Wie so viele Künstler seiner Epoche ließ sich auch René Lalique für seine Kunstwerke aus Glas von der Natur inspirieren. Zwischen 1921 und 1932 hatte es ihm besonders die Unterwasserwelt angetan und er schuf eine Reihe von Vasen, die mit immer stilisierteren Fischmotiven versehen waren. Nach Poissons präsentierte Lalique 1924 mit Formose ein Modell, für das er seinen Blick nach Fernost gerichtet hatte: als Motiv wählte er die aus China stammenden prächtigen Schleierschwänze und als Titel den damaligen Namen jener Insel, die heute als Taiwan bekannt ist.

Die Vase Formose wurde in verschiedenen Ausführungen hergestellt. In der Sommerauktion des Nürnberger Auktionshauses Franke kommt ein besonders schönes Exemplar von ca. 1930 aus grün patiniertem und satiniertem Pressglas in der Kategorie „Jugendstil/Art déco“ zum Aufruf.
Die Sommerauktion findet an drei Tagen, vom 21.-23. Juli statt und umfasst über 3.000 Lose in 28 Kategorien.

Den Auftakt bildet am 21. Juli um 13 Uhr die Kategorie „Schmuck/Kleinuhren“, aus der wir Ihnen diesen bezaubernden Anhänger aus Gelbgold vorstellen möchten, den ein opulenter, facettierter Aquamarin von ca. 25 ct ziert. Auch hier verschlägt es uns noch einmal ins Reich Poseidons, denn der lateinische Name des Schmucksteins, aqua marina, bedeutet „Meerwasser“ und bezieht sich auf die Farbe, die von Blass- bis Tiefblau variiert.

Die zweite Kategorie am ersten Auktionstag heißt „Münzen/Medaillen“, wobei vor allem auf eine Goldmünzensammlung hingewiesen werden muss, die fast 100 Positionen umfasst. Hier ist so manches gekrönte Haupt anzutreffen, darunter auch der dänische König Christian X. auf einer 20-Kronen-Münze aus dem Jahr 1913. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Christian X. während der deutschen Besatzung zur Symbolfigur des dänischen Widerstands, indem er jeden Tag allein und ohne Leibwache durch Kopenhagen ritt.

Eine richtige Schatzkiste zur Aufbewahrung einer umfangreicheren Menge an Goldmünzen kommt am 22. Juli in der Kategorie „Historika/Militaria“ zum Aufruf: eine Waffen- bzw. Kriegskassette aus dem 17. Jahrhundert. Die Kassette besteht aus Eisenplatten und eng aneinander geschmiedeten und vernieteten Eisenbändern. Der Schließmechanismus im Deckel ist hinter einem durchbrochen gearbeiteten Dekor mit stilisierten Akanthusblättern und Tiermotiven verborgen.

In der Gemäldeofferte ist der im Elsass geborene Erich Mercker mit sechs Werken vertreten, die uns die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber genauso näher bringen wie eine Küste in südlichen Gefilden oder die Kreidefelsen von Rügen. Mercker, der sich die Malerei autodidaktisch aneignete, betätigte sich als Landschafts-, Städte- und Industriemaler. Seine vom Impressionismus beeinflussten Werke führte er mit einem Spachtel aus, was einen pastosen Farbauftrag ergab.

Den Abschluss der Sommerauktion bildet am 23. Juli die Uhrenofferte, die 18 Lose umfasst. Eines davon ist diese Tischuhr vom Typ Atmos von Jaeger-LeCoultre aus den 1960/70er Jahren, die durch Temperatur- u. atmosphärische Druckunterschiede aufgezogen wird. Das vorliegende Modell Vendome wurde früher Empire oder Directoire genannt, was auf seine klassizistisch anmutende Gestaltung mit grünen Marmorsäulen zurückzuführen ist.
Neben den vorgestellten Kategorien umfasst die Auktion unter anderem auch Porzellan, Bücher, Grafik, Silber und Möbel.
Die Auktion findet vom 21.-23. Juli im Auktionshaus Franke, Kalchreuther Straße 125, in Nürnberg statt. Vorbesichtigungen sind dort nach telefonischer Vereinbarung vom 18.-20. Juli möglich.
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