Leidenschaft für Antiquitäten bei Della Rocca

Diesen Termin müssen sich Freunde von Kunst und Antiquitäten rot im Kalender anstreichen: Am 13. Juni präsentiert das Auktionshaus Della Rocca einen Katalog voller Schätze, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten!

Leidenschaft für Antiquitäten bei Della Rocca

Der Turiner Hauptsitz des Auktionshauses Della Rocca wird am 13. Juni Schauplatz einer großartigen Antiquitätenauktion sein. Der Katalog mit über 470 vielfältigen Losen umfasst antike Möbel, seltene Keramik, bedeutende Kunst und andere Kostbarkeiten.

Die Auktion ist in drei Sitzungen unterteilt, die am Auktionstag für 10.30 Uhr, 15.30 Uhr und 20.45 Uhr angesetzt sind. Veranstaltungsort ist das Auktionshaus in der Via della Rocca in Turin, wo auch vom 7.-11. Juni die Ausstellung zur Auktion besucht werden kann. Für alle, die keinen Abstecher nach Turin einrichten können, stehen Gebotsabgabe und Objektbesichtigung online zur Verfügung. Bis dahin sehen Sie hier einige der vielen interessanten Objekte.

Möbel & Einrichtungsgegenstände

Ein Klassiker der eleganten Einrichtung sind Möbel im Louis XV-Stil aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Mit einem schönen französischen Sesselensemble, das mit französischen Gobelins bezogen ist, kann auch die erste Sitzung der Auktion von Della Rocca aufwarten, die Möbeln und Einrichtungsgegenständen gewidmet ist.

Vier Louis XV-Sessel mit Gobelin-Bezügen, Frankreich Mitte 18. Jh. | Foto: © Casa d'aste Della Rocca
Vier Louis XV-Sessel mit Gobelin-Bezügen, Frankreich Mitte 18. Jh. | Foto: © Casa d'aste Della Rocca

Ein weitere Prachtstück dieser Offerte ist diese Kommode des Kunsttischlers Thomas Hache aus Grenoble. Beeindruckend sind die Intarsien aus Amaranth und Elfenbein, die sich zu Girlanden und Blumenvasen zusammenfügen. Ein wertvolles Stück, das mit einem Schätzpreis von 30.000-35.000 Euro versehen wurde.

Thomas Hache (1664 Grenoble 1747), Kommode mit Intarsien und Bronzebeschlägen | Foto: © Casa d'aste Della Rocca
Thomas Hache (1664 Grenoble 1747), Kommode mit Intarsien und Bronzebeschlägen | Foto: © Casa d'aste Della Rocca

Von Frankreich geht es weiter nach Italien, genauer gesagt ins Piemont. Eine Region, in der feine Tischlerei eine lange Tradition hat, was sie vor allem der alten Università dei Minusieri in Turin zu verdanken hat.

Arbeitstischchen, Turin Ende 18. Jh. | Foto: © Casa d'aste Della Rocca
Arbeitstischchen, Turin Ende 18. Jh. | Foto: © Casa d'aste Della Rocca

Aus dem Turin des späten 18. Jahrhunderts stammt dieser kleine Tisch, der damit stellvertretend für die hervorragende Handwerkskunst des damaligen Piemont steht, deren Schnitzereien in ganz Europa gerühmt wurden. Eine Zuordnung des Tisches ist schwierig, höchstwahrscheinlich stammt er jedoch aus einer der führenden Werkstätten.

Kunstwerke

Bedeutende Kunstwerke von italienischen und internationalen Künstlern sind in der zweiten Runde des Auktionstages zu finden.

Zu den bedeutendsten Werken zählt hier Das irdische Paradies mit Gott dem Vater, der Schöpfung Evas, dem Baum des Guten und des Bösen des Antwerpener Malers Jacob de Backer. Über de Backer, der Allegorien sowie religiöse und mythologische Bilder schuf, ist nur wenig bekannt, nicht einmal seine genauen Lebensdaten. Aktiv war er in den 1570er und 1580er Jahren als Meister des Manierismus in Antwerpen. De Backer orientierte sich hierbei am italienischen Stil. Ob er sich diesen vor Ort in Italien angeeignet hat, ist jedoch nicht belegbar.

