Am 29. und 30. Juni startet Wannenes in den Sommer mit einer herrlichen Auswahl an italienischem und internationalem Design des 20. Jahrhunderts, das die Harmonie zwischen Form und Funktion feiert.

Carlo Mollino hat seine künstlerische Erfahrung zu einer Reise zum Mysterium der Kreativität gemacht, die von überwältigender Strenge und der Freude an irrationaler Komplexität geprägt ist. Die Objekte beugen sich seiner Vorstellung von ihrer Form, was auch an der glamourösen Deckenleuchte aus Messing und lackiertem Aluminium (Schätzpreis 80.000-100.000 Euro) ablesen lässt. Mollino schuf im Jahr 1953 nicht nur diese Leuchte, sondern auch Stühle aus massivem Kastanienholz, von denen bei Wannenes zwei Exemplare mit einem Schätzpreis von jeweils 8.000-10.000 Euro angeboten werden.

Der französische Designgigant Max Ingrand hinterließ in dem Jahrzehnt, in dem er künstlerischer Leiter bei Fontana Arte war (1954 bis 1964), unauslöschliche Spuren. Sein Verhältnis zum Licht erklärte er so: „Ein Kronleuchter oder ein Leuchtkörper muss bestimmten Standards entsprechen, er muss sich dem Volumen der Räume anpassen, die er beleuchten soll, es muss zum Geist der Raumarchitektur passen, um ein integraler Bestandteil davon werden zu können". Dieses Prinzip hatte Ingrand natürlich auch bei der seltenen Deckenleuchte Mod. 1563A Dalia von Fontana Arte aus Messing, Bronze und Kristall angewendet, die mit einem Schätzpreis von 19.000-22.000 Euro zum Aufruf kommt.

Experimentierfreudig entwarf Osvaldo Borsani um 1960 dieses Bett aus Vinylleder und bronzefarben emailliertem Metall. Für die Gestaltung des Kopfteils wandte er sich an die Bildhauerbrüder Arnaldo und Giò Pomodoro (Schätzpreis 13.000-15.000 Euro).

Gaetano Pesce gilt als einer der wichtigsten Vertreter des radikalen Designs und ist einer der Gründer der Gruppo N. Mit seinen architektonischen Kreationen hat er die Diskussion über so wichtige Themen wie das Schaffen diverser Serien von ähnlichen aber nicht identischen Objekten und die Sinnesstimulation durch die Erfahrung mit Objekten. Mit seinem modularen Sofa Sunset in New York aus Kunststoff, Holz und Stoff (Schätzpreis 4.000-6.000 Euro) empfand Pesce die Skyline des Big Apple nach.

Kinetisch und hypnotisch ist das Leuchtpaneel Programma von Gianfranco Fini, das aus einer Stahlkomposition in einem Stahlrahmen besteht und um 1970 bei New Lamp ausgeführt wurde (Schätzpreis 6.000-8.000 Euro). Schwebend leicht wirken hingegen die mit Maulbeerpapier bespannten Leuchten aus Isamu Noguchis Serie Akari aus den 1960er Jahren.

Design war für Ettore Sottsass ein dynamisches Magma unzähliger technischer, intellektueller und menschlicher Möglichkeiten, die er auf spielerische oder auch ironische Art und Weise in Möbel und Interieurs verwandelte. Sein Mobiliar ergänzte er mti Skulpturen, Altären und Monolithen, die einen Raum mit ihrer positiven und experimentellen Herangehensweise erhellen. Seine Formen und Farben leben in harmonischen Disproportionen und die Materialien koexistieren glücklich und schaffen eine Synthese, die evokativ und transgressiv ist. Elegant in seinem modernen Klassizismus ist das Sideboard MS. 120 aus Schichtholz und exotischem Holzfurnier.

Gio Ponti hat im Laufe seiner Karriere als Architekt und Designer die Trends der Zeit stets vorweggenommen bzw. sie selbst geschaffen. Jeder seiner Kreation, sei es ein Haus, eine Vase, ein Möbelstück oder eine Leuchte, wohnt aufgrund der Originalität, Funktionalität und Stilistik eine gewisse Kraft und Zeitlosigkeit inne. Auch in einer Decken- oder Wandleuchte aus lackiertem Messing und satiniertem Opalglas, die in den 1960er Jahren von Arredoluce in Monza hergestellt wurde, ist die ständige Inspiration spürbar, die Pontis vielseitige und umfangreiche Forschungen antrieb (Schätzpreis 6.000 - 8.000 Euro).
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