Im Katalog zum „Important Winter Sale“, den Bukowskis vom 7. bis 9. Dezember als Live-Auktion präsentiert, sind viele große Namen der schwedischen und internationalen Kunstgeschichte vertreten. Zu den Highlights zählen Möbel von Georg Haupt sowie Gemälde von Anders Zorn und Carl Larsson. Unter den internationalen Losen sind ein bezauberndes Diadem von Boucheron, ein Gemälde des französischen Künstlers Maximilien Luce und eine Budai-Figur aus der Jiajing-Periode besonders hervorzuheben.

Eine Quittung aus dem Jahr 1775 belegt, dass der schwedische Kunsttischler Georg Haupt für die Reparatur eines „Reisetisches“ bezahlt wurde. Doch auf wie dieses Möbelstück ausgesehen haben könnte, war bis vor Kurzem völlig unbekannt. Doch dann brachte ein von Haupt signierter Reisesekretär, der bis dahin von der Forschung übersehen worden war, Licht ins Dunkel – vermutlich, weil sich das Möbelstück in England befand. Nicht nur dieser Umstand, sondern auch das verwendete Mahagoni und die Gestaltung der Beine deuten darauf hin, dass Haupt den Reisesekretär während seiner Gesellenzeit in England angefertigt hatte.
Durch die Verbesserung der Straßen Europas, wurde das Reisen im 18. Jahrhundert immer beliebter. Doch musste es stilvoll vonstatten gehen, was der elegante Reisesekretär von Georg Haupt eindrucksvoll unterstreicht. Doch darf man sich von dem schlichten Äußeren nicht täuschen lassen, denn das Innere ist reich mit Intarsien sowie dem zentral platzierten Porträt eines Herrn verziert.

Die Jahre um 1900 waren die Blütezeit des Diadems und der französische Juwelier Boucheron fertigte einige der aufsehenerregendsten Kreationen an. Technische Innovationen ermöglichten ein sauberes Arbeiten, sodass ein schwereloser, schwebender Effekt erzielt werde konnte. Auch war es die Anfangszeit der Gleichberechtigung und moderne junge Frauen wollten nicht mehr den schweren und auffälligen Schmuck früherer Generationen tragen. Eine Besitzerin dieses besonderen Diadems war Anna-Lisa Björling, die mit dem weltberühmten Tenor Jussi Björling verheiratet war. Vermutlich trug sie das bezaubernde Stück erstmals im Jahr 1957 zur Premiere von Don Carlos in der Metropolitan Opera in New York. Für das Libellenmotiv ließ man sich bei Boucheron 1909 möglicherweise von der japanischen Kunst inspirieren, in der die Insekten als mythologische Wesen einen hohen Stellenwert genießen, was auch in den Farbholzschnitten Hokusais deutlich wird.

Nur wenige Orte und Epochen sind in der Kunstgeschichte so bedeutend wie das Paris des späten 19. Jahrhunderts. Die französische Hauptstadt erlebte in wenigen Jahrzehnten revolutionäre Veränderungen: Im Zuge der Industrialisierung strömte die Landbevölkerung in die Stadt, wodurch eine völlig neue urbane Kultur mit Cafés und Nachtclubs entstand. Im Laufe des Jahrhunderts erhielt Paris auch ein radikales neues Aussehen, das von Baron Haussmann entworfen wurde. Alte Häuser und schmale Gassen wurden zugunsten der breiten Boulevards und hellen Kalksteinfassaden, die wir heute mit der Stadt verbinden, abgerissen.
All diese Veränderungen prägten naturgemäß die Kunst und ganz besonders die Impressionisten, zu deren Kreis zunächst auch Maximilien Luce gehörte. Künstler wie Degas und Caillebotte lösten sich von den Fesseln der akademischen Tradition und suchten stattdessen nach neuen Motiven, um die Eindrücke der neuen Zeit, in der sie lebten, darzustellen. Auch Luce bemühte sich um eine neue moderne Sprache, wofür Le viaduc d' Auteuil (Le Pont) ein schönes Beispiel ist. Die Pinselstriche sind kurz und schnell, und statt Licht und Schatten mit Schwarz und Weiß wiederzugeben, verwendet er Blau- und Grüntöne. In den letzten Jahren hat das Interesse an Luces Werk zugenommen, insbesondere im Zusammenhang mit der Retrospektive seines Werks, die 2011 im Musée d'Orsay stattfand.

Den Sommer 1887 verbrachte das junge Künstlerehepaar Carl und Karin Larsson in Äppelviken bei Varberg. Obwohl es finanziell eine schwierige Zeit war, konnten sie ihren dortigen Zufluchtsort genießen, sich viel im Freien aufhalten und den Kindern freien Lauf lassen. Es ist diese spätsommerliche Idylle, die Larsson in diesem Aquarell festgehalten hat, das Karin mit ihrer Schwester Stina zeigt. Der Titel Aftonrodnad („Abendröte“) bezieht sich sowohl auf das Licht als auch auf Karins rosige Wangen. Sie begegnet schüchtern dem Blick des Künstlers und ihre Schönheit spiegelt sich in den Blumen des Gartens wider. Der erste Besitzer des Gemäldes war der Göteborger Kunstverein und es wurde sowohl im Nationalmuseum und der Liljevalch Kunsthalle in Stockholmer ls auch in der Fondation de l’Hermitage in Lausanne ausgestellt.

„Ich habe mit einem Leben und einem Verlangen gemalt, das ich noch nie zuvor gespürt hatte. Ich war geistig und körperlich in meinem Element.“ So erinnerte sich Anders Zorn an seine Zeit in Spanien in den 1880er Jahren. Seine Reise begann in Sevilla, doch dann suchte er Cádiz auf – nicht nur wegen seiner reichen kulturellen Schätze, sondern auch wegen des milden Klimas und der Mädchen. Dorthin kam er, um Modersglädje („Mutterglück“) zu malen, das erstmals 1882 im Kunstverein in Stockholm ausgestellt wurde. Das Aquarellbild zeigt die Zärtlichkeit zwischen einer jungen Mutter und ihrem Kind, aber es ist klar, dass Zorn von der Kleidung der Spanierin fasziniert war, die ihm aufregend und vielleicht sogar verführerisch erschien. Effektvolle Akzente bildet zudem die rote Farbe des Korallenschmucks. Die Komposition deutet auch darauf hin, dass Zorn sich in Spanien nicht nur dem Müßiggang hingab, sondern auch die dortigen Museen besuchte. Die Pose im Aquarell stammt wahrscheinlich von Murillos Gemälde Madonna mit Kind (1665-66), das im Museo de Bellas Artes in Sevilla zu sehen ist.

Kaiser Jiajing war ein hingebungsvoller Anhänger des Daoismus und ging während seiner Regierungszeit hart gegen andere Religionen vor, insbesondere gegen den Buddhismus. Aus diesem Grund sind buddhistische Figuren aus dieser Zeit besonders selten. Diese Figur, die den Mönch Budai darstellt, ist signiert, auf das Jahr 1526 datiert und auffallend groß. Der Legende nach war Budai ein liebevoller und großzügiger Mönch, der im neunten Jahrhundert in China lebte. Obwohl er ein Leben in Armut führte, war er glücklich und wird oft mit einem breiten Lächeln oder sogar Lachen dargestellt.

