Am 9. Mai nimmt uns Kunst & Design Auktionshaus Schops Turowski mit auf einen wundervollen Spaziergang durch das 20. Jahrhundert. Die rund 600 Lose des Katalogs umfassen internationale Kunst, Design, Skulpturen, Einrichtung, Metalle, Silber, Schmuck und Glas. Hier wird jeder sein persönliches Lieblingsstück finden!

Das 20. Jahrhundert war eine Zeit der Innovationen und Kreativität. Die Grundsteine dafür wurden jedoch bereits Ende des 19. Jahrhunderts gelegt. In jener Zeit standen sich der aufkommende Jugendstil und die historisierenden Formen gegenüber. Ein überaus berühmter Name jener Epoche war natürlich Fabergé, wo man damals meist noch sehr traditionell war. So wie bei dieser Kristallkaraffe mit Silbermontierung im Rokokostil von 1894.

Etwa zur gleichen Zeit führte der belgische Architekt, Designer und Künstler Henry van de Velde diesen Stuhl aus Padouk-Holz und Leder aus, der die modernen Formen jener Zeit aufgreift. Tatsächlich zählt Henry van de Verde zu den Begründern der Jugendstil-Bewegung in seinem Heimatland Belgien.

Stilprägend für das 20. Jahrhundert war das Bauhaus. Einer der dortigen Schüler und Mitarbeiter hieß Marcel Breuer. Von Breuer stammt der Entwurf zu dieser Aluminium-Liege Modell 1097 von 1933, eine breitere (und seltenere) Version von Modell 1096. Ausgeführt wurde das vorliegende Exemplar um 1938 von der Embru-Werke A.G. in der Schweiz.

Auch das skandinavische Design trat im 20. Jahrhundert seinen Siegeszug an (der auch noch Angeles nicht beendet ist). Einer der großen Namen ist der des finnischen Architekten und Designers Alvar Aalto, von dem dieser Armlehnstuhl Modell 403 mit einer Sitzfläche aus verformten Schichtholz zum Aufruf kommt.

Eines der bezauberndsten Lose der Offerte ist zweifellos diese schmiedeeiserne Doppeltür aus den 1930/40er Jahren von Edgar Brandt, einem der bedeutendsten Kunstschmieden des 20. Jahrhunderts. Die Tür zieren Motive aus den Fabeln Aesops bzw. La Fontaine. 1947 wurde sie in eine Wohnung in Den Haag eingebaut. Zuvor scheint sie als Eingangstür einer Vorschule in Marseille (wozu auch die Motivwahl passt) gedient zu haben.

Unter den Keramiken der Auktion sind vor allem Arbeiten von Hans Coper und Lucie Rie hervorzuheben, die Ende der 1930er Jahre beide als Emigranten aus Deutschland bzw. Österreich nach England gekommen waren. Dort war Coper nach Ende des Krieges zunächst der Assistent von Rie, bevor er in den 1950er Jahren sein eigenes Studio gründete.

Doch nun zu der eingangs bereits erwähnten außergewöhnlichen Frisierkommode. Schon beim ersten Blick darauf wird klar: das muss eine Arbeit der Memphis-Gruppe sein. Und genauso ist es auch. Für den Frisiertisch Plaza mit passendem Hocker griff der amerikanische Architekt und Designer Michael Graves 1981 auf die moderne Großstadtarchitektur zurück, kombiniert mit einem Haus Disco und Art déco.

Ähnlich wie beim Design wurde auch die Kunst in den 1920er Jahren zunehmend schnörkelloser. In der Weimarer Republik manifestierte sich dies in der Neuen Sachlichkeit. Einer der Hauptvertreter dieser Kunstrichtung war der Kölner Maler Anton Räderscheidt, der 1924 das vorliegende Porträt eines Ehepaars schuf.

Unter der Losnummer 340 sind gleich zwei bedeutende Künstler des 20. Jahrhunderts vereint: Andy Warhol und Joseph Beuys. Es handelt sich um eine unikale Variante auf Japanpapier der Siebdruck-Serie, die Warhol 1980 mit dem Portrait Beuys' geschaffen hatte.

Mit Alex Katz ist ein weiterer bedeutender amerikanischer Künstler des 20. Jahrhunderts in der Auktion vertreten. Katz ist vor allem für seine Portraits bekannt und so verwundert es nicht, dass auch hier eines vorliegt: die signierte Zeichnung Ursula im ungewöhnlichen Format 16 x 42 cm.

Bleiben wir noch ein wenig bei den Farben Weiß und Grau, denn diese bestimmen das Werk Weiße Struktur von Raimund Girke aus dem Jahr 1994. Girke lernte in Hannover und Düsseldorf und fand als Vertreter der analytischen Malerei in den 1950er Jahren zu einer auf wenige Farben reduzierte Bildsprache, für die er internationale Anerkennung erhielt.

Wer ein wenig Platz erübrigen kann, sollte sich Los 277 einmal genauer anschauen, hinter dem sich die insgesamt 180 x 480 cm messende Wandinstallation Achat 6 von Manuel Franke verbirgt. Achat 6 bezieht sich auf Frankes großformatige Installation Achat an der neuen Düsseldorfer U-Bahnstation Graf-Adolf-Platz von 2016.
Die Auktion findet am 9. Mai ab 11 Uhr bei Kunst & Design Auktionshaus Schops Turowski in Krefeld statt. Alle Informationen zum Ablauf der Versteigerung und den Besichtigungszeiten finden Sie auf der Website des Auktionshauses.


