Pünktlich zum Herbstbeginn am 22. Oktober starten die Herbstauktionen bei Hermann Historica in Grasbrunn nahe München. Auch bei dieser Gelegenheit ist es dem auf historische Schätze und Militaria spezialisierte Auktionshaus gelungen, eine hochinteressante Offerte mit internationalen Raritäten aus vielen Epochen zusammenzustellen.

Zum Auftakt kommen am 22. Oktober die 580 Lose der Auktion "Internationale Orden & militärhistorische Sammlungsstücke" zur Versteigerung. Teil dieser Offerte ist die sorgsam zusammengetragene Preußen-Sammlung des Berliner Sammlers Gerhard Drewko (1914-2016). Hervorgehoben werden muss hier mit einem Schätzpreis von 20.000 Euro eine silberne Fanfarentrompete des Regiments Garde du Corps, des ranghöchsten Regiments der preußischen Garde-Kavallerie, von 1784.

Ebenfalls aus der Sammlung Drewko stammt dieser mit einem Löwen bekrönte Helm M 1852 für Mannschaften und Unteroffiziere der Königlich-Bayerischen Leibgarde der Hartschiere. Für das seltene und schön erhaltene Stück müssen mindestens 10.000 Euro gezahlt werden.

Dieses aus einer anderen Quelle stammende Objekt ist an und für sich schon hochinteressant: Eine Kassette aus ebonisiertem Holz mit sieben Kabelquerschnitten und Benennung der Teilstücke der Deutsch-amerikanischen Kabelverbindung. Hierbei handelt es sich um ein Geschenk, das Otto von Bismarck 1882 anlässlich der Erweiterung der Verbindung von der „Vereinigten Deutschen Telegraphen Gesellschaft“ überreicht bekam. Dieses einzigartige Sammlerstück wird für 15.000 aufgerufen.
Der 23. Oktober ist den 608 Losen der Auktion "Deutsche Zeitgeschichte - Orden und Militaria ab 1919" gewidmet. Danach geht es nach einer kleinen Pause am 2. November weiter mit "Kunst und Kunsthandwerk, Antiken" – einem stetig wachsenden Segment des Auktionshauses.

In dieser 712 Lose starken Offerte kommen internationale Schätze aus vielen Epochen zum Aufruf. Unter den europäischen Stücken muss auf das Gemälde Die Königin von Saba und ihr Hofstaat eines italienischen Altmeisters aus dem 17. Jahrhundert hingewiesen werden. Auf der Rückseite des mit seiner barocken Opulenz bestechenden Gemäldes wurde es von unbekannter Hand Luca Giordano (1634 Neapel 1705) zugeschrieben. Aufgerufen wird das Leinwandwerk für 20.000 Euro.

Mit einem großen Kabinett aus furnierter Eiche kommt eine weitere barocke Kostbarkeit zum Aufruf, dessen überaus feines Marketerie-Dekor aus Elfenbein und Edelhölzern besteht. Für dieses kunsthandwerkliche Meisterstück werden mindestens 12.000 Euro gefordert.

Im Russland des 12. Jahrhunderts wurde diese silberne Halskette angefertigt, die mit 23.000 Euro taxiert ist. Dank der feinen Filigran- und Granulationstechnik wiegt das opulent wirkende frühslawische Schmuckstück nur 98 Gramm.

Noch weiter in den Osten dringen wir mit diesem Torso einer weiblichen Gottheit vor, die im 11. Jahrhundert aus dunkelgrauem Stein herausgearbeitet wurde. Ihre gestalterischen Elemente weisen auf den Angkor Wat-Stil hin, benannt nach dem bedeutendsten Tempelkomplex der Khmer im historischen Kambodscha. Das Stück aus einer süddeutschen Privatsammlung wird mit 12.000 Euro aufgerufen.

Am 3. November geht es weiter mit den 416 Losen der Auktion "Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt". Hier sei zunächst auf ein seltenes zweihändiges Kampfschwert mit schwerer einschneidiger Klinge hingewiesen, das in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von einem deutschen Schmied angefertigt wurde. Für die imposante Waffe werden stolze 12.000 Euro gefordert.

Steht man einem Ritter mit einem solchen Schwert gegenüber, hätte man doch gerne eine wirksame Schutzwaffe zur Hand. Eine solche kommt mit einem schweren geätzten Rundschild zum Aufruf, der eine Nürnberger Marke trägt. Für das um 1600 gefertigte Stück sind Gebote ab 4.250 Euro willkommen.

Etwas älter ist dieser süddeutsche Halbharnisch, bei dem nicht nur auf die Schutzfunktion Wert gelegt wurde, sondern auch auf die Verzierung, die aus einem getriebenen Dekor aus feinen Zierstreifen mit schwarzweißem Mäanderband besteht. 14.000 Euro muss dieses Los einem Sammler mindestens wert sein.

Auch im fernen Japan setzte man auf Rüstungen, die den gesamten Körper im Kampf schützen sollten. Die einfachen bestanden aus Leder, später gönnten sich die Samurai wertvolle aus Metall, die sie aufwändig verzierten. Eine solche Rüstung (Tosei Gusoku) kommt in der Auktion mit einem Startpreis von 5.000 Euro zum Aufruf. Sie setzt sich aus Teilen der Ido-Periode und der Meiji-Periode zusammen. Der Nackenschutz trägt die Datierung 1864.

Den Abschluss der Herbstauktionen von Hermann Historica bilden die 726 Lose der Auktion "Schusswaffen aus fünf Jahrhunderten" am 4. November. Als besonderes Highlight ist hier eine bedeutende Perkussions-Scheibenbüchse hervorzuheben, die 1734 in Leipzig angefertigt wurde. Hochdekorativ sind hier der Laufansatz und der Kolben, die mit einem geschnitzten Löwenkopf und einem Drachen im Halbrelief verziert wurden. Für dieses außergewöhnliche Objekt werden mindestens 12.000 Euro gefordert.
Die Herbstauktionen von Hermann Historica finden im Auktionshaus am Bretonischen Ring 3 in Grasbrunn bei München statt. Die Vorbesichtigungen zu den Auktionen finden dort vom 18. bis 21. Oktober sowie vom 28. bis 31. Oktober statt.
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