In rund einem Monat ist es soweit: Das Rekordbild Salvator mundi wird im Louvre Abu Dhabi zu sehen sein. Im November letzten Jahres war das Ölgemälde überraschend bei Christie's angeboten worden und zog sofort alle Aufmerksamkeit auf sich. Das Ergebnis war die Rekordsumme in Höhe von 450 Millionen US-Dollar, die ein Prinz aus Saudi-Arabien dafür auf den Tisch legte.
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Aber war die Aufmerksamkeit für das Gemälde tatsächlich ausreichend? Der Kunsthistoriker und Leonardo-Experte Matthew Landrus vom Wolfson College in Oxford meldete sich nun zu Wort und bekundete seine Zweifel an der Urheberschaft des Werkes, das sein sensationelles Verkaufsergebnis vor allem der Tatsache zu verdanken hatte, dass es um 1500 vom Renaissancegenie Leonardo da Vinci gemalt worden sein soll.

Landrus, der sich eingehend mit dem Gemälde beschäftigt hat, ist jedoch der Meinung, dass nicht Leonardo der maßgebliche Erschaffer des Werkes war, sondern sein Mitarbeiter Bernardino Luini (um 1480-1532). Salvator mundi müsse daher als eine Arbeit aus der Werkstatt des Meisters betrachtet werden.
Bernardino Luini griff im Laufe seiner Karriere wiederholt Gemälde und Skizzen Leonardo da Vincis auf, um Details aus ihnen in eigenen Werken zu verarbeiten. Ein Beispiel dafür ist das Gemälde Heilige Familie mit dem jungen Johannes, bei dem die dargestellten Personen stark an Leonardos Anna Selbdritt oder auch die Felsgrottenmadonna angelehnt sind.
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Was Salvator mundi betrifft, sieht Landrus große Parallelen zu Luinis Jesus unter den Schriftgelehrten von 1515-30. Landrus geht davon aus, dass Salvator mundi hauptsächlich von Luini ausgeführt wurde, während sich Leonardos Beteiligung an dem Gemälde, wie die Anwendung der sfumato-Technik, lediglich bei 5-20% liegt.
Salvator Mundi steht jedoch nicht alleine da: Im Laufe der Zeit ist die tatsächliche Urheberschaft von so manchem Werk Leonardo da Vincis bezweifelt worden.

