Mit 390 seltenen und gesuchten Armband-, Taschen- und Tischuhren ist die kommende Auktion des Hamburger Auktionshauses Cortrie am 8. Mai die Gelegenheit für Sammler tickender Zeitanzeiger. Zwölf Highlights der an Highlights nicht armen Offene haben wir einmal herausgepickt.

Eines davon entführt uns ins Indien des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt in den Fürstenstaat Hyderabad. Dort wurde im Jahr 1869 der erst dreijährige Ali Khan zum 6. Nizam von Hyderabad inthronisiert. Vermutlich erhielt er aus diesem Anlass die hier angebotene Gold-Emaille-Savonette, die vom königlichen Uhrmacher J. W. Benson in London angefertigt worden war, als Geschenk. Die einzigartige Uhr verfügt über fünf Zeitzonen und zeigt neben der Ortszeit auch London, Mekka, New York und Konstantinopel (Istanbul) an.

Ebenfalls in London wurde diese Grande Complication-Taschenuhr angefertigt und vom Uhrmacher Charles Frodsham mit 14 Komplikationen ausgestattet. Es ist eine der beeindruckendsten Taschenuhren, die jemals in England hergestellt wurden.

Dahinter braucht sich diese rotgoldene Savonette von Patek Philippe bestimmt nicht verstecken. Ausgestattet mit einem Präzisionsankerwerk von absoluter Spitzenqualität und einem ewigen Kalender, zeigt sie auch die Mondphase und das Mondalter an. Ebenfalls überzeugt sie durch ihren hervorragenden Erhaltungszustand. Die Taschenuhr wird in ihrer Originalbox mit Ersatzglas und -feder geliefert.

Eine weitere einzigartige Gold-Emaille-Taschenuhr kommt mit diesem Exemplar zum Aufruf, das um 1830 vermutlich in Genf für den chinesischen Markt angefertigt wurde. Neben der Lupenmalerei dienen mit Diamanten, Farbsteinen und Saatperlen besetzte Details (Harfe, Schmetterlinge, Füllhörner) als Dekoration. Auch die Unruh, die über dem Zifferblatt zu sehen ist, ist mit Diamanten besetzt.

Über eine ganz ähnliche Unruh verfügt auch diese seltene Broschenuhr von ca. 1810. Uhren dieser Art wurden meistens als Ringuhren ausgeführt. Auch ihre Repetition macht dieses Stück zu einer echten Rarität.

Wie auch bei der Broschenuhr, handelt es sich auch bei dieser Golddose mit eingebauter Uhr und Musikwerk vermutlich um eine Arbeit der Genfer Uhrmacher Piguet & Capt, wobei die Dose von Jean-Georges Rémond & Co. angefertigt wurde. Farbliche Akzente wurden mit blauem Emaille gesetzt.

100 Jahre jünger ist dieser sehr seltene Beobachtungschronometer von Lauritz Jensen Glashütte. Eine Gravur im oberen Deckel gibt an, dass die Uhr an die kaiserlich-königliche Kriegsmarine geliefert wurde.

Ein wahrlich museales Stück kommt mit dieser Dosenuhr aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zum Aufruf. Dosenuhren dieser Art waren die ersten tragbaren Uhren und ein direkter Vorfahr der Taschenuhr.

Museal ist auch diese astronomische Tischuhr, die 1676 vom Hamburger Uhrmacher Mattias Heidrich hergestellt wurde. Die Uhr verfügt über ein in äußerst aufwändiger Filigranarbeit hergestelltes Gehäuse sowie um die möglicherweise früheste Tag/Nacht-Sonne/Mond-Komplikation.

Unter den Armbanduhren der Offerte sind neben Raritäten von Patek Philippe, IWC und Cartier auch diese beiden Highlights von Rolex hervorzuheben. Um eine sehr attraktive Uhr handelt es sich bei dieser weißgoldenen Rolex Sky-Dweller mit Ivory Dial und zweiter Zeitzone. Rolex selbst bezeichnet das noch recht junge Modell als die "Uhr der eleganten Reisenden".

Ein echter Hingucker ist diese nicht minder elegante und außerdem seltene Rolex Day Date aus Platin mit Sonderzifferblatt in Eis-Optik und dezent platzierten Diamanten. Ob die Uhr vielleicht vom Winter-Ei inspiriert ist, jenem Fabergé-Ei, das Nikolaus II. seiner Mutter 1913 zu Ostern schenkte?

Von Uhren für Piloten und Taucher hat man schon gehört, aber für die Filmindustrie? Mit dem Film Compax-Chronograph von Universal Geneve aus dem Jahr 1945 kommt etwas derartiges aber in dieser Auktion zum Aufruf. Die Oversize-Armbanduhr wurde für den Scheideraum entworfen. Nur acht Exemplare sind bekannt.
Die Auktion findet am 8. Mai um 16:30 Uhr im Auktionshaus Cortrie, Süderstraße 282, in Hamburg statt. Die Ausstellung zur Auktion kann dort noch bis zum 7. Mai nach Terminabsprache besucht werden.



