Diese Termine sollten sich Sammler von historischen Münzen und Medaillen, Briefmarken und Banknoten rot im Kalender markieren: Vom 12. bis 16. September versteigert die Teutoburger Münzauktion seltene und herausragende Objekte aus diesen Sammelgebieten in rund 4.500 Losen.
Den Auftakt bildet am 12. September um 13 Uhr der erste Teil der 148. Auktion des Hauses, der philatelistischen Schätzen gewidmet ist.

Hier muss auf diese chinesische Briefmarke von 1980 hingewiesen werden, die nicht nur mit ihrem bezaubernden Motiv, sondern auch mit ihrer postfrischen Erhaltung besticht. 1980 war gemäß des chinesischen Kalenders das Jahr des Affen, der aus diesem Anlass auf der Marke abgebildet wurde. Der Beginn eines neuen Jahres richtet sich im chinesischen Kalender nach dem Neumond zwischen dem 21. Januar und 21. Februar. 1980 fiel das chinesische Neujahrsfest und damit der Beginn des Jahres des Affen auf den 16. Februar.
Fortgesetzt wird die 148. Auktion am nächsten Tag um 9 Uhr mit einer spannenden Banknotenofferte, die auch das folgende interessante Objekt umfasst.

„Ein Thaler Courant zahlt die städtische Bank-Casse in Breslau ohne Legitimationsprüfung dem Einlieferer dieser Bank-Note, welche auch von allen städtischen Cassen und städtischen Erhebern des Ortes statt baren Geldes in Zahlung angenommen wird“ ist auf dieser äußerst seltenen Banknote zu lesen, die die Städtische Bank zu Breslau im damals zu Preußen gehörenden Schlesien am 10. Juni 1848 hatte drucken lassen. Im Kleingedruckten wurde zudem vermerkt, dass die Fälschung einer solchen Banknote strafrechtlich verfolgt wird.
Nach den Banknoten beginnt am selben Tag um 13:30 Uhr die 149. Auktion des Hauses, die Münzen und Medaillen sowie Militaria, Orden und Antiquitäten gewidmet ist und am 14., 15. und 16. September fortgesetzt wird. Hier können Sammler numismatische Schätze der unterschiedlichsten Epochen und Herkunftsgebiete entdecken.

Wie zuvor in der Briefmarkenauktion zählt auch hier ein Objekt aus China zu den Highlights. Dabei handelt es sich um eine Silbermünze, die im 24. Jahr der Herrschaft von Kaiser De Zong (im Westen unter dem Namen Guangxu bekannt) ausgegeben wurde, was dem Jahr 1898 entspricht. Eine Silberwährung war erst 1792 in China eingeführt worden, und basierte auf dem Tael, welcher in 10 Mace, 100 Kandarin oder 1000 Li unterteilt wurde. Nachdem die ersten Silbermünzen noch gegossen worden waren, verwendete man ab 1884 die westliche Prägetechnik. Diese Ji Lin Chang Ping genannten Münzen mit Drachenmotiv waren von Anfang an eher als Sammlerstück denn als Zahlungsmittel gedacht und sind heute entsprechend begehrt.

Ein weiteres spannendes Sammlerstück liegt mit dem sogenannten Gluckhennentaler vor, der um 1650 von der Stadt Basel als Medaille bzw. Schautaler ohne Jahreszahl geprägt wurde. Mit der Ausgabe dieser Taler wollte die Stadtführung ihre Fürsorge um die Baseler Bürger zum Ausdruck bringen. Alit et protegit („sie ernährt und beschützt“) ist daher auf der Rückseite zu lesen. Damit die Botschaft aber auch von Leuten verstanden wurde, die des Lateins nicht mächtig waren, wurde zusätzlich eine Henne mit ihren Küken abgebildet – gewissermaßen die Personifikation der umfassenden Fürsoge.
Auch in der 150. Auktion der Teutoburger Münzauktion, die am 16. September um 13:30 Uhr die Auktionsreihe abschließt, muss eine Schweizer Münze hervorgehoben werden.

In dieser Versteigerung, in der der Fokus neben Orden, Uhren und Schmuck vor allem auf Goldmünzen und -medaillen gerichtet ist, darf dieser 100-Franken-Vreneli keines Falls unerwähnt bleiben. Vreneli-Münzen sind die bekanntesten Goldmünzen der Schweiz und wurden von 1897 bis 1949 im Wert von 20 Franken (58,6 Millionen Exemplare) und von 1911 bis 1922 im Wert von 10 Franken (2,6 Millionen Exemplare) ausgegeben. 1925 kam es zudem zu der Prägung von 100-Franken-Vrenelis, deren Auflage nur 5000 Stück betrug. Bei der Teutoburger Münzauktion kommt ein Prachtexemplar mit feinstem Stempelglanz zum Aufruf, wie es nur selten zu finden ist.

Ein weiteres äußerst seltenes Prachtexemplar liegt mit diesem goldenen 10-Mark-Stück von 1905 vor, welches das Porträt von Großherzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Strelitz zeigt. Adolf Friedrich V. hatte im Jahr zuvor die Nachfolge seines Vaters angetreten und war bemüht, sein Land zu modernisieren, indem er eine Verfassung einführen wollte, was jedoch am Widerstand der Ritterschaft scheiterte.
Die Versteigerungen der Teutoburger Münzauktion finden online als Live-Auktionen statt. Vorbesichtigungen sind im Auktionshaus, Brinkstraße 9, in Borgholzhausen-Berghausen nach vorheriger Terminabsprache möglich.
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