Seit 1985 handelt das Auktionshaus Andreas Thies in Nürtingen mit hochwertigen militärhistorischen Sammlerstücken. Heute dürfen wir Ihnen zum ersten Mal eine Auktion des Hauses präsentieren.
Frei nach dem Motto "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft" bedachten und bedenken Staatschefs und andere hoch gestellte Persönlichkeiten sich gegenseitig mit diplomatischen Geschenken, die mitunter sehr kostbar ausfallen können.

Über ein solches durfte sich um 1980 auch der Staatsratsvorsitzende der DDR Erich Honecker freuen, aus dessen Nachlass einige Objekte in der Auktion zum Aufruf kommen. Ihm ließ der damalige Staatschef von Kuwait, Emir Dschabir al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, das silberne Modell einer Segelyacht zukommen, das mit seiner Detailgenauigkeit besticht und mit einer entsprechenden Widmung versehen ist. Die Herstellermarke verrät, dass es sich um eine Arbeit des Londoner Juweliers Garrard & Co. handelt, der von 1843 bis 2007 Hofjuwelier des britischen Königshauses war. Auch der legendäre Verlobungsring von Prinzessin Diana, der jetzt am Finger von Herzogin Catherine steckt, stammt von Garrard & Co.

Obwohl er selbst kein Staatsoberhaupt war, durfte sich Prinz Tommaso di Savoia-Genova, Neffe des ersten und Cousin des zweiten Königs des vereinigten Italiens, über ein wahrlich spektakuläres Geschenk freuen: Ein üppig verziertes Schwert der Chinesischen Kaisergarde, dessen Griff aus einem einzigen Stück Hartstein besteht. Bei der silbernen Schwertscheide muss neben dem getriebenen Blütendekor vor allem der Steinbesatz aus geschliffenen Korallen, Türkisen und Lapislazuli sowie acht chinesischen Symbolen aus geschnittener Jade hervorgehoben werden.

In dem Jahr, in dem Viktor Emanuel II. seinen Titel als König von Sardinien ab- und den Titel eines Königs von Italien annahm, 1861, wurde in Wien Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha geboren, der 1887 Fürst und 1908 schließlich Zar von Bulgarien wurde. Im Auktionshaus Andreas Thies kommt nun Ferdinands Hausszepter zum Aufruf, das er vor allem im privaten Umfeld als Würdezeichen verwendete.

Die berühmtesten Zaren sind natürlich jene, die in Russland herrschten. In diesem Zusammenhang muss auf zwei Lose hingewiesen werden, die in Verbindung zum russischen Kaiserhaus stehen. Zunächst wäre da eine sehr seltene Galauniform eines russischen Botschafters oder hohen Würdenträgers zu nennen. Das Ensemble mit Zweispitz besticht durch seine überaus prunkvolle Stickerei von höchster Qualität.

Bei dem anderen Objekt handelt es sich um ein silbernes Zigarettenetui mit im Deckel eingelegter Münze Zar Peters I. aus dem Hause Fabergé. Schöpfer war der aus Finnland stammende Werkmeister Anders Johann Nevalainen, der auf solche Etuis sowie auf Bilderrahmen, Dosen und weitere kleine Objekte spezialisiert war.

Nicht nur beim Namen Fabergé spitzen Schmuck-Fans die Ohren, auch Cartier beflügelt die Fantasie. Eines der Markenzeichen des französischen Juwliers ist der Panther, der hier als Ohrschmuck zum Aufruf kommt.

Weniger berühmt aber nicht weniger glamourös ist der Schmuck von Boivin. Nach dem Tod von Gründer René Boivin leitete dessen Frau Jeanne das Schmuckunternehmen und führte es in der Epoche des Art déco an die Spitze, beispielsweise indem sie die Designerin Suzanne Belperron engagierte.

Nicht nur zur Zierde, sondern vor allem als Ehren- oder Erkennungszeichen dienen Orden, natürlich auch für ihre namengebenden Gemeinschaften. Mit einem Ordenskleinod des portugiesischen Christusordens aus dem späten 18. Jahrhundert kommt eine schöne Goldschmiedearbeit zum Aufruf.

Mit einer Ordensspange zum Ehrentitel "Held der DDR" sowie einem Karl-Marx-Orden vereint ein Los der Offerte die beiden höchsten Auszeichnungen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik.

Um eine Auszeichnung anderer Art, nämlich um eine Medaille, handelt es sich bei einer goldenen Prämienmedaille, die 1769 in Florenz einer verdienstvollen Person überreicht wurde. Florenz war damals Hauptstadt des Großherzogtums Toskana, wo Erzherzog Leopold von Österreich herrschte, der spätere Kaiser Leopold II.

Zurück in Italien sei noch auf eine feldgraue Schirmmütze hingewiesen, die einst das eher spärlich bewachsene Haupt von Italiens zeitweiligem Staatschef Benito Mussolini vor Wind und Wetter schützte.

Auch eine handgeschnitzte Holzskulptur von Bildhauer Josef Thorak soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Vermutlich diente die Skulptur als Entwurf für die zweieinhalb Meter hohe Paracelsus-Statue im Kurpark von Salzburg.
Die Auktion findet am 12. Dezember um 13 Uhr im Auktionshaus Andreas Thies in Nürtingen statt. Mitgeboten werden kann vor Ort, schriftlich, telefonisch, über den Onlinekatalog oder live auf diversen Internetplattformen.

