Vom 21. bis 25. März lädt das in Zürich beheimatete Auktionshaus Schuler erneut zu einer mehrtägigen Auktion ein, die Kunst und Kunsthandwerk mehrerer Epochen, Antiquitäten, Schmuck, Uhren und weitere spannende Kategorien umfasst.
Der erste Teil der knapp 3.000 Lose kommt am 21. März in einer reinen Onlineauktion unter den Hammer, während vom 23. bis 25. März die Gebotsabgabe im Saal, schriftlich und natürlich ebenfalls online möglich ist.
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Zu den ältesten Stücken, die Schuler diesen Monat versteigert, gehört diese faszinierende Frauenstatuette aus Slowenien. Mit ihren ausladenden Proportionen erinnert sie stark an die berühmte Venus von Willendorf, die 1908 entdeckt wurde und im Naturhistorischen Museum Wien ausgestellt wird. Im Gegensatz zu ihrer österreichischen „Schwester“, die aus mit Eisenoxid gerötetem Kalkstein besteht, wurde diese Venus aus Mammutelfenbein geschnitzt. Mit ihren 12 cm ist sie einen Zentimeter größer als die Venus von Willendorf. Bei beiden handelt es sich jedoch um Stücke des Jungpaläolithikums, also des jüngeren Abschnitts der Altsteinzeit, der mit der Einwanderung des modernen Menschen nach Europa vor etwa 45.000 Jahren begann und nach der letzten Kaltzeit endete (vor rund 11.700 Jahren).

Mit einem gewaltigen Zeitsprung begeben wir uns nun in die Zeit um 1500, als die Spätrenaissance in die Renaissance überging, wofür das vorliegende Werk mit der Verspottung Christi eines unbekannten süddeutschen Künstlers ein schönes Beispiel darstellt. Die detailliert wiedergegeben Figuren, von denen zwei dem in der Mitte sitzenden Christus mit langen Stangen die Dornenkrone aufs Haupt drücken, befinden sich in einer Architektur, die perspektivisch dargestellt ist.

Wohl um das Meisterstück des Nürnberger Silberschmieds Joachim Friedrich Trechsel handelt es sich bei diesem barocken Traubenpokal aus vergoldetem Silber, denn die Nürnberger Goldschmiedeordnung verlangte seit 1531 die Anfertigung eines solchen Gefäßes für das Erlangen des Meisterbriefes. Für das vorliegende Stück stellte Trechsel sein Können um 1625 vortrefflich unter Beweis und bekrönte es mit Blüten in einer Vase, während der Schaft wie ein Baumstamm gestaltet ist, den ein vollplastisch gearbeiteter Holzfäller zu fällen beabsichtigt.

Ins London des 19. Jahrhunderts begeben wir uns nun mit dieser klassischen Herrensavonette aus massivem Gelbgold, die um 1880 vom Uhrmacher John Bennett angefertigt wurde. Die Grande Complication ist ausgestattet mit kleiner Sekunde, Mondphasen-, Wochentags- und Datumsanzeige und einem 3-Jahres-Kalender sowie einem 60-Sekunden-Chronograph. Der Sprungdeckel wurde neben einer floralen Gravur mit der Besitzerinschrift "Mufti Mohd. Baqar“ versehen. Sir John Bennett (1814-1897), der aus einer Uhrmacherfamilie stammte, eröffnete 1836 ein eigenes Geschäft in der Londoner Cheapside. Neben seinem Geschäft machte er vor allem als Lokalpolitiker und exzentrische Persönlichkeit von sich reden.

Mit dem höchsten Schätzpreis der Gesamtofferte kommt ein loser Fancy Vivid Yellow Diamant im achteckigen Stufenschliff von 5,817 ct zum Aufruf. Mit im Los enthalten ist eine Montur aus Platin, die auf ihren Schultern mit 6 Diamant-Trapezen von zusammen ca. 2,40 ct besetzt ist und in ihrer zentralen Fassung den gelben Diamanten aufnehmen kann. Die Montur trägt die Signatur von Juwelier William Ruser, der 1947 ein Geschäft am berühmten Rodeo Drive in Beverly Hills eröffnete, wo er die Stars von Hollywood mit figurativem und klassischem Schmuck ausstattete.

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die internationale Kunst des 20.-21. Jahrhunderts, die ebenfalls Teil der Offerte ist und mit der wir im Hier und Heute angekommen sind. In dieser Kategorie ist vor allem auf ein nicht betiteltes Werk des chinesischen Künstlers Hong Yi Zhuang (*1962) aus dem Jahr 2018 hinzuweisen. Zhuang ist für seine Arbeiten aus Reispapier bekannt, das er in verschwenderische Blütenmeere verwandelt und mit Acrylfarbe besprüht, wobei die Bilder je nach Betrachtungswinkel die Farbe verändern. Als Inspirationsquelle dienten dem Künstler die endlosen Blumenfelder in den Niederlanden.
Die Saalversteigerungen finden vom 23. bis 25. März bei Schuler Auktionen, Seestraße 341, in Zürich statt. Vorbesichtigungen sind dort noch bis zum 18. März möglich.
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