Wie gewohnt startet das Nürnberger Auktionshaus Franke auch 2023 wieder früh ins neue Auktionsjahr und präsentiert seine erste Versteigerung bereits Ende dieses Monats. Fast 3.000 Lose kommen vom 26. bis 28. Januar in insgesamt 28 Kategorien zum Aufruf, die Schmuck, Grafik und Gemälde genauso umfassen wie Porzellan, Silber, Möbel und mehr.

Den Auftakt bildet am 26. Januar die Kategorie „Schmuck/Kleinuhren“, die mit 815 Losen die umfangreichste der Auktion ist. Neben vielen auffallend schönen Stücken fürs Handgelenk muss hier vor allem auf diese Brosche in Form eines Hirschkäfers hingewiesen werden, deren kyrillische Gravuren sie als russische Arbeit aus der Zeit um 1900 identifizieren. Der aus Gelbgold geformte Insektenkörper ist mit Rubinen, Saphiren, Diamantrosen und wohl einem rosa Turmalin besetzt. Am auffälligsten ist jedoch die große Mabé-Perle, die etwa die Hälfte des ca. 5,5 cm langen Schmuckstücks einnimmt.

In der Porzellanofferte dürfen sich Liebhaber des „weißen Goldes“ auf Stücke vieler bekannter Manufakturen freuen, darunter KPM Berlin, Herend, Rosenthal und Hutschenreuther – und Meissen darf natürlich auch nicht fehlen. Mehrere Lose umfassen Serviceteile mit dem berühmten blauen Meissener Zwiebelmuster, das von vielen anderen Herstellern im Laufe der Zeit aufgegriffen wurde. Für ein schönes Blau konnte sich auch der Maler und Porzellan-Künstler Heinz Werner (1928-2019) begeistern, der damit das bezaubernde Dekor Blaue Orchidee auf Ast für die berühmte sächsische Manufaktur kreierte. Im Auktionshaus Franke kann ein Kaffeeservice für sechs Personen der Form Großer Ausschnitt mit Werners Schöpfung ersteigert werden.
Die Kategorie „Design“ hat mit zwei mit schwarzem Leder bezogenen Sitzmöbeln echte Klassiker der Moderne im Angebot. Dabei handelt es sich zum einen um den Stuhl LC1 von Le Corbusier, zum anderen um den Lounge Chair mit Ottomane von Charles und Ray Eames.

Mit dem Entwurf des Lounge Chair mit passendem Fußhocker wagte sich das designende Ehepaar Eames 1956 erstmals in den hochpreisigen Sektor vor. Partner bei der Herstellung war die Möbelfirma Herman Miller, die das Ruhemöbel seitdem für den amerikanischen Markt produziert. Das vorliegende Exemplar mit verchromtem Aluminiumgestell, schwarzen Lederbezügen und ebenfalls schwarzen Holzschalen stammt aus den 1960er Jahren.

Bereits 28 Jahre früher, 1928, entwarf Designer Le Corbusier zusammen mit seinen Mitarbeitern Pierre Jeanneret (sein Cousin zweiten Grades) und Charlotte Perriand den Stuhl LC1, der einer Serie supermoderner Möbel entstammte, die sechs Ruhe- und Sitzmöbel sowie einen Esstisch umfasste. Der Stahlrohrstuhl LC1 (auch Basculant genannt) war die erste Kreation dieser Serie, mit der ihre Schöpfer einen Gegenentwurf zu dem damals angesagten Art déco präsentierten – so wie sie es bereits drei Jahre zuvor mit ihrem Pavillon auf der Exposition Internationale des Arts Décoratifs, nach der das Art déco benannt wurde, getan hatten.

Kommen wir zum Abschluss dieses Vorberichts noch auf die Gemäldeofferte zu sprechen, die von diesem Werk Eugen Brachts angeführt wird. Der in der Schweiz geborene Bracht studierte und lehrte an verschiedenen deutschen Akademien und betätige sich vor allem als Landschaftsmaler, wobei sich sein Stil stark veränderte. Nachdem sein Frühwerk noch der akademischen Malweise zuzuordnen ist, wurde Bracht in den 1890er Jahren zu einem der ersten Vertreter des deutschen Impressionismus. In diesem Sinne führte er 1913 auch das vorliegende Ölgemälde Dorf Sparsels unter Schloß Tarasp aus, das die bekannte Burg im Unterengadin sowie die sie umgebende Landschaft zeigt.
Die Winterauktion findet vom 26. bis 28. Januar als Live-Onlineauktion ohne Saalpublikum im Auktionshaus Franke, Kalchreuther Straße 125, in Nürnberg statt.
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