In knapp 300 Losen versteigert das Auktionshaus Rütten am 22. Februar Schmuck, Gemälde, Möbel, Silber, Skulpturen, Sakrales, Glas, Uhren und Porzellan. In der letztgenannten Kategorie, die mit 58 Losen die zweitumfangreichste der Auktion ist, trifft man auf eine bekannte junge Dame, die aus der Manufaktur Rosenthal stammt: Fortuna, die zwischen 1925 und 1929 vom bedeutenden Bildhauer Ernst Wenck entworfen wurde. Die leicht vorgebeugte Glücks- und Schicksalsgöttin steht auf einer Kugel - Symbol für den Balanceakt, den die Suche nach Glück und das eigene Schicksal mitunter bereit halten.

Ebenfalls am Anfang des 20. Jahrhunderts schuf ein anderer Ernst eine andere junge Dame mit einer Kugel: Die bronzene Ballspielerin von Ernst Seger kommt in der Kategorie "Skulpturen, Plastiken" zum Aufruf. Seger, der zu Beginn seiner Karriere noch dem neobarocken Stil zugewandt war, erhielt durch eine Weiterbildung im Atelier Rodins in Paris 1893/94 neue Impulse. Seine größten Erfolge sollte Seger schließlich mit weiblichen Aktfiguren im Stil des Jugendstils und des Symbolismus feiern.

Auch unter den Gemälden wartet eine junge Dame darauf, ersteigert zu werden. Das in Ölfarbe auf Leinwand ausgeführte Damenportät mit Rosen wird dem bekannten Münchener Maler Gabriel Cornelius Ritter von Max zugeschrieben.

Gleich dreimal ist der Bildhauer Heinrich Kirchner, der für seine vereinfachten Bronzedarstellungen von Menschen und Tieren bekannt ist, in der Auktion vertreten. Neben dem Wandrelief Flucht nach Ägypten mit den Plastiken Mann im Boot sieht das andere Ufer sowie Kleiner Wanderer Abraham.

1795 revolutionierte Bildhauer Dominikus Auliczek das Tafelservice als er das auf einer zwölfeckigen Form basierende Bayerische Königsservice (wegen seinem Perlstabrand auch Perlservice genannt) für die Porzellanmanufaktur Nymphenburg entwarf, das mit Veduten in Grisaille-Malerei verziert war. Im Auktionshaus Rütten kommt ein Tablett mit einer Ansicht des Schlosses Nymphenburg gemeinsam mit einem passenden Schälchen zum Aufruf.

Zwei ganz bezaubernde Objekte hat die Kategorie "Glas" im Angebot: Die um 1930 entworfene Schale Pinson mit einem umlaufenden Dekor aus namengebenden Buchfinken und stilisierten Zeigen sowie die nach 1945 entworfene Pokal-Vase Elisabeth, die mit Spatzen und Blattzweigen verziert ist. Beide Stücke stammen von Lalique.

Weitere Highlights der Auktion sind unter den Uhren zu finden. Hier wären vor allem eine Unisex-Armbanduhr aus Edelstahl von TAG Heuer sowie eine Taschenuhr von Reuge mit Wecker, Spieluhr und den Figurenautomaten Reiter zu Pferd und Frau am Brunnen.

Die mit 84 Losen umfangreichste Kategorie ist "Schmuck". Hier kommt auch das mit dem höchsten Schätzpreis der Offerte bewertete Objekt zum Aufruf: Ein Collier aus Gelbgold, das mit 18 Akoya-Perlen und Brillanten von zusammen ca. 1,8 ct besetzt ist. Ebenfalls aus Gelbgold wurde ein eleganter Solitärring gefertigt, den ein Brillant von ca. 1 ct ziert.
Die Auktion findet am 22. Februar um 13 Uhr im Auktionshaus Rütten in der Nymphenburger Straße 133 in München statt. Vorbesichtigungen sind vom 17.-20. Februar sowie eingeschränkt zwei Stunden vor Versteigerungsbeginn möglich.
