Ein Bildnis der Lucretia, gemalt von Artemisia Gentileschi, das nach 40 Jahren in einer Sammlung in Lyon wiederentdeckt wurde, kommt am 13. November bei Artcurial unter den Hammer.
Die tragische Figur der Lucretia taucht im Œuvre der Barockmalerin wiederholt auf, angeführt von den Kompositionen in der Mailänder Sammlung Etro in Mailand, im Museo Nazionale di Capodimonte in Neapel sowie jener, die im November 2018 im Dorotheum für 1.885.000 Euro versteigert wurde und mit diesem Ergebnis ihren Schätzpreis verdoppelte.

Das Schicksal der tugendhaften Lucretia, die sich nach Vergewaltigung das Leben nimmt, ist ein römischer Mythos, den viele Künstler immer wieder aufgegriffen haben. Zudem ist es ein typisches Motiv für Artemisia Gentileschi, die immer wieder starke und mutige Frauen wie Judith, Susanna oder Salome in intensiven Szenarien dargestellt hat.
Das Gemälde wird in Paris mit einem Schätzpreis von 600.000-800.000 Euro zum Aufruf kommen und könnte laut The Art Newspaper in jenem Zeitraum entstanden sein, zu dem sich Artemisia Gentileschi zum ersten Mal in Neapel aufhielt (1630) und Werke wie Esther vor Ashaver ausführte.

Matthieu Fournier, Leiter der Abteilung für Alte Meister und das 19. Jahrhundert bei Artcurial, sagt: "Ein solches Sujet zu entdecken, das von einer so mythischen Künstlerin wie Artemisia Gentileschi behandelt wurde, ist ein Privileg. Der außergewöhnliche Erhaltungszustand des Gemäldes macht es zu einem einzigartigen Werk."

Das aktuell teuerste Werk Artemisia Gentileschis ist ihre Selbstportrait von 1615, auf dem sie sich als Heilige Katharina von Alexandrien dargestellt hat. Es wurde im Juli 2018 von der National Gallery in London für 3,6 Millionen GBP erworben. Die Selbstdarstellung als Märtyrerin war als Reaktion auf die Vergewaltigung durch den Maler Agostino Tassi entstanden, sowie auf den anschließenden, teilweise demütigenden Prozess, der am Ende zur Verurteilung Tassis führte. Kurz darauf zog Artemisia Gentileschi von Rom nach Florenz, wo sie als erste Frau in die Akademie aufgenommen wurde
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