Fünf Kataloge mit rund 1.200 Losen umfasst die wunderbare Herbstauktion von Hampel, die das renommierte Münchener Auktionshaus am 28. September präsentiert. Entdecken Sie im Folgenden sechs Highlights aus der an Highlights nicht armen Offerte.
Den Auftakt der Auktion bilden Möbel & Einrichtung sowie Uhren und Silber. Hier dürfen ein bedeutender Dresdner Schreibsekretär, eine seltene Wiener Standuhr sowie eine Brüsseler Tapisserie nicht unerwähnt bleiben – genauso wenig, wie dieses außergewöhnliche venezianische Münzkabinett des frühen 17. Jahrhundert aus Nussholz, das mit aufwendigen Einlagen aus Perlmutt und Elfenbein verziert wurde. Ehemaliger Besitzer könnte, gemäß der rückseitigen Gravur „CCC“ Cardinal Carlo Conti gewesen sein, der 1604 von Papst Klemens VIII. zum Papst ernannt wurde.

Das Herzstück der Auktion bilden die auf zwei Kataloge aufgeteilten Gemälde Alter Meister, die großformatige und mit reicher Personenstaffage ausgestattete Werke, darunter Große Dorfkirmes mit Theaterbühne und Prozession von Marten van Cleve d. Ä. und Venedig - Der Empfang des päpstlichen Nuntius Carlo Gaetano Stampa vor dem Dogenpalast 1721 von Antonio Stom (siehe Titelbild), genauso umfassen wie das Porträtpaar mit den Bildnissen von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel und dessen Cousine Prinzessin Christine Charlotte.

Auch eine Darstellung der heiligen Katharina von Alexandrien des Meisters von Ghent, einem Vertreter der Altniederländischen Schule, ist hier zu finden. Katharina ist eine der vier heiligen Jungfrauen, die allesamt in der Epoche der frühen Christenverfolgung den Märtyrertod durch Enthauptung starben. Eigentlich war für Katharina die weitaus grausamere Hinrichtung mittels eines Stachelrades vorgesehen gewesen, doch wurde das Folterinstrument auf wundersame Weise von einem Engel zerstört. Das zerbrochene Rad zählt zur Ikonographie der Heiligen und ist auch in dem vorliegenden Gemälde zu sehen.

Das nächste Highlight wird dem italienischen Manieristen Jacopo Robusti, genannt Tintoretto, zugeschrieben. Es zeigt einen Fahnenträger in Rüstung, der in Rückenansicht wiedergegeben ist. Der Bildausschnitt des 243 x 141 cm Gemäldes lässt darauf schließen, dass es sich um den Teil eines größeren Gemäldes, möglicherweise ein Altarbild, handelt. Dafür sprechen auch die weiteren Figuren, die auf etwas blicken, das sich außerhalb des vorliegenden Bildes befindet.
Als nächstes steht die Offerte mit Werken von Impressionisten und Vertretern der Moderne auf dem Programm, zu deren Highlights Gemälde von Eugène Boudin, Henri-Théodore Fantin-Latour, Jean-Baptiste Camille Corot und Christian Rohlfs gehören.

Auch Junge mit Pferd am Strande, das Max Liebermann 1907 in Holland ausführte, darf keineswegs unerwähnt bleiben. Liebermann hatte sich einige Jahre zuvor mit der Darstellung von Pferden und Reitern einem neuen Thema zugewandt, zu dem ihn sein niederländischer Kollege Isaac Israëls, der ebenfalls mit zwei Werken in der Auktion vertreten ist, inspiriert hatte. Von der „steifen Brise“, mit der Liebermann während der Ausführung des vorliegenden Gemäldes zu kämpfen hatte, zeugt nicht nur das Motiv selbst, sondern auch die Sandkörner, die am Strand in die frische Farbe geweht wurden und dort noch immer haften.

1907 malte der Tiroler Künstler Leo Putz das Gemälde Frieda Blell vor dem Schloss Planegg (Frau Putz im Garten), das noch im selben Jahr vom bayerischen Staat in der Jahresausstellung im Münchener Glaspalast erworben wurde. Die aus einer wohlhabenden Familie in Brandenburg stammende Frieda Blell studierte ab 1900 Kunst in München, wo sie Leo Putz kennenlernte und ihm mehrfach Modell stand. 1913 wurde sie seine Ehefrau und zwei Jahre später die Mutter seines Sohnes Helmut. Blells Œuvre umfasst Blumen- und Landschaftsbilder. Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um eine Studie für das oben genannte Gemälde, das Teil der Sammlung der Neuen Pinakothek ist, sowie für das beinahe identische Werk Herbsttag von 1904, das sich in der Galerie Neue Meister in Dresden befindet.

Nach Gemälden des 19./20. Jahrhunderts stehen schließlich Schmuck, Accessoires und Armbanduhren auf dem Programm. Hier muss auf diesen eleganten Ring hingewiesen werden, dessen zentraler Stein ein seltener Burma-Saphir von 8,79 ct in leuchtendem und transparentem Blau ist. Der herrliche Stein im rechteckigen modifizieren Brillantschliff ist von weißen Diamanten im Baguette- und Trapezschliff von zusammen ca. 2 ct umgeben.
Den Abschluss der Auktionsreihe bildet wie gewohnt die breitgefächerte Living-Offerte, die neben Kunst und allerhand Dekorativem auch Schätze aus fossilen Ausgrabungen umfasst.
Die Versteigerungen finden am 28. September ab 10 Uhr Auktionshaus Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 23.-26. September möglich.

