María de la Conceptión, genannt Maya, erblickte am 5. September 1935 als Produkt der leidenschaftlichen Beziehung zwischen Pablo Picasso und Marie-Thérèse Walter in der Nähe von Paris das Licht der Welt. Ihre Geburt war der Auslöser für eine kreative Welle, die den berühmten Künstler erfasste.

87 Jahre später endete ihr Leben, das sie als Kunsthistorikerin dem Werk ihres Vaters gewidmet hatte, wofür sie sowohl mit den Insignien eines Chevalier de la Légion d’Honneur (2007) und dem Titel Commandeure de l’ordre des Arts et des Lettres (2016) ausgezeichnet worden war. Maya starb am 20. Dezember 2022 nur wenige Tage vor dem Ende einer großen Doppelausstellung im Pariser Musée Picasso, die die Beziehung zwischen Pablo Picasso und seiner ältesten Tochter beleuchtete.
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Als Maya 1935 geboren wurde, war Pablo Picasso seit siebzehn Jahren mit der russischen Balletttänzerin Olga Chochlowa verheiratet, mit der er den 14-jährigen Sohn Paulo hatte. Die Geburt Mayas beschleunigte das Ende der Ehe des Malers und stürzte Picasso zunächst in eine Schaffenskrise, die bis Februar 1936 dauerte. Doch letztendlich faszinierte Maya Picasso von allen seinen Kindern am meisten und obwohl er seine noch folgende Nachkommenschaft ebenfalls malte und zeichnete, widmete er seine Kunst Maya am eindringlichsten. In nur einem Jahr, Maya war vier, widmete er ihr 14 Porträts sowie viele Zeichnungen, die die körperliche und geistige Entwicklung des Mädchens akribisch studierten.
Mit seinen Augen hat er geschaut. Mit seinen Händen hat er gezeichnet oder modelliert. Mit seiner Haut, seinen Nasenlöchern, seinem Herzen, seinem Verstand, seinen Eingeweiden sogar hat er gefühlt, was wir sind, weshalb er das Wesen des Menschen, egal wie jung, mit so viel Wahrheit verstehen konnte.
Die Kunst vereinte Vater und Tochter, machte sie zu Komplizen. Der Künstler zeichnete für Maya, aber auch mit ihr: „Papa, zeichne mich… und Papa hat mit unglaublicher Geduld das gemalt, was ich von ihm verlangt habe“. Während des Krieges bereitete Maya Picasso viel Freude und bekam von ihm Spielzeug geschenkt, das er aus wiederverendeten Materialien hergestellt hatte, denn die Zeit der deutschen Besatzung war von Einschränkungen geprägt.
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Die Beziehung zwischen Picasso und Marie-Thérèse Walter dauerte bis 1937. Die beiden hatten sich zehn Jahre zuvor in den Galeries Lafayette kennengelernt, als Marie-Thérèse erst 17 und der Künstler 45 Jahre alt war. Picasso brachte die junge Frau in einer Wohnung in der Rue de La Boétie, nahe der Wohnung, in der er selbst mit seiner Ehefrau Olga wohnte, unter. Marie-Thèrèse Walter war die Quelle eines großen kreativen Impulses für den Künstler, der sie immer wieder porträtierte: mal in symbolischer Form (Gitarren mit dem Monogramm „MTW“) oder als ausdrucksstarker weiblicher Akt von sinnlicher Gestalt. Trotz ihrer Rolle als Gefährtin, Muse und schließlich auch Mutter seiner Tochter Maya war Marie-Thérèse Picasso nicht genug, der 1936 eine Affäre mit Dora Maar begann, die bis 1943 dauern sollte.
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Nach dem Krieg zog der Künstler mit seiner neuen Partnerin Françoise Gilot, mit der er zwei Kinder, Claude und Paloma, bekam, nach Südfrankreich. Dieser Umzug trennte Maya von ihrem Vater, doch existierte eine starke Beziehung zur neuen Familie, die sie häufig besuchte. Im Sommer 1955 unterstützte sie ihren Vater und den Regisseur Henri-Georges Clouzot bei der Produktion des Films Le mystère Picasso. Dieser Film war charakteristisch für die spätere Beziehung zwischen der Tochter und dem Vater, der im April 1973 in Mougins starb ohne ein Testament zu hinterlassen. Nach einem mehrere Jahre andauernden Rechtsstreit wurde Maya als uneheliche Tochter doch noch mit einem Anteil am umfangreichen Erbe bedacht.
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Maya heiratete den Marineoffizier Pierre Widmaier, mit dem sie drei Kinder bekam: Olivier, Richard und Diana. Letztere sowie ihr ältester Bruder widmeten sich wie ihre Mutter ebenfalls dem Leben und dem Werk ihres berühmten Großvaters. Diana als Kunsthistorikerin und Verfasserin des Werkverzeichnisses der Skulpturen Picassos, Olivier als Autor der Biografie Picasso, portrait intime.
Gegenüber AFP erinnerte sich Olivier: „Sie ist die einzige Person auf der Welt, die ich kenne, die nicht von Pablo Picasso sprach, sondern von Papa […] Ich denke, das zeugt von dieser außergewöhnlichen Beziehung, die sie zu ihm hatte.“