Jacob de Backer (1540/45 Antwerpen 1591/99), Das irdische Paradies mit Gott dem Vater, der Schöpfung Evas, dem Baum des Guten und des Bösen, Öl/Holz | Foto: © Casa d'aste Della Rocca
Jacob de Backer (1540/45 Antwerpen 1591/99), Das irdische Paradies mit Gott dem Vater, der Schöpfung Evas, dem Baum des Guten und des Bösen, Öl/Holz | Foto: © Casa d'aste Della Rocca

Spektakulär ist auch eine zweiflügelige Glastür deren romantisches Motiv dem Stil der Neorenaissance des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entspricht. Ausgeführt wurde die Arbeit von den Gebrüdern Kuball in Hamburg, die wahre Meister auf diesem Gebiet waren.

Zweiflügelige Glastür mit romanischem Motiv, Gebr. Kuball, Hamburg 19./20. Jh. | Foto: © Casa d'aste Della Rocca
Zweiflügelige Glastür mit romanischem Motiv, Gebr. Kuball, Hamburg 19./20. Jh. | Foto: © Casa d'aste Della Rocca

In der dritten Runde der Auktion kommt eines der schönsten Stücke der gesamten Offerte zum Aufruf: ein Spiegel mit farbig gefasster Holzeinlage aus der Werkstatt von Giovanni Stanchi. Diese besondere Technik der Ölmalerei war in und um Rom besonders beliebt, dank Mario die Fiori und der Malerfamilie Stanchi, die an einigen berühmten Orten wie der Palazzo Borghese gearbeitet haben. Zu ihrer Zeit schmückten sie Supraporten und Holzvertäfelungen, um einen großen szenischen Effekt zu erzielen. Heute sind sie aufgrund ihrer Zerbrechlichkeit im Handel nur noch selten anzutreffen.

Giovanni Stanchi (Werkstatt), Spiegel mit bemalten Holzelementen | Foto: © Casa d'aste Della Rocca
Giovanni Stanchi (Werkstatt), Spiegel mit bemalten Holzelementen | Foto: © Casa d'aste Della Rocca

Porzellan & Keramik

Werfen wir nun noch einen Blick auf die keramischen Stücke der Auktion. Hier kommt ein außergewöhnliches Paar chinesischer Vasen mit Blumen und Drachen im famille rose-Dekor zum Aufruf. Das famille Rose-Porzellan entstand um 1730 im China des Kaisers Kangxi und war hauptsächlich für den Export bestimmt. Die rosa Farbe wurde durch eine Glasur aus Cassio-Purpur, auch kolloidales Gold genannt, erzeugt. Mit einer Höhe von je 157 cm ist das vorliegende Vasenpaar wirklich spektakulär.

Vasenpaar im famille rose-Dekor, China, Kangxi-Periode, 18. Jh. | Foto: © Casa d'aste Della Rocca
Vasenpaar im famille rose-Dekor, China, Kangxi-Periode, 18. Jh. | Foto: © Casa d'aste Della Rocca

Wesentlich kleiner, nämlich nur 38 cm hoch, ist die Keramikfigur Me ne infischio - La studentessa ("Darauf pfeif ich - Die Studentin"), die 1934 von der Turiner Firma Lenci auf den Markt gebracht worden war. Die Firma, die neben figürlicher Keramik auch Filz-Puppen in alle Welt verkaufte, wurde vom Ehepaar Helen König Scavini und Enrico Scavini geleitet. Elena nahm auch am kreativen Prozess teil. Die vorliegende Figur ist äußert selten.

Helen König Scavini (1886-1974), Keramikfigur "Me ne infischio - La studentessa", signiert, 1934 | Foto: © Casa d'aste Della Rocca
Helen König Scavini (1886-1974), Keramikfigur "Me ne infischio - La studentessa", signiert, 1934 | Foto: © Casa d'aste Della Rocca

Sie sehen also, es lohnt sich, den 13. Juni im Hinterkopf zu behalten!

Alle Lose der Antiquitätenauktion von Della Rocca finden Sie hier.