Vom 2. bis 4. September freut sich das Wormser Auktionshaus darauf, Freunde und Sammler von Kunst, Münzen, Militaria und Spielzeug begrüßen zu dürfen, wenn es Tausende Lose zu diesen vier Themengebieten versteigert.
Los geht es am 2. September um 8 Uhr mit der Kunst-Auktion, in der Porzellan und Bronzeskulpturen sowie ein edles Schreibgerät zum Aufruf kommen.

11 Lose der Porzellan-Offerte bestehen aus Teilen eines Services für Kaiser Wilhelm II. aus Meissner Porzellan, die auf der Unterseite jeweils das kaiserliche Wappen mit der Jahreszahl 1894 vorweisen. Bei der Form der Stücke handelt es sich sich um das 1741 von Eberlein und Kändler für den sächsischen Oberküchenmeister erdachte Brandenstein-Relief, die Verzierung besteht aus einem Blumenmuster mit Insekten. Bei der großen Suppenterrine dient ein vollplastischer Putto mit Füllhorn als Handhabe für den Deckel.

Ebenfalls hervorzuheben ist die große Figur eines Molukken-Kakadus, die der Bildhauer und Tierplastiker Paul Walther 1922 für die Manufaktur in Meißen entworfen hat. In den dreißig Jahren, die Walther Meissen tätig war, schuf er fast 200 Modelle. Das vorliegende Exemplar stammt aus der Zeit des Originalentwurfs (ca. 1924-34).

„Tierisch“ geht es auch unter den Bronzeskulpturen zu, unter denen ein Pferdekopf des Schweizer Bildhauers Nag Arnoldi das Top-Los darstellt. Das Lieblingsmotiv des 2017 verstorbenen Schweizer Bildhauers waren Pferde, die ihn sowohl zu Großplastiken für öffentliche Plätze, als auch zu limitierten Serien „für den Hausgebrauch“ inspirierten.

Dem französischen Bildhauer Antoine Louis Barye dienten ebenfalls häufig Tiere als Modell, wobei er die exotische Fauna bevorzugte. Die vorliegende Bronze-Skulptur von ca. 1860 stellt, der damaligen Mode des Orientalismus entsprechend, einen nordafrikanischen Jäger zu Pferd dar, der soeben eine Gazelle erlegt hat.

Exotik war auch eines der Hauptthemen des Art déco, wobei allerdings exotische Tänzerinnen im Fokus standen. So auch bei dem Österreicher Josef Lorenzl, der einer der bedeutendsten Bildhauer jener Epoche war.
Bereits um 8:30 Uhr folgt am 2. September die Numismatik-Auktion, die Münzen verschiedener Epochen sowie Uhren, Schmuck, Banknoten, Medaillen, Gold- und Silberobjekte und Fachliteratur umfasst.

Hier begeben wir auf mehreren Münzen Kaiser Wilhelm II. wieder, son Kuh auf diesem 20 Mark-Stück aus 900er Gold, das 1902 in Berlin geprägt wurde.

Nicht unerwähnt bleiben darf eine seltene 5-Mark-Münze mit dem Konterfei von Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg (1853-1908), die 1901 in Berlin in einer Auflage von 20.000 Exemplaren geprägt wurde. Das vorliegende Exemplar befindet sich in sehr schönem Zustand.

Diese Jadinière aus der Silberofferte von ca. 1900 stellt eine Art Übergangmodell dar. Während die beiden Frauenköpfe und das florale Dekor bereits auf den Jugendstil hindeuten, erinnern die verschnörkelten Rocaillen an den Rokokostil, der im 19. Jahrhundert ein Revival erlebt hatte.

Mit schlichten Formen wurde hingegen dieses silberne Kernstück geschaffen, das aus einer Tee- und einer Kaffeekanne sowie einem Milchkännchen und einer Zuckerdose besteht, die allesamt auf einem Tablett Platz finden. Für etwas Verspieltheit sorgen die geschwärzten Griffe aus Holz.

In der Uhren-Offerte kommen neben Taschenuhren auch Armbanduhren von begehrten Marken wie Omega, Cartier, Hublot, Lange & Söhne, Chronoswiss und IWC zum Aufruf. Letztere ist u.a. mit dem Modell Yacht Club II aus Gelbgold vertreten, dessen Lünette mit 45 Brillanten von zusammen 1,8 ct besetzt ist.
Am 2. September mit auch um 12 Uhr die umfangreiche Spielzeug-Auktion ihren Anfang, die an den beiden darauffolgenden Tagen jeweils um 8 Uhr fortgesetzt wird.

Modelleisenbahnen dürfen bei so einer Auktion natürlich nicht fehlen und sind dementsprechend gut vertreten. Von der französischen Firma Rossignol kommt eine Schlepptenderlok aus chromlithografierter Blechausführung zum Aufruf. Das seltene Stück mit Uhrwerkbetrieb fährt auf der Spurweite 0.

Jeweils für die Spur H0 wurden diese beiden Lokomotiven von Märklin konzipiert. Zum einen das Modell HR 700 Typ 1, die einer Schlepptenderlok der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft nachempfunden ist.

Zum anderen das Modell TT 800 Typ 4, das ebenfalls eine Zugmaschine der DRG, die zwischen 1924 und 1937 den Eisenbahnbetrieb des Deutschen Reiches verwaltete, zum Vorbild hatte.

Ebenfalls Teil der Offerte ist ein umfangreiches Angebot an Objekten, die das Modelleisenbahnerlebnis abseits der Schienen komplettieren. Darunter diese Gepäckwaage von Märklin, die zwischen 1895 und 1914 hergestellt wurde.

Keinesfalls unerwähnt bleiben darf dieses seltene Antriebsmodell eines Orgelspielers mit Spieluhr von Carette, das in der Offerte der Blechspielzeuge zum Aufruf kommt.
Den Abschluss der Auktionsreihe bildet am 4. September um 13 Uhr schließlich die Militaria-Auktion.
Alle Auktionen finden im Wormser Auktionshaus, Weinbrennerstraße 20, in Worms-Pfeddersheim statt. Vorbesichtigungen sind noch bis zum 1. September sowie an den Auktionstagen nach Voranmeldung möglich.
