Am 19. Oktober darf im Auktionshaus Satow auf knapp über 1000 Lose mit Kunst, Schmuck und Antiquitäten mitgeboten werden. Teil der vielfältigen Gemäldeofferte, die mit 344 Losen die umfangreichste Kategorie der Auktion darstellt, ist ein Hauptwerk des (Post-)Impressionisten Meinhard Jacoby.
Meinhard Jacoby wurde am 10. Oktober 1873 als Sohn des jüdischen Kupferstechers Louis Jacoby in Wien geboren, wo dieser zu jenem Zeitpunkt einer Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste nachkam. 1892 erfolgte der Umzug nach Berlin, wo Meinhard sein Abitur bestand und anschließend seine Ausbildung an der Kunstakademie begann. Weitere Stationen seines Studiums war die Malklasse von Paul Hoecker in München sowie Kurse an der Académie Julien in Paris.

1904 erwarb der junge Künstler ein eigenes Haus mit Atelier in Mölln, ab 1912 war er zudem Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Berlin-Charlottenburg. Nach Ende seiner Lehrtätigkeit, die von einem Fronteinsatz während des Ersten Weltkriegs unterbrochen worden war, ging Jacoby in den 1920er Jahren für einige Zeit nach Brasilien. Nach einer Zwischenzeit in Berlin emigrierte der jüdische Künstlers 1934 aufgrund der neuen politischen Verhältnisse in Deutschland endgültig in das südamerikanische Land, wo er am 24. September 1956 im nördlich von Rio de Janeiro gelegenen Paraíba do Sul starb.

In stimmungsvolles Licht getaucht sind zwei weitere Gemälde der Auktion. Mit Holländische Winterlandschaft mit Figuren im Abendrot ist der in München geborene Adolf Stademann vertreten, der sich in seinen Werken an der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts orientierte.

Vom Marinemaler Carl Emil Rudolf Ludwig Becker stammt Szenerie im Hamburger Hafen auf Höhe Altona. Becker orientierte seinen impressionistischen Stil an dem seines Lehrers Eugen Dücker, der mit Meeresbrandung von 1902 ebenfalls in der Auktion vertreten ist.


Mit dem höchsten Mindestpreis der Auktion wurde eine Arbeit des 2017 verstorbenen A. R. Penck alias Ralf Winkler ausgestattet: Figuren und geometrische Objekte in Schwarz auf Weiß wurde im typischen symbolhaften Stil des bedeutenden Künstlers ausgeführt.

Mit zwei Siebdrucken ist Hard Edge-Pionier Josef Albers in der Kategorie "Grafik & Drucke" vertreten. Bei einem handelt es sich um einen frühen Farbsiebdruck seiner berühmten Serie Hommage to the Square, die er 1949 begonnen hatte. Ein weiterer Siebdruck der Offerte aus den 1960er Jahren ist Relief Kolorowy des polnischen Künstlers Henryk Stazewski. Stazewski war ein Vertreter des Konstruktivismus und der Geometrischen Abstraktion.

Unter den Skulpturen der Auktion ist die unterschiedlich patinierte Bronze Junge Nymphe auf den Schultern eines Satyrs von Roland Paris hervorzuheben. In Berlin, wo er ab 1919 lebte, schuf der vielseitige Paris Figuren im Stil des Art déco, Karikaturen und satirische Verse. Eine klassischere Bronze wird mit Die Trinkende von Victor Heinrich Seifert angeboten. Eine größere Version der Skulptur kann als Brunnen in Rostock betrachtet werden.

Ein besonders Prachtstück unter den Möbeln der Auktion kommt mit einem barocken Aufsatzschrank zum Aufruf, der um 1740 in Mainfranken ausgeführt wurde. Das mit Nussbaum furnierte Möbelstück ist mit aufwändigen Intarsien verziert, die mit Blüten gefüllte Vasen und Soldaten darstellen.

Auf funkelnde Gold-Diamanten-Kombinationen darf man sich in der Schmuckofferte freuen. Um eine feine Goldschmiedearbeit handelt es sich bei einem sternförmigen Historismus-Anhänger aus Roségold mit 13 Brillanten (zus. ca. 2,6 ct). Den schlichteren Stil des Art déco greift ein massiver Goldarmreif aus den 1920/30er Jahren auf, den zwei Altschliffbrillanten von zusammen ca. 1,2 ct zieren.
Die Auktion findet am 19. Oktober im Auktionshaus in der Sonnenstraße 8 in Satow statt. Vorbesichtigungen können dort vom 12.-18. Oktober vorgenommen werden.
