätter findet im Dorotheum in zwei Abschnitten statt. Der erste Teil mit 238 Objekten kommt am 10. Mai ab 16 Uhr im Palais Dorotheum unter den Hammer. Der zweite Teil mit ca. 400 weiteren Losen folgt im September.

Reinhold Hofstätter gründete sein erstes Geschäft übrigens 1953 in der selben Straße, in der sich auch das Dorotheum befindet: Die Dorotheergasse. Als Startkapital soll ihm damals der Erlös aus dem Verkauf einer ererbten goldenen Taschenuhr gedient haben. Dieser Geschäftssinn, gepaart mit einem unvergleichlichen Kunstverständnis haben Reinhold Hofstätter in 60 Jahren eine herausragende Sammlung zusammentragen lassen, die die besten Stücke der verschiedenen Epochen vereint.

Entdecken Sie das gesamte aktuelle Angebot des Wiener Dorotheums hier bei Barnebys.